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Seite 2: Civilization 6 im Test - Krone mit Kratzer

Seltsame Autostraßen

Eine Neuerung von Civilization 6, mit der ich nicht ganz warm werde, betrifft die Straßen. Denn die kann ich - zumindest anfangs - nicht selbst anlegen, sie entstehen automatisch entlang von Handelsrouten. Und Letztere sind zahlenmäßig begrenzt; um mehr Routen, also Straßen freizuschalten, muss ich Handelsbezirke oder Häfen bauen. Okay, einmal angelegte Verbindungen bleiben immerhin bestehen, wenn ich die zugehörige Handelsroute nach ihrem Ablauf neu vergebe.

Dennoch verliere ich die Kontrolle über etwas, das ich kontrollieren sollte: Ich bin ein Herrscher und darf meinen Untertanen nicht sagen, wo sie Straßen bauen sollen? Klar, strategisch interessant ist das dennoch, weil ich abwägen muss, ob ich lieber wichtige Straßen anlege, dafür aber schwache Handelsrouten in Kauf nehme, oder ob ich heftige Handelsboni, aber eventuell nutzlose Straßen bevorzuge.

Ab dem Mittelalter darf ich zwar Pioniere rekrutieren, die Wege verlegen können, aber nur je zwei Aufladungen haben, sodass ich für lange Verbindungen umständlich viele davon brauche. Da verwende ich sie lieber, um Forts oder später Flugplätze und Raketensilos zu bauen, die Atombomben auf Nachbarn verschießen. Hey, Trajan! Und ein sooo großes Drama ist der automatische Straßenbau dann auch nicht, ich muss mich eben umstellen. Nach einigen Partien ging die Neuerung schließlich in Fleisch und Blut über.

Weniger erfreulich sind die noch fehlenden Komfortfunktionen, beispielsweise lassen sich Städte derzeit nicht umbenennen. Wenn eine Stadt auf Feinde schießen kann, weist uns Civ 6 nicht mehr deutlich darauf hin, wir müssen das sehr kleine Zielscheiben-Icon selbst bemerken - das nervt, zumal es auf manchen Zoomstufen auch noch von Einheiten-Symbolen verdeckt wird.

Nachdem wir einen Befehl erteilt haben, springt Civ 6 dafür hektisch zur nächsten Einheit, die Befehle erwartet, gerne mitten in einem Kampf und ans andere Ende der Karte. Das kann schon mal verwirren, abschalten lässt es sich nicht. Städten wiederum kann ich keine Produktions-Warteschlangen mehr zuteilen. Bitte nicht falsch verstehen: Die Bedienung funktioniert generell gut. Aber sie hat eben auch ihre Ecken und Kanten.

Civilization 6 - Fazit-Video: So großartig ist schon die Preview-Version 20:24 Civilization 6 - Fazit-Video: So großartig ist schon die Preview-Version

Im »globalen thermonuklearen Krieg« starten alle Teilnehmer bereits mit einer kleinen Armee, zwei Siedlern und modernen Technologien. Im »globalen thermonuklearen Krieg« starten alle Teilnehmer bereits mit einer kleinen Armee, zwei Siedlern und modernen Technologien.

Der Multiplayer
Civilization 6 bietet einen Multiplayer-Modus für bis zu zwölf Spieler. Wie üblich dürfen wir Größe und Abwechslungsreichtum der Karte sowie zahlreiche Regeln einstellen - beispielsweise legen wir ein Zeitlimit für jede Runde fest und bestimmen, ob die Teilnehmer immer gleichzeitig ziehen oder nur dann, wenn sie sich im Frieden befinden. Spieler, die gegeneinander Krieg führen, ziehen dann brav nacheinander, damit der schnellere keinen Vorteil hat. Alle anderen Teilnehmer ziehen derweil simultan weiter.

Neben dem wie üblich einstellbaren Startzeitalter (Antike, Industriezeitalter, Moderne, etc.) gibt es in Civ 6 spezielle Multiplayer-Szenarien, die einen beschleunigten Start erlauben: In »Globaler Thermonuklearer Krieg« starten Spieler und KI-Völker bereits mit kleinen Armee sowie fast allen Technologien, die man für einen, nun, globalen thermonuklearen Krieg so braucht. In »Alte Rivalen« erkundet man die Antike, in »Heiliger Boden« ringt man um die Glaubenshoheit im Mittelalter.

Eine nette Ergänzung, wie wir finden, weil man dadurch wesentlich schneller in die Partien hineinfindet und Konflikte frühzeitig angeheizt werden. Zumal es für die Szenarien spezielle Siegbedingungen gibt, im Nuklearkrieg sollen wir etwa drei Stadtstaaten erobern, bis zum Rundenlimit die meisten Panzer bauen oder die meisten Städte mit Atombomben plätten. Blöd allerdings, dass im Spiel selbst nur der Stadtstaat-Sieg genauer erklärt wird. Bei den anderen Siegbedingungen steht zwar, wer führt - aber nicht, was man dafür tun muss.

Unsere Testpartien im Internet (es gibt auch einen Netzwerk- und einen Hotseat-Modus) liefen bislang erfreulich stabil - nur einmal erlebten wir einen Absturz, der sich aber nicht reproduzieren ließ und womöglich am Rechner selbst lag. Partien können wir übrigens jederzeit abspeichern, um mit diesem Spielstand später wieder einzusteigen.

Die Wissenschafts-Überholspur

Eine Atombombe möchte natürlich erst erforscht werden. Vorhang auf für das Forschungssystem, das von den neuen Heureka-Momenten profitiert: Für jede Technologie gibt's kleine, mehr oder minder passende Ziele, die ich erfüllen kann, um die Forschung um satte 50 Prozent zu beschleunigen. Zum Beispiel soll ich für den Astronomie-Boost eine Universität neben einem Berg bauen, für den Stahl-Boost eine Kohlemine buddeln.

Generell genießen kriegerische Staatschefs eher militärische Forschungsboni, Pazifisten eher wirtschaftliche und kulturelle. So schalte ich vor allem anfangs viele Eierkopf-Beschleuniger quasi im Vorbeigehen frei, als schöne Belohnungen zwischendurch. Manchmal aber weiche ich auch von meiner Standardstrategie ab, um sie zu bekommen: Moment, ich brauche nur einen weiteren Bogenschützen, um den Maschinenbau schneller zu erforschen? Spannt die Sehnen, Männer!

... und Raketen ... und Raketen
Atombomben ... Atombomben ...

Atombomben gibt’s in zwei Varianten, groß und klein.

Umgekehrt wähle ich die nächste Technologie schon mal danach aus, welche Boosts ich schon habe - wäre ja Verschwendung, die nicht zu nutzen. Ich klicke mich also nicht immer auf demselben Standardpfad durch den Technologiebaum, sondern weiche auch mal ab und passe mich den Umständen an. Das wirkt nicht unbalanciert, sondern dynamisch, weil ich ja trotzdem die Technologien bekomme, die ich brauche - etwa militärische, wenn ich gerade kämpfe.

Und falls doch mal ein wichtiger Boost fehlt, dauert's zwar länger, aber das ist auch kein Beinbruch. Zumal ich ja hätte vorausplanen können, um ihn zu bekommen - eine tolle Neuerung! Nur wer auf einer Mini-Insel am Polarkreis startet, kann richtig ins Hintertreffen geraten, doch das war in Civ schon immer so. Zumal die KI auf den höchsten Schwierigkeritsgraden wieder so heftige Rohstoffboni bekommt, dass es ohnehin egal ist, wo ich beginne - ich liege schnell zurück.

Die deutsche Übersetzung
Die deutsche Version von Civilization 6 ist solide übersetzt - nicht mehr, nicht weniger. Bei den vorgelesenen Vorstellungen der Anführer und Völker in den Ladebildschirmen wurden einige Texte im Deutschen gestrafft, die englischen Fassungen sind ausführlicher. Außerdem begegnen uns hin und wieder kleinere Stilblüten, aber keine schlimmen. Solide eben.

Tugend forscht

Die insgesamt 67 naturwissenschaftlichen Technologien sind zwar zwölf weniger als in Civilization 5 - aber das macht nix, weil es nun noch einen zweiten Forschungsbaum gibt! Darin schalte ich mit gesammelten Kulturpunkten insgesamt 50 Sozialpolitiken frei, darunter geisteswissenschaftliche Fortschritte wie den Humanismus, Kulturgüter wie die Oper oder Militärdoktrinen à la »Verbrannte Erde«.

Auch hier kann ich Booster-Ziele erfüllen, beispielsweise entdecke ich den »diplomatischen Dienst« schneller, nachdem ich ein Bündnis mit einer anderen Nation geschlossen habe. Anders als ihre naturwissenschaftlichen Vettern bringen die Geistesfortschritte aber nicht nur neue Einheiten, Gebäude und Boni, sondern auch zusätzliche Regierungsformen und Entscheidungskarten für das Politiksystem von Civilization 6.

Die Geschichte der Rundenstrategie (Plus-Reportserie)

Das ähnelt einem Pokertisch, auf dem ich politische »Spielkarten« in vier Kategorien auslege: militärische, wirtschaftliche, diplomatische sowie Joker. Jede Karte bringt Boni, beispielsweise Rabatte auf bestimmte Truppengattungen, erhöhte Produktion in Industriegebieten, zwei weitere Aufladungen für Bautrupps oder mehr Gold von verbündeten Stadtstaaten. Auf Jokerplätzen kann ich grundsätzlich alles ablegen, oder ich wähle Spezialkarten, die Große-Persönlichkeiten-Punkte bringen.

Und weil ich immer deutlich mehr Karten als Legeplätze habe, muss ich gut überlegen, was ich momentan am dringendsten brauche. Etwa stärkere Handelsrouten oder eine schnellere Produktion von Siedlern. Wie viele Plätze pro Sorte zur Verfügung stehen, hängt von meiner Regierungsform ab, zehn davon gibt's insgesamt, von der antiken Republik bis zum Faschismus.

Politik als Kartenspiel: Wir wählen militärische, wirtschaftliche und diplomatische Boni über Spielkarten, die Anzahl der Legeplätze hängt von unserer Regierungsform ab. Politik als Kartenspiel: Wir wählen militärische, wirtschaftliche und diplomatische Boni über Spielkarten, die Anzahl der Legeplätze hängt von unserer Regierungsform ab.

Das Großartige an diesem System ist seine Flexibilität: Ich kann Regierungsform und Politikkarten jederzeit wechseln, um sie an die aktuelle Lage anzupassen. Kostenlos ist das aber nur, nachdem ich gerade eine neue Sozialpolitik entdeckt habe, ansonsten bezahle ich Gold.

Und wieder eine knifflige Entscheidung: Wenn mir Theo Roosevelt und seine Amerikaner den Krieg erklären, soll ich dann das Geld investieren, um meine wirtschaftliche Joker-Karte gegen eine militärische auszutauschen? Oder gar von der Republik zur Oligarchie zu wechseln, die mehr Plätze für Militärkarten bietet und zudem die Kampfkraft aller Einheiten steigert? Zugleich sollte ich nicht allzu unüberlegt zwischen den Staatsformen hin und her springen, denn je länger eine Regierung stabil bleibt, desto höhere Boni wirft sie ab.

Die Handelsrepublik etwa verbilligt den Sofortkauf von Einheiten alle 15 Runden um ein weiteres Prozent, bis maximal 15 Prozent. Der Clou: Dieser Bonus bleibt die restliche Partie über erhalten, auch unter anderen Regierungen. Und obwohl es die Ideologien aus Civ 5 in dieser Form nicht mehr gibt, genießen Anhänger derselben Staatsform auch noch bessere diplomatische Beziehungen. Da sage noch einer, Entscheidungen in Civ 6 seien leicht!

Civilization 6 - Hinter den Kulissen beim Anspiel-Event 15:35 Civilization 6 - Hinter den Kulissen beim Anspiel-Event

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