Counter-Strike will Gesundheit seiner Profis besser schützen - mit neuen Ranking-Regeln

Um zu vermeiden, dass CS-Profis trotz Krankheit spielen müssen, um ihren Rang zu behalten, ändert die CSPPA jetzt das Ranking-System.

von Stephanie Schlottag,
17.08.2020 11:18 Uhr

Profi-Spieler sollen in Counter-Strike nicht länger ihre Gesundheit aufs Spiel setzen. Profi-Spieler sollen in Counter-Strike nicht länger ihre Gesundheit aufs Spiel setzen.

Spielen trotz Krankheit - das soll Counter-Strike-Profis in Zukunft erspart bleiben. Um die Spieler besser zu schützen, verkündete die Counter-Strike Professional Player's Association (CSPPA) Änderungen am Ranking-System. »Die Spiel-Pause sollte nicht die einzige Pause sein, die Spieler bekommen«, heißt es. Das komplette Statement veröffentlichte die Vereinigung bei Twitter:

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Was ist das Problem?

Vor den Regeländerungen seien Profi-Spieler oft dazu gedrängt worden, trotz Krankheit, Verletzungen oder Stressbelastung möglichst viele Matches zu absolvieren. Wer das nicht tat, verlor seinen Rang - der wiederum spielt in einer professionellen Karriere natürlich eine wichtige Rolle. Laut CSPPA hängt das Gehalt von 75 Prozent aller Profis direkt von ihrem Ranking ab.

In der Vergangenheit kam es bereits zu einigen Vorfällen. Im Mai 2020 gab der Profi Lukas »gla1ve« Rossander eine dreimonatige Pause bekannt, weil er unter Burnout und Stress litt. Seine Ärzte hätten ihm deswegen eine längere Auszeit nahegelegt.

Deutlich schlimmer endeten gesundheitliche Probleme für den brasilianischen Profi Matheus »bruttJ« Queiroz. Er verstarb im Dezember 2019 im Alter von 19 Jahren nach einer Hirninfektion. Seine Familie reichte Klage gegen seine Esport-Teams ein, weil sie ihn gezwungen hätten, trotz starker Kopfschmerzen und Übelkeit weiterzuspielen. Beide Teams wiesen die Anschuldigungen zurück, das Verfahren hat bisher noch nicht begonnen.

Die Gesundheit von Profispielern sicherzustellen, ist eine der Hauptaufgaben der CSPPA. In der offiziellen Pressemitteilung zu den neuen Regeln schreibt Profi Markus »Kjaerbye« Kjærbye dazu:

"Ich glaube, dass Rankings unsere mentale Gesundheit beachten müssen und dass geschütztes Ranking eine wirklich gute Veränderung für die Szene ist. Es ist wichtig, die Teams zu beschützen und keinen zusätzlichen Druck auf die Person auszuüben, die verletzt ist oder Probleme mit ihrer mentalen Gesundheit hat."

Was ändert sich jetzt?

Bei den neuen Regeln für das CSPPA World Ranking geht es vor allem um einen Punkt: Der Rang eines Spielers soll nicht mehr so leicht verfallen, wenn er aus gesundheitlichen Gründen nicht an Turnieren oder Matches teilnehmen kann. So soll das umgesetzt werden:

  • Geschützte Rankings werden eingeführt, die sicherstellen sollen, dass ein Spieler nicht deswegen im Rang abrutscht, weil er wegen Krankheit, Verletzung oder Burnout nicht spielen kann.
  • Die Teilnahme an Turnieren wird limitiert und die Veranstaltungen dürfen nicht mit den Zeiten von Spielpausen kollidieren.
  • Das Ranking-System soll transparenter werden. Das entsprechende Regelwerk ist öffentlich einsehbar.
  • Außerdem sollen die Ranglisten inklusiver und dynamischer werden. Dazu soll die CS-Community mithelfen: Die CSPPA bittet um Input.

Das Komitee will auch zukünftig Änderungen durchsetzen, um die Gesundheit der Profis besser zu schützen. Das aktuelle CS-Ranking könnt ihr hier einsehen.

Mehr zum Thema, wie Zocken eurer Gesundheit schaden kann und was ihr dagegen tun könnt, lest ihr in unserem großen Plus-Ratgeber.

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