Das Ende des Mining-Booms - Grafikkarten-Nachfrage eingebrochen

Nach Rekordquartalen wird für AMD, Nvidia und die Grafikkartenhersteller für den Rest des Jahres ein deutlicher Umsatzrückgang erwartet – die Nachfrage an Grafikkarten für das Krypto-Mining ist zusammengebrochen.

von Florian Klein,
23.05.2018 13:06 Uhr

Weil die Nachfrage der Krypto-Miner nach Grafikkarten im April stark eingebrochen ist, haben sich die Preise bei vielen Modellen wieder dem Niveau von vor einem Jahr angenähert.Weil die Nachfrage der Krypto-Miner nach Grafikkarten im April stark eingebrochen ist, haben sich die Preise bei vielen Modellen wieder dem Niveau von vor einem Jahr angenähert.

Laut dem Branchendienst Digitimes ist die Nachfrage nach Grafikkarten für Mining-Zwecke im April zusammengebrochen. Das wird sich voraussichtlich für den Rest des Jahres 2018 deutlich auf die Umsätze von AMD und Nvidia sowie der Grafikkartenhersteller auswirken.

Nvidia hatte im ersten Geschäftsquartal 2018 (bis 29. April) noch einen Rekordumsatz von 3,21 Milliarden US-Dollar gemeldet hat, ein Wachstum um 66 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und um 10 Prozent über dem vorherigen Quartal. AMD hatte im ersten Quartal 2018 mit 1,24 Milliarden US-Dollar ebenfalls ein Umsatzwachstum von 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu verzeichnen.

Bei den Grafikkartenherstellern Asus, MSI, Gigabyte und TUL (Mutter von Powercolor) sah es ähnlich aus, alle konnten Rekordumsätze und Gewinne in den ersten Monaten dieses Jahres einstreichen. Gigabyte etwa machte laut Digitimes fünf Mal so viel Gewinn (53,75 Millionen US-Dollar) wie im Vorjahresquartal und immer noch 91 Prozent mehr als im Vorquartal.

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Mining-Nachfrage eingebrochen

Verursacht durch den Kursverfall von Kryptowährungen wie Etherium, die den Mining-Boom mittels Grafikkarten maßgeblich verursacht hatten, und den damit einhergehenden Einbruch der Grafikkartennachfrage im April, sinken jetzt bereits die vermeldeten Geschäftszahlen.

So fiel der Umsatz von TUL, der größtenteils vom Verkauf von Powercolor-Grafikkarten (ausschließlich Radeons) bestimmt wird, im April um 80 Prozent gegenüber dem Vormonat. Bei den anderen Herstellern wie Asus, MSI und Gigabyte sei der Umsatzrückgang durch Grafikkarten laut Digitimes nicht so exakt zu spezifizieren, da diese auch eine Vielzahl anderer Komponenten wie Mainboards, Notebooks und so weiter verkaufen.

Zuvor hatten sowohl AMD als auch Nvidia vor zurückgehenden Umsätzen für den Rest des Jahres gewarnt und laut Digitimes erwarten auch Quellen in der Industrie zumindest ein Nachlassen des Ansturms, wenn nicht sogar spürbar fallende Umsätze mit Grafikkarten für den Rest des Jahres.

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Wenig Nachfrage aus dem Gaming-Markt?

Digitimes zu Folge gehen die Insider davon aus, dass auch der im Juli erwartete Release von Nvidias Geforce GTX 1100-Generation sowie der ebenfalls in diesem Zeitraum vermutete Refresh von AMDs Radeon RX-500-Serie daran aufgrund hoher Preise, angeblich geringer Nachfrage aus dem Gaming-Markt sowie unsicherer Zukunft des Mining-Segments nicht viel am Umsatzrückgang für den Rest des Jahres ändern wird.

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Allerdings sind Vorhersagen dieser Art unserer Meinung nach mit Vorsicht zu genießen, genauso schnell wie der Kurs einer Kryptowährung einbricht, kann er auch wieder steigen. Und wie groß die Nachfrage aus dem Gaming-Markt nach Geforce GTX 1100 und Radeon-Refresh letztendlich sein wird, hängt unter anderem von deren letztendlicher Leistung, der Verbreitung von höher als Full HD auflösender TFTs mit mehr als 60 Hertz und den Hardware-Anforderungen kommender Spiele (eventuell mit teilweiser Raytracing-Unterstützung für die Beleuchtung) ab.

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