Jetzt mit Plus alles auf einer Seite lesen

Jahres-Abo
4,99€

pro Monat

12 Monate

Günstigster Preis
Zugang zu allen exklusiven Artikeln, Videos & Podcast-Folgen
Werbefreiheit auf GameStar.de & GamePro.de
Auf geht's
Quartals-Abo
5,99€

pro Monat

3 Monate

14% gegenüber Flexi-Abo sparen
Zugang zu allen exklusiven Artikeln, Videos & Podcast-Folgen
Werbefreiheit auf GameStar.de & GamePro.de
Auf geht's
Flexi-Abo
6,99€

pro Monat

1 Monat

Monatlich kündbar
Zugang zu allen exklusiven Artikeln, Videos & Podcast-Folgen
Werbefreiheit auf GameStar.de & GamePro.de
Auf geht's

Death Stranding im Test - Überzeugt der PS4-Hit auch auf dem PC?

Hideo Kojimas Paketbotensimulation war 2019 einer der großen PlayStation-Hits. Wie schlägt sich die PC-Version des Action-Adventures?

von Florian Zandt,
13.07.2020 16:00 Uhr

Mit Baby im Arm machen wir uns auf den Weg in die Welt von Death Stranding. Mal sehen, wie sich das kuriose Adventure auf dem PC schlägt. Mit Baby im Arm machen wir uns auf den Weg in die Welt von Death Stranding. Mal sehen, wie sich das kuriose Adventure auf dem PC schlägt.

Hideo Kojima ist ein Genie. Das behaupten zumindest Fans seiner Spiele, vom ersten Metal Gear bis zum PS4-Titel Death Stranding, der reihenweise Preise einheimste. Der Kult um seine Person erklärt vielleicht auch, warum er über seine Projekte in jeder Hinsicht die schützende Hand hält. Die PC-Version von Death Stranding ist da keine Ausnahme.

Bei den Testvorgaben (siehe Kasten) könnte man denken, der Port des Konsolentitels wäre endlich die Spieleoffenbarung, die viele Spieler bereits 2019 von der PS4-Fassung erwartet hatten. Dabei ist das Action-Adventure auf dem Rechner zu 99 Prozent das identische Spiel.

Wir übernehmen die Rolle von Sam Porter Bridges, der vom »The Walking Dead«-Star Norman Reedus gespielt wird. Bridges ist freischaffender Paketbote und liefert in den USA der nahen Zukunft Waren von A nach B. Das wird dadurch erschwert, dass die Welt durch apokalyptische Ereignisse einem Trümmerfeld gleicht. Nach dem Tod der letzten Präsidentin des Landes wird Bridges von der gleichnamigen Firma damit beauftragt, die im Land verstreuten Enklaven an ein gemeinsames Netz anzuschließen, die Vereinigten Staaten wieder zusammenzubringen, und seine Adoptivschwester Amelie von der Westküste nach Hause in den Osten zu holen.

Die Kojima-Klausel

Damit wir den Test pünktlich zum Release für euch fertig bekommen, haben wir vorab eine Testversion vom Entwickler Kojima Productions bekommen. Diese konnten wir nur in einem zeitlich begrenzten Rahmen von zehn Tagen spielen - was aber für einen Umsetzungstest wie diesen problemlos ausreicht. Eine weitere der an diese Version geknüpften Bedingungen war es, keine eigenen Screenshots für den Test zu machen. Deshalb findet ihr in diesem Artikel ausschließlich Bilder vom Hersteller, welche die grafische Qualität des Titels allerdings adäquat widerspiegeln.

Die Moral mit dem Holzhammer

Die zugrundeliegende Geschichte, die von zahlreichen Einträgen im Wissensarchiv des Spiels unterfüttert wird, ist erstaunlich vielschichtig. Unerwartete Wendungen und komplexe, von Hollywood-Stars dargestellte Charaktere können aber nicht von der eher simplen Hauptaussage ablenken: Alleine versagen wir, zusammen überleben wir. Eine an sich schöne Idee. Allerdings tritt Death Stranding diese schon in den ersten Spielminuten so breit, dass wir uns während der langatmigen Zwischensequenzen nur noch die Ohren zuhalten wollten - vor allem, weil die Mini-Filmchen nicht übersprungen werden können.

Wenn unser Held entdeckt wird, folgt ein Bosskampf gegen ein GD-Monster. Wenn unser Held entdeckt wird, folgt ein Bosskampf gegen ein GD-Monster.

Einen ähnlichen Skip-Knopf hätten wir uns für die Action-Sequenzen gewünscht. Auf unserer Reise durch die wirklich atemberaubende, frei erkundbare Welt begegnen wir unterschiedlichsten Gegnertypen. Um die Gestrandeten Dinge (kurz GD) müssen wir mit Hilfe unseres »Bridge Babys«, eine Art GD-Detektor, möglichst leise herumschleichen. Werden wir entdeckt, startet ein Bosskampf und das umliegende Gebiet wird durch einen Leersturz in einen unpassierbaren Krater verwandelt.

Dann wären da noch die Mules, abtrünnige Lieferboten, die es auf unsere Fracht abgesehen haben. Und dann gibt es noch Terroristen, die uns einfach nur umlegen wollen. Im Fall der menschlichen Gegner können wir zwar auch davonlaufen, das Spiel zwingt uns aber an manchen Stellen zu lahmen Third-Person-Shooter-Passagen, die auch in den Bosskämpfen nicht wirklich spannender werden.

10 Punkte Wertungsunterschied zu GamePro?

Kaum ein Spiel der letzten Zeit dürfte so stark polarisieren wie Death Stranding. Die einen feiern es als Geniestreich, die anderen können in keinster Weise nachvollziehen, was an einer ebenso mühsamen wie endlosen "Sammel- & Lieferquest" samt exorbitant langer Zwischensequenzen so toll sein soll. Für uns liegt die Wahrheit in der Mitte. Wir halten Death Stranding für ein gutes und interessantes Spiel mit einer außergewöhnlichen Atmosphäre, aber keinesfalls für einen herausragenden Titel, der eine hohe 80er-Wertung verdient. Unsere geschätzten Kollegen sind da anderer Meinung und finden Death Stranding deutlich besser als wir es tun. Was auch absolut okay ist, wir mögen uns trotzdem.

Falls ihr also vor eurer eigenen Kaufentscheidung noch eine zweite und positivere Meinung zum Kojima-Spiel lesen wollt, können wir euch den GamePro-Test zu Death Stranding nur wärmstens ans Herz legen. Oder das Testvideo auf Basis der Konsolenversion.

Death Stranding - Test-Video zum Kojima-Blockbuster auf Basis der PS4-Version 17:23 Death Stranding - Test-Video zum Kojima-Blockbuster auf Basis der PS4-Version

Kann Pakete liefern Spaß machen?

Interessanter ist da schon die Durchquerung der widerspenstigen Natur. Ob weitläufige Wiesen, schneebedeckte Gipfel oder sandige Vulkangebiete: Den größten Spaß hatten wir dabei, unsere Route von Bunker zu Bunker zu planen, dem Zeitregen auszuweichen, der unsere Frachtcontainer beschädigt, und auch einfach mal ein Päuschen an einem reißenden Fluss einzulegen. Das ist teilweise auch nötig, denn manche unserer Frachtstücke haben enorme Ausmaße, die Schlepperei ist entsprechend anstrengend.

Zum Glück kann Bridges Container, Kisten und Konsorten relativ hoch auf seinem Rücken stapeln. Je höher der Turm, desto eher kommen wir allerdings ins Straucheln und müssen uns durch Halten der linken oder rechten Maustaste in die eine oder andere Richtung lehnen, um unser Gleichgewicht zu halten. Hier passen Message und Mechanik gut zusammen: Ein Paket mit 100 Kilo Keramikplatten an Gegnern vorbei über Berggipfel und durch Flüsse zu transportieren ist anstrengend und ermüdend. Genau so anstrengend und ermüdend, wie Menschen zusammenzubringen, die den Glauben an die Gemeinschaft verloren haben.

Die Plünderer wollen unserem Helden an die Ladung, mit den »Blumen« auf dem Rücken orten sie ihn. Die Plünderer wollen unserem Helden an die Ladung, mit den »Blumen« auf dem Rücken orten sie ihn.

Haben wir unsere Ware aber erst mal von Punkt A nach Punkt B transportiert, sind die Empfänger meist doch so dankbar, dass wir sie direkt ans sogenannte chirale Netz anschließen dürfen. Dann können wir uns in den größeren Einrichtungen in unserem privaten Raum ausruhen. Dadurch regenerieren wir Ausdauer und Lebensenergie, können einen Blick auf unser Equipment werfen, duschen und die Toilette aufsuchen und uns völlig deplatzierte Energydrinks einer bekannten Marke hinter die Binde kippen.

In kleineren Bunkern dürfen wir zumindest eine mit jedem erfüllten Auftrag wachsende Menge an Gegenständen herstellen. Ob robustere Stiefel, Blutgranaten gegen GDs, Aktivskelette (die uns mehr Ladung tragen lassen) oder nützliche Fahrzeuge wie Trucks oder motorisierte Dreiräder: Das Arsenal an Hilfsmitteln in Death Stranding ist gigantisch und die Möglichkeiten, die Welt zu durchqueren, nahezu unendlich.

Abe Kobo?

Es ist kein Zufall, dass Death Stranding mit einem Zitat des japanischen Schrifstellers beginnt. Abe wurde 1924 in Tokyo als Abe Kimifusa geboren und schrieb Essays, Romane und Theaterstücke in der Tradition des magischen Realismus und des Surrealismus. Laut Kojima gehören seine Kurzgeschichten »Bou« (»Der Stock«) und »Nawa« (»Das Seil«) zu den wichtigsten Inspirationen für die Themen in Death Stranding.

Gemeinsam gegen die Langeweile

Noch mehr Möglichkeiten eröffnen sich durch die Online-Funktionen, die dem asynchronen Mehrspielermodus von Dark Souls ähneln. Haben wir ein Gebiet an das chirale Netz angeschlossen, sehen wir die Konstruktionen anderer Spielerinnen und Spieler. Dazu gehören beispielsweise Leitern, Generatoren (mit denen wir Fahrzeuge und Ausrüstung aufladen können) oder Brücken über Flüsse und Schluchten.

Wenn viele Spieler zusammenhelfen, sind auch größere Verkehrsprojekte wie diese Straße möglich. Kooperation lohnt sich also. Wenn viele Spieler zusammenhelfen, sind auch größere Verkehrsprojekte wie diese Straße möglich. Kooperation lohnt sich also.

Außerdem dürfen wir Hinweisschilder hinterlassen und an bestimmten Punkten Material für den Bau von Highways spenden, was allen zugute kommt und die Fortbewegung leichter macht. Das Gemeinschaftsgefühl, das dadurch hervorgerufen wird, ist tatsächlich relativ einzigartig. Anders als bei Dark Souls fühlten wir uns im Test nicht in die Irre geführt, sondern unterstützt. Eben so, als würden alle an einem Strang ziehen. Ein neues Genre, wie es Hideo Kojima so gerne behauptet, entsteht daraus aber nicht.

Was kann Death Stranding am PC wirklich?

All die bisher aufgezählten Spielelemente gab es freilich auch schon in der PlayStation-Version des Spiels. Was also hat sich am PC geändert? Zuallererst: Death Stranding läuft schon mit einer GTX 1060 in Full HD mit absolut flüssigen 60 Frames pro Sekunde, was an der relativ genügsamen Engine liegen dürfte. Außerdem bedient sich das Spiel der DLSS 2.0-Technologie, die Kantenglättung auf eine neue Stufe hebt und gerade in den kleinen Details für weitaus mehr Schärfe sorgt.

Death Stranding verstehen - 13 Tipps, die ihr für den Start braucht 6:59 Death Stranding verstehen - 13 Tipps, die ihr für den Start braucht

Dafür braucht ihr allerdings eine Grafikkarte der RTX-Reihe von NVIDIA. Trotz des Grafikbombasts kommt es an manchen Stellen immer noch zu merkwürdigen Animationsglitches. Klettern wir beispielsweise eine steile Felswand hinauf, bleibt Sam gerne mal in der Landschaft hängen oder ruckelt unschön an den Kanten herum.

Die zweite angepriesene Neuerung ist ein Crossover mit der legendären Half-Life-Reihe. In der Praxis ist allerdings auch dieser Bonusinhalt absolut unbefriedigend. Mehr als Skins für unseren Truck, eine Headcrab-Kopfbedeckung oder eine Kassengestell-Brille als Accessoire für Bridges ist leider nicht drin. Spannende Missionen? Fehlanzeige.

Die Geheimnistuerei und die strengen Einschränkungen rund um die Veröffentlichung des Spiels wären aus unser Sicht jedenfalls nicht nötig gewesen. Abgesehen von grafischen Details, einem flüssigeren Spielerlebnis und unnötiger Cross-Promotion mit Valve bietet Death Stranding auf dem PC keine neuen Eindrücke. Wer die PS4-Version kennt, kann sich die PC-Umsetzung sparen.

1 von 3

nächste Seite


zu den Kommentaren (589)

Kommentare(589)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.

Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen oder schließen