»Müll. Müll. Noch mehr Müll. Ein Leben in Ordnung und Zufriedenheit? Ach nein! Es ist Müll.«
Dieses Zitat spielt in meinem Kopf, jedes Mal wenn ich an einer Müllanlage vorbeifahre – was erstaunlich oft vorkommt, weil mich mein Ehrenamt dorthin führt. Aber das ist eine andere Geschichte. Viel spannender: Das Spiel, aus dem die poetischen Worte stammen, ist gerade gratis bei Steam!
Mit Deponia bekommt ihr eins der besten, schrägsten und liebenswertesten Adventures aus Deutschland kostenlos. Wer es bis heute verpasst hat (immerhin ist das gute Stück inzwischen 14 Jahre alt), sollte es sich definitiv schnappen. Denn hinter dem lustigen Rätselspiel steckt ein echtes Story-Juwel.
Deponia, meine alte Liebe!
2012 war ja alles noch ganz anders. Point&Click war noch lange nicht die winzige Nische, die es heutzutage ausfüllt. Im Radio lief ein brandneuer Song namens Gangnam Style. Eine Kugel Eis kostete einen Euro. Daedalic entwickelte noch selber Spiele, und im September brachten sie mit Deponia den Anfang ihrer größten Adventure-Reihe heraus.
Der Planet, auf dem Protagonist Rufus und seine Freunde – oder sagen wir eher Bekannte – leben, versinkt im Müll. Die Menschen auf Deponia bauen sich Häuser aus Müll, arbeiten im Müll, schlafen im Müll und essen Müll. Nur wer weit über allem im sagenhaften Elysium wohnt, führt ein angenehmes Leben. Dort kommen Normalsterbliche wie der verschlagene Rufus aber nie hin. Oder doch?
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Deponia - Unser Test-Video zum Schrottplatz-Adventure
Rufus will sich selbst in den Orbit katapultieren, um seinem schrottigen Leben zu entkommen. Er ist alles andere als ein sauberer Held: Er klaut, manipuliert, jammert, versagt und geht jedem auf die Nerven. Doch dann begegnet er der Elysianerin Goal, die er spontan aus einer Notsituation rettet. Na gut, er gibt zumindest sein Bestes. Nun will er Goal zurück nach Hause bringen, denn er sieht sie als sein goldenes Ticket. Allerdings zeigt sich schnell, dass auch in Elysium gar nicht alles aus Zuckerwatte ist…
Ich liebe das Setting von Deponia, und noch mehr, was die Entwickler daraus für eine Story erschaffen haben. So viele liebevolle Easter Eggs oder einfach interessante Details, die in den handgezeichneten Umgebungen stecken. Eine Kunst, die ich angesichts von KI-Müll heute noch viel mehr zu schätzen weiß als damals.
Das Spiel besteht aus Erkundung, Dialogen, Videosequenzen und natürlich Rätseln. Für die verschiebe ich Zielrohre, tausche Tauben nach Gewicht, suche fehlende Ersatzteile, braue Kaffee aus Chilischoten und Schwarzpulver. Was man eben in Point&Click-Adventures so anstellt.
Spielfigur Rufus balanciert immer auf dem schmalen Grat zwischen nervtötend und liebenswert, fällt mal auf die eine oder die andere Seite, ist dabei aber immer lustig. Die Vertonung ist herrlich, es wird leidenschaftlich gesungen, gebrüllt, gegiggelt, ge-droggelbechert – die Bedeutung davon lernt ihr, wenn ihr das seltenste Achievement erringen wollt. Hier strömt das Erbe von LucasArts durch die Venen des Spiels.
Hier geht's direkt zur Aktion im Steam StoreBei uns im Test gab’s damals eine Wertung von 88, einen Gold-Award und eine Auszeichnung für die Atmosphäre. All das hält sich bis heute wunderbar. Klar sind manche Gags ein bisschen ausgenudelt, aber unterhaltsam bleibt Deponia dennoch. Das gilt auch für die drei Nachfolger, die gerade bei Steam alle je 2 Euro kosten.
Die Kostenlos-Aktion bei Steam läuft noch bis zum 16. März 2026. Wenn ihr euch Deponia während dieser Zeit in die Bibliothek packt, bleibt es dort anschließend für immer stehen. Das Spiel ist auch wunderbar mit dem Steam Deck oder anderen Handhelds mit Steam OS kompatibel. An Spielzeit erwarten euch 10 bis 12 Stunden – je nachdem, wie schlau ihr euch bei den teils knackigen Puzzles anstellt.

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