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Seite 2: Der Herr der Ringe Online: Wieso sich ein Einstieg 2021 mehr denn je lohnt

Probleme der Zukunft

Ihr merkt, HdRO liegt mir sehr am Herzen. Das Spiel begleitet mich nun schon seit 15 Jahren, und damit fast die Hälfte meines Lebens, durch alle Stimmungslagen, Erfolge, Misserfolge und Schicksalsschläge. Aber nicht jeder verzeiht durch seine Liebe zu Herr der Ringe so viel, weshalb ich auch die Schwächen nicht verschweigen möchte.

Denn HdRO hat nicht nur ein Problem, es hat so einige. Und manche davon könnten für euch ein No-Go sein wenn es darum geht, ob ihr dem Spiel eine Chance geben möchtet und damit auch langfristig Spaß hättet. Ausgerechnet in vielen Kernkompetenzen eines MMORPGs versagt HdRO. Daher folgen nun als Gegengewicht drei Problemzonen, die in Zukunft eure Nerven strapazieren könnten:

Das Balancing funktioniert mehr schlecht als recht

Das erste Relikt aus der Vergangenheit, das den Entwicklern heute mehr und mehr Kopfzerbrechen bereitet, ist die Spielbalance. Viele Hintergrundsysteme wurden vor Urzeiten nicht so entworfen, dass man sie gut weiterentwickeln kann. Das wirkt sich auch auf das Balancing aus. Am Anfang ist das Spiel kinderleicht, in Mordor plötzlich bockschwer, später wieder gähnend einfach, und so weiter.

Auch das Skill-System ist bestenfalls zweckmäßig. Erhaltene Punkte verteilt ihr auf drei Fertigkeitsbäume. So erhaltet ihr neue Fähigkeiten und passive Boni. Aber auch hier tauchen immer wieder Probleme mit dem Balancing auf. Eine Klasse ist unverhältnismäßig stark, während eine andere nicht einmal mehr in Instanzen mitgenommen wird, weil sie zu schwach ist. Ein Update später sind die Rollen vertauscht - die Entwickler bessern nur noch nach, ohne die zugrundeliegenden Probleme anzugehen und das marode System nachhaltig zu überarbeiten.

Tolkiens sagenhafte Fantasywelt kehrt nächstes Jahr übrigens auch auf den Bildschirm zurück. Alles zu Amazons ambitionierter Serie rund um das Zweite Zeitalter findet ihr hier:

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Das Spiel ist nichts für Raid-Gilden

Egal, ob WoW, Elder Scrolls Online oder Final Fantasy 14 - in jedem dieser Genre-Kollegen dürftet ihr glücklicher werden, wenn ihr Bock auf richtig anspruchsvolle Endgame-Inhalte habt, die ihr zusammen mit eurer Gilde Stück für Stück meistert, um am Ende fette Beute einzusacken.

HdRO hat Instanzen und auch groß angelegte Raids, doch das ist nicht der Fokus des Spiels. Mehr und mehr mausert sich das MMO zu einer Einzelspieler-Erfahrung, in der ihr optional auch Gruppeninhalte mit anderen Leuten erleben könnt. Wer die meiste Zeit in einer Gruppe spielen möchte, wird hier wahrscheinlich nicht glücklich.

Das PvP ist ein Witz

Die Schwächen beim Balancing sind auch ausschlaggebend dafür, dass das PvP in HdRO kaum noch Spaß macht. Zur Erklärung: Um die Tolkien-Lore zu wahren, können eure wackeren Heldenfiguren nicht gegeneinander kämpfen. Daher gibt es ein von der restlichen Welt abgetrenntes Gebiet, in dem einige Spieler mit ihren normalen Charakteren kämpfen, während die andere Seite vorrübergehend einen Ork, Warg oder anderes Kreaturenviech übernimmt.

Das klingt auf dem Papier cool, nervt in der Realität aber nur noch. Denn die Balance ist komplett aus den Fugen geraten, Monsterspieler haben einfach keine Chance gegen die übermächtigen Charaktere der freien Völker. Zwar geloben die Entwickler für die nahe Zukunft Besserung in Form eines Updates für das PvP, doch noch bleibt abzuwarten, ob es wirklich hilft.

Okay, kurz durchschnaufen. Im Launch-Trailer zur 2020 erschienenen Erweiterung Krieg der drei Gipfel bekommt ihr einen Vorgeschmack auf die packende Atmosphäre des Spiels:

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Die Technik...

Der wohl größte Schwachpunkt des gesamten Spiels, weshalb ich zu Beginn des Artikels auch den kurzen Schwenk auf die Entwicklungshintergründe eingebaut habe. Reden wir nicht lange um den heißen Brei herum: HdRO ist eine technische Dauerbaustelle! Die Engine stammt in ihren Grundzügen aus dem 2002 erschienenen MMO Asheron's Call 2 und wurde zwar immer wieder modernisiert, aber das Fundament ist dennoch völlig veraltet.

Das Spiel quietscht und knarzt an jeder Ecke. Wenn die Server überfordert sind, was gerne mal vorkommt, steht ihr oft ein paar Sekunden in der Gegend rum oder lauft gegen unsichtbare Gummiwände, die euch immer wieder einige Meter zurücksetzen. Ein mal mehr, mal weniger spürbarer Lag ist allgegenwärtig.

Auch hier gilt: Die Entwickler geben wahrscheinlich ihr Bestes, doch das Grundgerüst kann nicht mehr umfassend überarbeitet werden. Dafür hängen einfach schon zu viele Systeme aneinander, die bei der kleinsten Fehlkonstruktion wahrscheinlich zusammenstürzen würden. Also lässt man lieber alles so, wie es ist, und versucht es mit Spucke und Klebeband. Ihr müsst also viel verzeihen, um HdRO genauso lieben zu können, wie ich.

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