Deutsche Gesetzgeber gehen jetzt härter gegen Lootboxen vor

Änderungen im Jugendschutzgesetz sollen Kinder und Jugendliche besser vor Gefahren bei Internetnutzung und Computerspielen schützen.

von Christian Just,
06.03.2021 15:39 Uhr

Lootboxen sind Jugendschützern schon länger ein Dorn im Auge. Jetzt wurde eine Reform des Jugendschutzgesetzes verabschiedet. Lootboxen sind Jugendschützern schon länger ein Dorn im Auge. Jetzt wurde eine Reform des Jugendschutzgesetzes verabschiedet.

Ein reformiertes Jugendschutzgesetz wurde vom Bundestag verabschiedet. Das Gesetz wurde mit einigen geänderten Abschnitten zuvor vom Bundesfamilienministerium eingebracht. Als Änderungen sollen neue Regulierungen dafür sorgen, dass Kinder und Jugendliche bei Online- und Spielenutzung besser geschützt werden.

Sogenannte Interaktionsrisiken sollen reduziert und für Verbraucher transparenter kenntlichgemacht werden. Um das zu erreichen, fließen künftig Spielsysteme wie Lootboxen und Ingame-Chat in die Vergabe von Alterskennzeichnungen ein. Außerdem soll die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle in Zukunft Verbraucher mit Hinweissymbolen transparenter über verwendete Spielmechaniken wie Lootboxen und Chatsysteme aufklären.

Dadurch soll das Gesetz Kinder- und Jugendliche besser vor glücksspielähnlichen Mechaniken, damit verbundenen Kosten und Beeinträchtigung durch Spielsucht schützen. Auch die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme durch Pädosexuelle soll durch die Reform reduziert werden.

Wie Golem.de berichtet, kommen Experten zu der Einschätzung, dass die neue Gesetzeslage dafür sorgen könnte, dass ansonsten unproblematische Spiele eine Altersfreigabe ab 18 Jahren erhalten.

Was deutsche Entwickler über Lootboxen zu sagen haben, seht ihr im Video:

»Wir schwimmen nicht in Geld, sonst wären wir nicht bei Kickstarter« - Deutsche Entwickler über Spielkosten, Lootboxen & Co. PLUS 30:42 »Wir schwimmen nicht in Geld, sonst wären wir nicht bei Kickstarter« - Deutsche Entwickler über Spielkosten, Lootboxen & Co.

Was könnte die Reform bedeuten?

Gemessen am bisherigen Umgang von Herstellern mit Besonderheiten in der deutschen Gesetzgebung könnten Lootboxen in der jetzigen Form in einigen Spielen aus Deutschland verschwinden. Am Beispiel der hierzulande juristisch problematischen Hakenkreuze in Spielen sieht man, dass Publisher und Entwickler durchaus bereit sein können, Spiele umfänglich überarbeitet auf den deutschen Markt zu bringen.

Ob es aber tatsächlich dazu kommt, muss die Zeit zeigen. Lootboxen befinden sich seit Jahren im Fokus von Gesetzgebern auf der ganzen Welt. Unter anderem forderten bayrische Politiker bereits 2019 eine stärkere Regulierung.

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