Diablo 2 beeinflusst auch Jahre später noch Spiele durch seine bahnbrechnenden Innovationen im Genre. Ausufernde Talentbäume oder farblich klassifizierter Loot sind schließlich auch heute aus vielen (Action)-Rollenspielen nicht mehr wegzudenken. Allerdings überschattet ausgerechnet für den damaligen Chefentwickler David Brevik ein bestimmtes Feature dieses Erbe zumindest ein wenig.
Es sei ihm sogar regelrecht unangenehm, wie er in einem Video-Talk zum 25-jährigen Jubiläum mit Path-of-Exile-Entwickler Chris Wilson zugibt (via PC Gamer). Die Rede ist von der Ausdauerleiste, die eigentlich gut gemeint war, aber für ihn völlig an der Zielgruppe vorbeischoss.
Warum bereut der Chef-Entwickler die Ausdauerleiste in Diablo 2?
Obwohl das Feature gerade später keine große Rolle mehr spielt, empfindet es Brevik zu Spielbeginn als unnötig lästig. Das Stamina leert sich schnell, füllt sich aber nur wieder auf, wenn der Spieler vollkommen still steht. Alternativ hält man die R-Taste oder schlürft einen Ausdauertrank - nervig bleibt es trotzdem. Eine unnötige Strafe für Einsteiger, betont er heute:
Ich hasse die Ausdauerleiste in Diablo 2, es lässt mich jedes Mal zusammenzucken. Es ist völlig irrelevant später im Spiel, aber es bestraft neue Spieler. Quasi eine Neulings-Abgabe.
Für ihn habe die Ausdauerleiste den eigentlichen spielerischen Zweck so komplett verfehlt, weil sie ein Problem angehen wollte, das überhaupt nicht existierte.
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Warum war die Ausdauerleiste überhaupt im Spiel?
Ursprünglich sollte das limitierte Stamina Spieler davon abhalten, dauernd vor Feinden wegzulaufen. Wer das versucht, kommt so schnell aus der Puste. Allerdings glaubt Brevik inzwischen, dass das in einem Spiel wie Diablo 2 ohnehin keinen Sinn ergibt. Denn die Spieler wollen ja kämpfen, um die wertvollen Items einzusacken. Wer nur flüchtet, verpasst den Loot.
Deshalb straft die Ausdauerleiste die Spieler letztlich vor allem dann, wenn sie zum Beispiel große, leere Flächen auf der Karte überqueren wollen, was nicht der Sinn dahinter ist.
Für Wilson kann man die Mechanik heute trotzdem als etwas verstehen, das man meistert und überwindet, weil ihr Einfluss im Spielverlauf stark abnehme. Brevik stimmt dem zu und fügt an, dass es schlussendlich den positiven Effekt hatte, Spieler zum Kämpfen zu motivieren. Trotzdem wünsche er sich rückblickend eine elegantere Lösung.
In späteren Diablo-Teilen spielt die Ausdauerleiste keine große Rolle mehr. Allerdings ist sie auch heute noch weiterhin präsent - zum Beispiel in Action-Rollenspielen wie Elden Ring. Dort verleiht sie den Kämpfen eine weitere Ebene an taktischer Tiefe, indem sie die möglichen Aktionen des Spielers in einem Zeitfenster bewusst begrenzt. Beim Erkunden der Open World ist man aber nicht groß davon beeinträchtigt.
Seid ihr Fans von Ausdauerleisten oder würdet ihr sie am liebsten aus allen Spielen streichen? Schreibt es uns in die Kommentare!

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