Diablo 4 hört auf die Fans und ändert das Skillsystem komplett

Nach den Items wirft Diablo 4 auch sein ursprüngliches Skillsystem über den Haufen. Laut Entwickler war es zu simpel für ausgefeilte Characterbuilds.

von Elena Schulz,
30.09.2020 11:39 Uhr

Das aktuelle Entwickler-Update zu Diablo 4 verrät Neues über Skillsystem, Endgame und mehr. Das aktuelle Entwickler-Update zu Diablo 4 verrät Neues über Skillsystem, Endgame und mehr.

Blizzard hält die Spieler mit vierteljährlichen Updates zu Diablo 4 auf dem Laufenden. Im Herbst-Update kommt jetzt das Skillsystem zur Sprache: Nachdem die Items aufgrund von Fan-Feedback komplett geändert werden, erhält auch das eine Generalüberholung. Laut Entwickler fühlt es sich aktuell zu simpel an und ermöglicht keine komplexen Characterbuilds.

Blizzard reagiert auf Kritik aus der Community

Weil viele Fans Skillsystem und Talente zu seicht fanden, ändert Blizzard das System nun. Lead Systems Designer David Kim stimmt den Spielern zu, dass die Fähigkeiten mehr Tiefe benötigen und beim alten System ein bedeutungsvoller Ansatz fehle, seine Talentpunkte zu investieren.

Einen ersten Eindruck vom überarbeiteten System könnt ihr euch hier verschaffen. Lustigerweise ist der Skilltree nun im wahrsten Sinne des Wortes ein Baum, der in seinen Ästen und Wurzeln Raum für unterschiedliche Sektionen zu aktiven und passiven Fähigkeiten bietet.

Hier seht ihr den Talentbaum für die Zauberin. Während die Äste aktive Skills und Upgrades tragen, findet ihr in den Wurzeln passive Effekte:

So schaltet ihr in Diablo 4 Skills frei

  • Aktive Skills: Im oberen Bereich investiert ihr die Fähigkeitenpunkte, die ihr euch beim Aufleveln verdient. So schaltet ihr neue Skills frei oder Upgrades mit neuen Funktionsweisen für bestehende.
  • Passive Skills: Das schaltet parallel passive Fähigkeitenpunkte frei, die ihr in die untere Sektion des Baums investieren könnt.
  • So funktioniert der Baum: Quadratische Symbole stehen für neue Skills, runde für Erweiterungen und die rot funkelnden Edelsteine dazwischen für neue passive Punkte, die ihr auf dem Weg gewinnt.

Euer Spielstil soll stark davon beeinflusst werden, welchen Verästelungen ihr folgt. Die Wurzeln hingegen stärken euren Charakter unabhängig von bestimmten Skills und stehen eher für allgemeine Verbesserungen.

Kann man alles freischalten? Laut Entwickler könnt ihr auf dem momentanen Stand maximal 30 bis 40 Prozent des Baums bis zum Endgame freigeschaltet haben. Ihr müsst euch also irgendwann für einen Characterbuild entscheiden.

Neue Klassenmechanik für die Zauberin

Abseits vom Skillsystem nimmt das Update noch auf die besonderen Klassenmechaniken Bezug, diesmal konkret im Fall der Zauberin. Zum Barbar war zum Beispiel schon bekannt, dass er als besondere Klassenfähigkeit unterschiedliche Waffen tragen kann und sie im Kampf wechseln darf. Alles Wichtige zu den Klassen erfahrt ihr hier:

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Die Klassen sollen sich so unterschiedlicher spielen und einen Anreiz liefern, öfter mal eine andere auszuprobieren. Die Zauberin erhält nun passenderweise ein Verzauberungs-System als Spezialskill, das euch erlaubt, ihre Talente neben dem aktiven Skill-Slot (für alle Klassen) auch in einem für Verzauberungen zu platzieren. Packt ihr einen Skill da rein, ist er aktiv nicht mehr verfügbar, stärkt aber passiv euren Charakter.

Der Unterschied soll gewaltig ausfallen: Nutzt ihr Meteoriten zum Beispiel aktiv, könnt ihr die feurigen Himmelskörper kontrollieren. Als Verzauberin steuert ihr sie zwar nicht, sie donnern aber von allein in regelmäßigen Abständen auf eure Gegner herab - zumindest auf dem aktuellen Stand. Auch an einer Klassenmechanik für den Druiden arbeitet Blizzard gerade.

Wie sich die Klassen in Aktion spielen, seht ihr in unserer Preview:

Diablo 4 wird anders als gedacht - Gameplay-Video von der Blizzcon 2019 15:31 Diablo 4 wird anders als gedacht - Gameplay-Video von der Blizzcon 2019

Noch tiefer ins Detail geht aber unsere ausführliche Vorschau bei GameStar Plus für die Maurice Diablo 4 auf der BlizzCon gespielt hat. Die basiert natürlich aber auf dem Stand von 2019, als Diablo 4 angekündigt wurde:

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Charakterfortschritt im Endgame

Parallel arbeitet das Team gerade am Endgame, da der Charakterfortschritt hier die zweite große Säule eurer Macht im Spiel darstellt. Auch hier sollt ihr mehr Tiefe und Wiederspielwert geboten bekommen als aktuell in Diablo 3. Gerade Hardcore-Spieler sollen eine langfristige Herausforderung finden.

Weil im Quartalsupdate eine ganze Menge drinsteckt, liefert unser Diablo-Experte Maurice Weber noch eine Einschätzung zu den Neuerungen:


Maurice Weber
@Froody42

Mit jedem neuen Entwickler-Blog geht Diablo 4 einen weiteren Schritt in die richtige Richtung. Was ich auf der BlizzCon gespielt hatte, fühlte sich bereits absolut großartig in Sachen Kampfgefühl an - aber es machte mir auch Sorgen, dass Blizzard in Sachen Tiefgang noch zu sehr bei Diablo 3 blieb und nicht genug von Diablo 2 zurückbrachte. Ich war nicht der einzige mit diesen Sorgen, und es klingt zunehmend, als würde Blizzard tatsächlich auf dieses Feedback hören! Schon der Item-Blog präsentierte einige interessante Ideen, und der neue Skilltree sieht ebenfalls deutlich besser aus als der alte.

Klar, so tief wie etwa Path of Exile wird der immer noch nicht sein. Aber: Ich finde es voll in Ordnung, dass Diablo das nicht sein will. Blizzard setzte immer stärker auf leicht zu lernen, schwer zu meistern, und in ihren besten Spielen war das eine Kernzutat ihres Erfolgsrezepts. Wenn der Baum tatsächlich voller interessanter Boni steckt, ich aber pro Charakter nicht einmal die Hälfte davon freischalten kann, könnte er genau die bedeutsamen Entscheidungen bieten, die es dafür braucht.

Aber mein Highlight ist das Verzauberungs-System - genau sowas fehlte mir beim Anspielen noch für die Zauberin: Ein cleveres und einzigartiges System, das sie von all den anderen Magier-Klassen absetzt, die Diablo bislang hatte. Unterm Strich kann ich nur sagen: Weiter so!

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