50% aufs erste Jahr – nur für kurze Zeit!

50% aufs erste Jahr – nur für kurze Zeit!

Debatte um Divinity: Nach dem Shitstorm rudert Larian in der KI-Frage zurück und erklärt »moralische Grenzen«

Kein Einsatz generativer KI mehr in der Konzeptphase: Larian reagiert auf den Aufschrei tausender Fans und äußert sich nun dazu, wie man in Zukunft mit der Technologie umgehen will.

Divinity wird kein direkter Nachfolger, tritt aber spielerisch dennoch das Erbe von Original Sin 2 und Baldurs Gate 3 an. Divinity wird kein direkter Nachfolger, tritt aber spielerisch dennoch das Erbe von Original Sin 2 und Baldur's Gate 3 an.

»Wir verstehen, dass es Verwirrung ausgelöst hat.« So formuliert es Swen Vincke, CEO von Larian, dem Entwicklerstudio hinter Divinity: Original Sin und Baldur’s Gate 3. Recht mild ausgedrückt dafür, dass das Studio Ende 2025 einen ausgewachsenen Shitstorm auslöste, als Vincke bekannt gab, dass generative KI in der Konzeptphase des neuen Spiels Divinity eingesetzt wird.

Viele Fans vorheriger Titel befürchteten das Schlimmste und warfen Larian vor, gegen die eigenen KI-kritischen Aussagen und oft zur Schau gestellten Moralgrundsätze zu verstoßen. Nun stellt sich das Studio bei Reddit den Fragen der Community und stellt dabei klar: Es gibt klare Grenzen, die sie bei aller Hoffnung für generative KI-Technologien nicht überschreiten würden.

Wie Larian nun mit generativer KI umgeht

Die komplette Aussage von Vincke lautet wie folgt:

Vorweg: Es wird keinerlei generierte KI-Kunst in Divinity vorkommen. Ich weiß, dass es massig Diskussionen über unsere Nutzung von KI-Tools als Teil der Erkundung von Concept Art gab. Wir haben ja schon gesagt, dass das nicht heißt, dass unsere Concept Art von KI generiert wird, aber wir verstehen, dass es Verwirrung ausgelöst hat.

Also, um sicherzustellen, dass es keinen Raum für Zweifel gibt, haben wir entschieden, keine GenKI-Tools während der Concept-Art-Entwicklung einzusetzen. Auf diese Weise kann es keine Diskussionen über den Ursprung der Kunst geben.

Nachdem das ausgesprochen ist, versuchen wir ständig, die Geschwindigkeit zu verbessern, mit der wir Dinge ausprobieren können. Je mehr Iterationen wir durchlaufen können, desto besser ist das allgemeine Gameplay. Wir glauben, dass generative KI dabei helfen kann, also probieren wir Sachen in verschiedenen Abteilungen aus. Unsere Hoffnung ist es, dass es hilft, Ideen schneller zu verfeinern, was zu einem fokussierteren Entwicklungszyklus führt, mit weniger Verschwendung und am Ende zu einem Spiel mit besserer Qualität.

Wichtig zu beachten ist, dass wir keine »kreativen Assets« generieren werden, die in einem unserer Spiele landen, ohne 100 Prozent sicher zu sein, woher die Trainings-Daten stammen und dass die Ersteller dieser Daten einverstanden sind. Falls wir ein GenKI-Modell verwenden, um In-Game-Assets zu erstellen, dann wird es mit Daten trainiert, die uns gehören.

Damit spricht Vincke einen der größten Kritikpunkte vieler Fans an: Die gängigen GenKI-Modelle basieren auf den Werken menschlicher Künstler, die teils ohne deren Zustimmung zu Trainingszwecken verwendet wurden. 

Video starten 3:22 Divinity: Larian enthüllt ihr neues Rollenspiel mit einem Trailer, der für offene Münder sorgt

Auch die Sorge vor KI-Stimmen im Spiel – was wiederum Schauspieler ihre Jobs kosten könnte – beschwichtigt Larian erst einmal. Machine Learning Director Gabriel Bosque schreibt dazu:

Mit über 100.000 Voice Lines, die fürs Spiel geplant sind, aufgenommen von hunderten Schauspielern, und hunderttausende mehr zum Aufnehmen, die am Ende nicht im Spiel landen werden, gibt es nützliche Werkzeuge für uns, um diese mechanische Schwerarbeit zu reduzieren und Teams für das freizuhalten, was sie wirklich gerne machen, wo sie sonst zurückgehalten werden würden. 

[...] Es gibt für uns aber auch harte moralische Grenzen. Wir haben in unseren Schauspiel-Verträgen ausdrücklich festgelegt, dass wir die Aufnahmen nicht verwenden, um KI-Modelle zu erstellen oder zu trainieren, weil wir wissen, wie delikat es ist, eine Schauspiel-Stimme künstlich zu generieren. Selbst wenn ein Schauspieler bereit wäre zuzustimmen, wenn wir dafür bezahlen, fühlen wir uns momentan nicht wohl damit, KI-erzeugte Stimmen in unseren Spielen zu verwenden.

Divinity hat kein Release-Datum und befindet sich aktuell in der Produktion. Das Rollenspiel soll laut Larian noch größer und komplexer werden als das ohnehin schon gigantische Baldur’s Gate 3. Der erste Trailer, in dem es richtig wild zugeht, hat zur Ankündigung bei den Game Awards 2025 für großes Aufsehen gesorgt. Jetzt ist Geduld angesagt, bis wir erstes Gameplay zu sehen bekommen.

zu den Kommentaren (2)

Kommentare(2)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.