Mit einem neuen Larian-Spiel bei den Game Awards 2025 hätte ich vor den Leaks definitiv nicht gerechnet, und auch nicht damit, dass mir beim ersten martialisch-widerlichen Trailer fast der Frühstückstee hochkommt.
Jetzt, ein paar Stunden später, hat die Übelkeit Platz für lodernde Vorfreude gemacht. Denn ein neues Divinity hat das Zeug, die Rollenspielwelt wieder mindestens so durcheinanderzuwirbeln wie es zuletzt Baldur's Gate 3 2023 getan hat. Für mich ist es sogar spannender als das kommende The Witcher 4 – aber keine Sorge, wir müssen nicht streiten, wir können beides lieben!
Die Welt von Divinity hat für mich einfach ein anderes Kaliber, weil sie Fantasy in absurde Höhen und Abgründe treibt. Rivellon heißt das Setting, in dem ein Spiel entstehen soll, dass noch umfangreicher und ambitionierter ausfallen soll als Baldur’s Gate 3. Und bei Larian wissen wir inzwischen, dass solche Sätze kein leeres Marketing-Geplauder sind.
Kein Setting ist wie Rivellon
Rivellon, das ist die Welt, in der die Divinity-Spiele angesiedelt sind, zuletzt das grandiose Original Sin 2. Hier leben Menschen, Zwerge, Elfen, Orks, Echsenmenschen, Untote und so weiter. Manchmal friedlich, meistens nicht, weil irgendwo eine magische Katastrophe droht oder ein böser Kult Dämonen entfesselt.
Klingt soweit erstmal nach klassischer Fantasy. Aber Larian hat freie Hand, wenn es um die Gestaltung ihres eigenen Universums geht, und daher toben sich die meisterlichen Welterbauer seit über 20 Jahren entsprechend aus. Nehmen wir als Beispiel die Rivellon-Variante von Elfen: Die leben in eng verbundenen Stämmen, gelten als extrem grausam und betreiben Kannibalismus – allerdings aus guten Gründen.
Weil der Tod in ihrer langlebigen Spezies ein seltenes Ereignis ist (außer im Krieg), messen sie ihm besondere Bedeutung bei. Die Herzen Verstorbener werden rituell verspeist, um Teil des Stammes zu bleiben. Auf der blutigen Leiche wird ein Baum gepflanzt. Und durch das Konsumieren von Körperteilen können Elfen sogar die letzten Gedanken und Emotionen der Verstorbenen spüren – diese Fähigkeit machte sich Sebille in Original Sin 2 zum Beispiel bei Ermittlungen zunutze.
Oder die Echsenmenschen mit ihrer brutalen Kultur der Perfektion, die so weit geht, dass kranke oder schwache Nachkommen direkt ermordet oder von der Gesellschaft verstoßen werden. Oder die unberechenbare Quellenmagie, über die man ganze Doktorarbeiten verfassen könnte.
Vor solchen Themen (und noch viel dunkleren) scheuen die Erschaffer von Rivellon nicht zurück, aber bis jetzt sind sie dabei nie in die »Alles ist ganz furchtbar und grausam und überhaupt elend«-Schiene geraten. Im Gegenteil, der absurde Larian-Humor ist fester Bestandteil des Settings und sorgt dafür, dass man sich nie so schlecht fühlt wie etwa in einem The Last of Us 2.
Genau diese Kombination macht es für mich aus: Auf der einen Seite eine extrem spannende Interpretation klassischer Fantasy-Gewohnheiten, die sich mit jedem Spiel auch wieder ein Stück verändert. Dann aber eben auch so viel Witz und Kreativität, die die Spieler dazu verlocken, noch die absurdesten Kampfmethoden oder Rätsellösungen auszuprobieren. Noch wissen wir wenig zum konkreten Gameplay von Divinity – wird es Third-Person? Party-basierte Iso-Ansicht? Keine Ahnung, aber ich freue mich extrem auf einen neuen Ausflug nach Rivellon, egal aus welcher Perspektive.
Für mich war das damals der Grund, warum ich recht spät zu Baldur’s Gate 3 kam: Die Welt von Dungeons & Dragons ist cool, aber fühlt sich oft auch generisch an – logisch, immerhin stammen die meisten Fantasy-Reiche von ihr ab. Und selbst aus diesem Setting hat Larian dann so viel Spannendes, Lustiges und Erinnernswertes geschaffen. Wenn sie mit Divinity endlich wieder frei drehen dürfen, mit neuen Erfahrungen und dickem Budget ... hallelujah.
Das macht Divinity für mich persönlich auch interessanter als das nächste Witcher mit seiner doch recht geerdeten, ernsten Welt. Da habe ich das Gefühl schon recht gut zu wissen, was mich erwartet, wohingegen bei Larian wirklich alles passieren kann. Vielleicht werden wir mal wieder selbst zum Drachen, wer weiß.
Was sehen wir eigentlich im Trailer?
Wollt ihr das Video nochmal angucken? Wir haben die Verbrennungsszene aus Jugendschutzgründen entschärft, ihr könnt euch das Original bei Larian auf YouTube ansehen.
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Divinity: Larian enthüllt ihr neues Rollenspiel mit einem Trailer, der für Entsetzen und sehr viel Hype sorgt
Die Kerle in Masken sind definitiv Kultisten, die versuchen, die verstummten Götter durch Opfer zurückzuholen. Man sieht die verschiedenen Spezies in harmonischem Miteinander (bis zum, ähm, bunt gemischten Fruchtbarkeitsritual), die sich zu diesem Zweck versammeln und ein Fest feiern. Ist das Brandopfer ein gefangener Quellenmagier? Dafür spricht das eiserne Kopfband, das ein Magieblocker sein könnte, wie wir ihn in OS2 selbst tragen mussten. Das eingeschnittene Symbol auf seiner Brust steht sicherlich für die sieben Götter Rivellons.
Das Auftreten der Mastschweine halte ich für mehr als nur Ekel-Atmosphäre – in fast allen Larian-Spielen kann und sollte man mit Tieren sprechen, die oft wertvolle Hinweise geben. In Original Sin 2 gab es eine berühmte Quest mit brennenden Schweinen, die man retten konnte.
Über solche Details können wir ewig spekulieren bis zum Release, schreibt mir gern eure Gedanken in die Kommentare. Ihr habt schon oft bewiesen, was für scharfe Augen ihr habt! Was für eine Art Spiel würdet ihr euch wünschen - mal ein Third-Person-Rollenspiel? Oder ist für euch eine Party unverzichtbar? Bei uns bleibt ihr immer auf dem Laufenden, sollten wir mehr über Divinity erfahren.
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