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Drone Swarm im Test: Ein innovatives RTS-Erlebnis, das zu viele Chancen auslässt

In Drone Swarm kontrolliert ihr 32.000 Drohnen gleichzeitig – und das funktioniert super! Abseits dieser Innovation schießt das Weltraum-RTS aber zu oft ins Leere.

von Fabiano Uslenghi,
20.10.2020 19:45 Uhr

Drone Swarm - Test-Video zum Sci-Fi-Strategiespiel 9:05 Drone Swarm - Test-Video zum Sci-Fi-Strategiespiel

Wer zieht denn noch selbst in den Krieg, wenn es Drohnen gibt! Drone Swarm treibt diese Zukunftsvision auf die Spitze indem es uns nicht hunderte, sondern tausende Drohnen an die Hand gibt. Insgesamt bekommen wir 32.000 kleine Begleiter zur Seite gestellt, mit denen wir uns in rasante Weltraumgefechte stürzen.

Das Spiel stammt von den stillalive studios - also den Entwicklern des kommerziell erfolgreichen Bussimulators. Doch aus dem passionierten Nebenprojekt wurde über die Jahre ein ernstzunehmendes Strategiespiel, dass jetzt endlich das Licht der Welt erblickt.

Auf dem Papier klingt das Konzept von Drone Swarm sogar wie ein Traum für Echtzeitstrategen. Denn die Entwickler haben nicht nur eine einzigartige Spielidee, sondern versprechen zudem eine waschechte Singleplayer-Kampagne. In den Preview- und Demo-Versionen machte Drone Swarm oft eine gute Figur - aber kann sich die Faszination auch über mehr als zwei Stunden halten?

Drone Swarm - Screenshots ansehen

Spielerische Innovation dank 32.000 Drohnen

Was macht Drone Swarm überhaupt so »innovativ«? 32.000 Drohnen, das klingt schon beeindruckend. Aber nur eine große Zahl an Einheiten ergibt noch kein gutes Strategiespiel. Selbst wenn es sich bei dieser Zahl keineswegs um Augenwischerei handelt.

Drone Swarm simuliert tatsächlich jede einzelne dieser Drohnen. Trotzdem befehligen wir nicht wie bei anderen Strategiespielen alle davon individuell. Stattdessen geben wir dem Namen entsprechend immer einem ganzen Schwarm befehle.

Im Zentrum steht hierbei unser Mutterschiff Argo, das an eine weiß leuchtende Sphäre gekoppelt ist. Um dieses Konstrukt kreist unaufhörlich der Schwarm aus Drohnen und bildet damit eine »natürliche« Schutzwand. Die Argo können wir weder drehen noch von der Stelle bewegen, und so wirkt das Schiff im Vergleich zu den zahlreichen und schnellen Angreifern wie ein gestrandeter Wal - nur eben im All.

Angewandte Geometrie: Die Drohnen können ganz unterschiedliche Formen annehmen, sei es ein Kringel, eine Wand oder eine schnöde Linie. Angewandte Geometrie: Die Drohnen können ganz unterschiedliche Formen annehmen, sei es ein Kringel, eine Wand oder eine schnöde Linie.

Um unsere Heimatbasis zu beschützen, müssen die Drohnen aktiv werden. Dafür klicken wir aber nicht einfach irgendwo auf die Karte, sondern zeichnen mit der Maus ihre Flugrouten. Das fühlt sich ein wenig an wie Malerei. Je länger der Pfad, umso mehr Drohnen kapseln sich als eigener Schwarm vom Mutterschiff ab. Jedem Schwarm können wir bestimmte Aufgaben zuteilen. Dann greifen sie Gegner an, bilden eine Mauer oder schubsen die Feinde per Rammattacke ineinander.

Die größte Herausforderung während einer Schlacht besteht für uns darin, sowohl den Überblick zu behalten als auch mit unseren limitierten Drohnen hauszuhalten. Das spielt sich in seinen besten Momenten actionreich und sogar strategisch, viel zu oft arten die Gefechte aber nur in stumpfe Hektik aus.

Bugs in der Testversion

Drone Swarm litt in unserer Testversion noch unter sehr vielen technischen Fehlern. Keiner davon behinderte das Vorankommen, in seiner Summe wirken sie sich aber trotzdem auf den Spielspaß aus, weshalb wir um 3 Punkte abwerten.

Einige Missionen wurden komplett übersprungen, Gegner prallten ohne Not ineinander, Zwischensequenzen legten sich übereinander und einmal verschwanden sogar kurzzeitig einige Upgrades für unser Raumschiff.

Was die Entwickler zu Drone Swarm sagen und wie sich das Spiel während der langen Entwicklungszeit verändert hat, erfahrt ihr im Video mit Gameplay. Das gibt's exklusiv für Plus-Leser, die uns unterstützen (derzeit schenkt euch GameStar Plus drei Monate gratis):

Drone Swarm ist das erste Echtzeit-Strategiespiel seiner Art PLUS 20:46 Drone Swarm ist das erste Echtzeit-Strategiespiel seiner Art

Weltraum-Gefechte für Kreative und Leidensfähige

Wer sich für die grundlegende Idee von Drone Swarm begeistern kann, wird eine ganze Zeit Spaß an den außergewöhnlichen Gefechten haben. Zumal unser Schwarm im Laufe der Kampagne andauernd neue Tricks lernt. Dann können wir Feindschiffen mit einem gewaltigen Mahlstrom aus Mini-Robotern verzehren oder Gegner wie Billardkugeln von der Karte kegeln.

Gleichzeitig schützen sich die Gegner irgendwann mit Schilden und sind nur am Rücken verwundbar oder sie feuern mit Raketen, die selbst unsere dicksten Drohnen-Wände durchbrechen.

Trotzdem müsst ihr Leidensfähigkeit beweisen, solltet ihr die komplette Kampagne durchspielen wollen. Das liegt vor allem daran, dass wir in Drone Swarm nur sehr schwer die Übersicht behalten können und sich Ursache und Wirkung kaum nachvollziehen lassen. Manchmal nehmen etwa Feindschiffe aus unerfindlichen Gründen keinen Schaden mehr oder trudeln nach einer leichten Kollision plötzlich unkontrolliert über die Karte.

Asteroiden von oben, Schlachtschiffe von rechts, links lauert schon die Verstärkung. In einigen Schlachten müssen wir sehr viele Ereignisse gleichzeitig im Blick behalten. Die Übersicht geht dabei schnell verloren. Asteroiden von oben, Schlachtschiffe von rechts, links lauert schon die Verstärkung. In einigen Schlachten müssen wir sehr viele Ereignisse gleichzeitig im Blick behalten. Die Übersicht geht dabei schnell verloren.

Zusätzlich wirken die Missionen wenig durchdacht oder schlicht unfertig. So sind bei uns in einem Einsatz mehrere feindliche Schiffe derart nah beieinander ins System gesprungen, dass sie sofort gegeneinanderprallten und sich augenblicklich selbst in die Luft jagten. Wir haben die Mission dadurch ohne eigenes Zutun innerhalb weniger Sekunden gewonnen.

Solche Ereignisse wirken manchmal wie Zufall und können auch zu unserem Nachteil ausfallen. Das trübt den strategischen Anspruch, zumal zwar ständig neue Feindtypen vorgestellt werden, wir aber sehr oft innerhalb der kurzen Kämpfe nicht zwischen ihnen unterscheiden können. Dafür sehen sich die generischen Raumschiffe einfach zu ähnlich. So bleiben die Gefechte im Kern zwar innovativ und fordern Kreativität, geben uns aber zu selten das Gefühl, als Drohnenflotten-Kommandant wirklich immer Herr der Lage zu sein. Ein sehr schwerwiegender Kritikpunkt für ein Echtzeit-Strategiespiel.

Die Geschichte enttäuscht

Drone Swarm bietet ausschließlich eine Singleplayer-Kampagne, die mit etwas über 10 Stunden im Vergleich zu anderen Strategiespielen recht kurz ausfällt. Drone Swarm gelingt es außerdem nicht, in diesen 10 Stunden eine mitreißende Handlung zu spinnen.

Besonders zu Beginn wird die Geschichte noch in diesen schicken Zwischensequenzen erzählt, die allerdings recht statisch ablaufen und Animationen nur vortäuschen. Besonders zu Beginn wird die Geschichte noch in diesen schicken Zwischensequenzen erzählt, die allerdings recht statisch ablaufen und Animationen nur vortäuschen.

Gleich zu Beginn bekommen wir stattdessen ein ganzes Buffet bekannter Sci-Fi-Kost aufgetischt, die wir so schon in dutzenden anderen Spielen serviert bekommen haben: Die Erde liegt nach dem Angriff der Drohnen mal wieder in Schutt und Asche und konnte nur dadurch gerettet werden, dass menschliche Psioniker ihren Geist mit denen der Drohnen verbunden haben. Um die Menschheit vor dem Untergang zu bewahren, begleiten diese Drohnen das Mutterschiff Argo auf ihrer Suche nach einem neuen Planeten.

Das Ganze tröpfelt vor sich hin und bietet keinerlei Wendungen, die man nicht schon Lichtjahre vorher kommen sieht. Unsere menschlichen Crewmitglieder bleiben reine Story-Fassade und nerven mit einer eindimensionalen Persönlichkeit, die sich bis zum sehr abrupten Finale auch nicht mehr ändert. Hier verspielt Drone Swarm eine riesige Chance, sein spannendes Gameplay-Konzept auch mit einer interessanten Geschichte zu verschmelzen.

Die Argo kann neben neuen Fähigkeiten für den Schwarm auch mit neuen Technologien verbessert werden. In den Schlachten bleiben diese Verbesserung aber meistens unauffällig. Die Argo kann neben neuen Fähigkeiten für den Schwarm auch mit neuen Technologien verbessert werden. In den Schlachten bleiben diese Verbesserung aber meistens unauffällig.

Trotzdem spielenswert?

Drone Swarm ist hinten und vorne anzumerken, dass das Spiel sehr viele verschiedene Iterationen durchlaufen hat ohne dabei abseits der coolen Grundidee einen klaren Kurs zu finden.

Dabei steckt hinter all dem immer noch eine fantastische Idee und eine beeindruckende Technologie. In den ersten Gefechten macht es einen Heidenspaß, den Massen an Drohnen bei ihrem zerstörerischen Werk zuzusehen. Gerade bei der Steuerung haben die stillalive studios zudem genau den richtigen Weg gefunden, um uns das Gefühl der vollen Kontrolle zu vermitteln. Sie sind aber am Drumherum gescheitert. Drone Swarm wirkt weiterhin unfertig, der Story mangelt es an Tiefe.

Ein Blick lohnt sich unserer Meinung nach deshalb nur, wenn ihr euch mal ein wenig ausprobieren wollt und nach einem eher untypischen Strategiespiel Ausschau haltet. Sein innovativer Ansatz macht Drone Swarm auf jeden Fall zu einem spannenden Experiment, kann seine vielen Schwächen aber letzten Endes nicht aufwiegen.

Wichtige Anmerkung

In einer ursprünglichen Version dieses Artikels sprachen wir noch davon, dass im letzten Drittel von Drone Swarm keine der gezeichneten Cutscenes mehr auftauchen. Allerdings war das nur in der von uns getesteten Version ein Problem und wurde im Vorfeld auch vom Publisher kommuniziert. Hierbei handelte es sich also um einen Fehler unsererseits. Die späteren Cutscenes sind in der fertigen Release-Version vollständig enthalten. Der Test wurde deshalb entsprechend angepasst.

Wir bitten diese Umstände zu entschuldigen.

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