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DSA: Book of Heroes hat Potenzial, zeigt es uns aber bisher noch nicht

Book of Heroes wird das erste DSA-Spiel seit fünf Jahren und geht ungewöhnliche Wege. Momentan führt aber noch nicht jeder davon an sein Ziel.

von Fabiano Uslenghi,
24.01.2020 00:01 Uhr

In Das Schwarze Auge: Book of Heroes tauchen wir wieder ein in die Fantasy-Welt Aventurien. In Das Schwarze Auge: Book of Heroes tauchen wir wieder ein in die Fantasy-Welt Aventurien.

Videospiele zu Das Schwarze Auge sind oft ein zweischneidiges Schwert. Fans der Vorlage fühlen sich in der Regel schnell wie zuhause, während Unbedarfte sich eher am Kopf kratzen. Denn auch wenn Spiele wie Drakensang, Blackguards oder die Nordlandtrilogie bei weitem keine schlechten Spiele sind, konnte noch keines davon ähnliche Höhen wie etwa ein Baldur's Gate erreichen, das ja auf Dungeons & Dragons basiert.

Fünf Jahre nach Blackguards 2 erwartet uns mit Book of Heroes nun ein neues Rollenspiel in Aventurien. Die finnischen Entwickler von Random Potion sind auf Umsetzungen diverser Tischrollenspiele spezialisiert und arbeiten dafür auch eng mit der DSA-Redaktion zusammen. Das Ziel ist es, einen kooperativen Dungeon Crawler zu entwickeln, in dem die Spieler ihre eigenen Geschichten schreiben.

Wir wurden von den Entwicklern besucht und konnten uns eine frühe Version des Spiels bereits zu Gemüte führen. Dabei bekamen wir schon einen guten Eindruck davon, welche Vision das Team hinter Book of Heroes verfolgt. Ob das alles aber zum geplanten Release im zweiten Quartal dieses Jahres funktioniert, können wir momentan noch nicht so ganz glauben.

Der kurzweilige Dungeon-Ritt für den Feierabend

Wer Das Schwarze Auge spielt, macht das in der Regel nicht allein. Auch Book of Heroes legt seinen Fokus ganz klar auf den Multiplayer. Es geht darum, sich nach Feierabend mit seiner Party zu verabreden, sich gemütlich ein paar Dungeons auf der Weltkarte herauszupicken und dann in die Gruft oder Höhle herabzusteigen.

Auf der Suche nach lohnenswerten Dungeons durchforsten wir die Weltkarte des Mittelreichs. Auf der Suche nach lohnenswerten Dungeons durchforsten wir die Weltkarte des Mittelreichs.

Dafür sammeln sich die Helden in der Taverne »Schwarzer Keiler« der uns als zentraler Hub dient. Hier können wir darüber hinaus neue Ausrüstung schmieden, unseren Charakter aufleveln, Tränke brauen und einen Blick in das Angebot eines Händlers werfen. Fans der Vorlage werden hier sofort viele Details wiedererkennen, doch auch wer keinen Bezug zu DSA hat, sollte sich problemlos zurecht zu finden.

Im besten Fall besteht eure Gruppe aus einer eingeschworenen Bande guter Freunde, die sich in ein gemeinsames Abenteuer stürzen wollen. Die gottgeweihte Kriegerin stürmt voran, der gepanzerter Zwerg hinterher, während der Elf mit Pfeilen schießt und die Magierin Feuerbälle. Book of Heroes bietet viele bekannte Klassen und Rassen, die wir aber auch mal ungewöhnlich kombinieren können. Etwa, indem wir unseren Zwerg zum Zauberer machen und die Elfe zum Nahkämpfer. Die Charaktererstellung legt mehr Wert auf die Idee unseres Charakters und weniger auf Statistiken.

Wir wählen nämlich aus einer Auswahl hübsch gestalteter Spielkarten unsere Rasse, Klasse, Herkunft und Ideale. Alles davon beeinflusst unsere Werte. Wie genau, erfahren wir allerdings nicht. Das soll uns dabei helfen, mehr Wert auf einen stimmungsvollen Helden zu legen, anstatt ihre Werte zu optimieren und damit das Rollenspiel in der Gruppe fördern. Eine schöne Idee, die sehr gut zu DSA passt. Das alles deutet das Potenzial von Book of Heroes an, ein spaßiger und vor allem kurzweiliger Zeitvertreib für den Feierabend zu werden.

Was unseren Charakter ausmacht, bestimmen einige bei der Generierung ausgegebene Inrah-Kraten. Wir müssen uns dann nur noch für eine entscheiden. Was unseren Charakter ausmacht, bestimmen einige bei der Generierung ausgegebene Inrah-Kraten. Wir müssen uns dann nur noch für eine entscheiden.

Eine große Herausforderung

So viel zu dem, was aus Book of Heroes werden könnte. In der von uns gespielten Version gab es aber noch recht viele Hürden zu überwinden, bevor sich wirklicher Spielspaß einstellen konnte. Dazu muss gesagt werden, dass die Preview-Version natürlich noch weit vom fertigen Spiel entfernt ist. Zwar wird sich bis zum Release am Kerngameplay nichts mehr ändern, viele kleinere Ecken und Kanten sollen bis dahin jedoch noch glatt gefeilt werden.

Ob den Entwicklern das in den wenigen verbliebenen Monaten gelingt, muss sich zeigen. Denn die Probleme die wir beim Spielen mit Book of Heroes hatten, sind noch sehr zahlreich:

1. Multiplayer ist Pflicht:

Wie schon erwähnt, solltet man Book of Heroes im besten Fall im Koop angehen. Wer das ganz und gar nicht will, kann zwar auch alleine losziehen, Spaß wird er dann aber wohl kaum haben. Das Spiel steuert sich wie ein klassisches Oldschool-Rollenspiel der Marke Baldur's Gate oder Pillars of Eternity.

Wer alleine ist, hat aber keine Kontrolle über die anderen drei Gruppenmitglieder. Die werden von der KI kontrolliert und laufen deshalb teilweise hin wo sie wollen. Das sorgt beizeiten für einen totalen Kontrollverlust und letztlich fühlt man sich trotz Begleiter allein. Dieses Problem könnten die Entwickler durchaus in den Griff bekommen, indem sie uns erlauben, KI-Skripts festzulegen. Das ändert aber nichts am grundlegenden Umstand, dass Book of Heroes in erster Linie für Mehrspieler geeignet ist.

Obwohl sich die Kämpfe wie in Baldur's Gate spielen, kontrollieren wir immer nur einen Helden. Obwohl sich die Kämpfe wie in Baldur's Gate spielen, kontrollieren wir immer nur einen Helden.

2. Wo ist die Motivation?

In Book of Heroes gibt es keine übergreifende Geschichte. Auch Quests sucht ihr vergeblich. Jeder Dungeon stellt euch vor eine konkrete Aufgabe. Die beliefen sich bei uns meist auf: »Finde den Ausgang« oder »Töte den Boss«. Hier könnte langfristig Langeweile aufkommen. Zwar hat jeder unserer Helden noch eine persönliche Aufgabe, wie weit die in unser Dungeon-Abenteuer aber reinspielen, lässt sich noch nicht abschätzen. Auch eine funktionierende Lootspirale suchen wir derzeit vergeblich. Oft fanden wir in den Dungeons nur ein paar lahme Wälzer, die wir nicht mal lesen konnten.

3. Weder Action noch Story:

Book of Heroes erinnert mit seinen kooperativen Dungeons zwar in Teilen an Action-Rollenspiele wie Diablo, verzichtet jedoch auf ein entsprechend flottes Kampfsystem. So kam in unserer Spielsitzung in den Kämpfen noch keine wirkliche Dynamik auf. Alles spielte sich extrem seicht, unser Held war natürlich aber auch noch nicht besonders stark und hatte nur eine Fähigkeit. Gleichzeitig fehlt es Book of Heroes bislang noch an spannenden Interaktionen mit NPCs. Wir trafen beim Spielen nur einen Goblin, mit dem wir einen Satz wechselten bevor er uns einen Schlüssel gab und verpuffte. Book of Heroes läuft also Gefahr, weder Action-Rollenspieler noch Freunde von Oldschool-RPGs wirklich glücklich zu machen.

Der Goblin hat nicht viel zu sagen, gibt uns aber zumindest einen Schlüssel. Der Goblin hat nicht viel zu sagen, gibt uns aber zumindest einen Schlüssel.

4. Wird die Lizenz zur Hürde?

Das Spiel hinter Book of Heroes existierte schon, bevor es mit der DSA-Lizenz versehen wurde. Die größte Arbeit der Entwickler dreht sich daher auch darum, ihr Spiel so gut wie möglich an die neue Welt anzupassen. Und auch wenn sie dafür sehr gewissenhaft mit dem Lizenzgeber arbeiten, ist dieser Prozess noch immer spürbar. Unser Eindruck war, dass Book of Heroes besonders im Gameplay noch Fortschritte machen muss. Wenn nun aber zu viel Zeit für die DSA-Lizenzierung drauf geht, könnten wichtige Teilbereich des Spiels übersehen werden. Diesen Balanceakt zu meistern, wird eine der schwierigsten Aufgaben bis zum Release in wenigen Monaten.

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