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Widerstand lohnt sich: Neues EA-Spiel hatte Echtgeld-Shop im Singleplayer, dann gingen die Leute auf die Barrikaden und jetzt ist alles anders

Nach einem mächtigen Shitstorm hat EA gegen Echtgeld kaufbare Progressionsmechaniken aus EA Sports College Football entfernt und zugegeben, »am Ziel vorbeigeschossen« zu sein

EA wollte mit den Mikrotransaktionen in EA Sports College Football 27 viel Geld verdienen. Daraus wird nun ... zumindest etwas weniger. EA wollte mit den Mikrotransaktionen in EA Sports College Football 27 viel Geld verdienen. Daraus wird nun ... zumindest etwas weniger.

Der amerikanische Publisher Electronic Arts ist unter Spielern für den aggressiven Einsatz von Mikrotransaktionen in seinen Spielen berühmt-berüchtigt. Viele erinnern sich etwa noch mit Schaudern an den Wirbel rund um den Shooter Star Wars Battlefront 2 zurück, der einige bekannte Helden zunächst hinter einer Echtgeld-Paywall oder stundenlangem Grind verbarg und per Lootboxen auch noch echte Ingame-Vorteile verkaufte.

Mit der neuen Football-Simulation EA Sports College Football 27 hat der Publisher nun erneut den Vogel abgeschossen und einen Sturm der Entrüstung von Spielern und Streamern auf sich gezogen. Nach Boykott-Drohungen seitens der Community ruderte EA nur wenige Tage nach dem Release des Spiels zurück und entfernte Mikrotransaktionen aus zwei Spielmodi.

Video starten 1:56 College Football 25 meldet sich im Trailer nach 10 Jahren Abwesenheit mit Fanfaren zurück

Übers Ziel hinausgeschossen

Konkret geht es um die beiden Singleplayer-Modi Road to Glory und Dynasty. Wie der Publisher auf dem offiziellen Twitter-Profil der College Football-Reihe mitteilte, sei man mit der Einführung von bezahlten Progressionsmechaniken in den beiden Singleplayer-Modi übers Ziel hinausgeschossen. Man habe den Spielern mehr Freiheit bieten wollen, allerdings hätten die Mikrotransaktionen den Spielern nicht den intendierten Wert geboten. Daher wurden diese kaufbaren Progressionsmechaniken am vergangenen Wochenende abgeschaltet.

Entzündet hatte sich die Kritik an den Level-Boostern, die in Paketen von rund 10 bis 150 US-Dollar angeboten wurden. Dass damit im Einzelspielermodus Fortschritt gegen Geld erworben werden konnte, wurde von Spielern und Influencern scharf kritisiert – vor allem, weil das vor dem Launch von EA nicht klar kommuniziert wurde und auch nicht Bestandteil der Preview-Fassung des Spiels war. Mehrere Streamer und Spieler drohten daher mit einem Boykott. Die einhellige Community-Meinung: Im Singleplayer haben Mikrotransaktionen nichts zu suchen.

Auf Reddit und unter der Twitter-Ankündigung feiert die Community ihren vermeintlich großen Sieg. Ein User schreibt etwa: Ich hätte nie gedacht, dass ich den Tag erlebe, an dem EA auf seine Spielerbasis hört. Allerdings vermuten einige Spieler bereits, dass es EA Sports College Football 28 wieder genauso kommen dürfte.

In den anderen Spielmodi von College Football 27 bleiben die Echtgeld-Käufe zudem erhalten. Ob Spieler, die bei den Progressionspaketen für Road to Glory und Dynasty zugeschlagen haben, nun finanziell für deren Wegfall entschädigt werden sollen, ist aktuell noch unklar. Für EA Sports College Football 28 hat sich der Publisher vorgenommen, solche Features besser und transparenter zu kommunizieren.

Dass EA allerdings wirklich aus dieser Kontroverse gelernt hat und in Zukunft auf weniger Mikrotransaktionen setzt, ist zu bezweifeln. Denn der Publisher hat nach seinem Aufkauf durch ein Investorenkonsortium rund um Trump-Schwiegersohn Jared Kushner und den saudi-arabischen Public Investment Fund aktuell einen gewaltigen Schuldenberg abzutragen und sucht händeringend nach Wegen, seine Spiele noch aggressiver zu monetarisieren.

Einen ersten Schritt in diese Richtung hat EA kürzlich bereits verkündet. So soll künftig Werbung von Drittanbietern direkt in Spielen wie Die Sims, EA Sports FC (ehemals FIFA) und Skate geschaltet werden. Mehr zu diesem Thema lest ihr in der obigen Linkbox.


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