In den letzten Tagen tauchte in den Empfehlungsalgorithmen vieler Nutzer ein Video auf, das auf den ersten Blick wie ein technischer Fehler wirkt. Ein Upload auf dem Kanal »ShinyWR« zeigt eine Laufzeit an, die eigentlich unmöglich sein sollte: 140 Jahre.
Ein Video, das uns alle überleben würde
Wenn ihr regelmäßig Videos auf YouTube hochladet, kennt ihr die strikten Grenzen der Plattform. Standardmäßig erlaubt Google Uploads bis zu einer maximalen Länge von 12 Stunden oder einer Dateigröße von 128 GB – je nachdem, was zuerst eintritt.
Der Kanal »ShinyWR«, der laut Profilangaben angeblich aus Nordkorea stammt, scheint diese Regeln jedoch auszuhebeln. Das besagte Video trägt als Titel lediglich ein Fragezeichen. In der Übersicht und auf dem Thumbnail wird dem Nutzer eine Laufzeit von 140 Jahren angezeigt. Klickt ihr jedoch auf das Video, springt die Anzeige im Player auf eine Laufzeit von 12:34:56 Stunden um.
Link zum YouTube-Inhalt
Es handelt sich hierbei also offensichtlich um eine Diskrepanz zwischen den Metadaten, die dem YouTube-Interface übermittelt wurden, und der tatsächlichen Videodatei, die auf den Servern liegt. Wie genau der Uploader diese Manipulation der Zeitanzeige erreicht hat, ist aktuell unklar.
Weitere Anomalien auf dem Kanal
Ein Blick auf den Kanal »ShinyWR« zeigt, dass das 140-Jahre-Video kein Einzelfall ist. Der Uploader experimentiert systematisch mit extremen Laufzeiten, die die Benutzeroberfläche von YouTube an ihre Grenzen bringen.
Unter den weiteren Inhalten finden sich:
- Ein Video mit einer angezeigten Länge von 294 Stunden.
- Ein YouTube Short, der angeblich 150 Stunden dauert (obwohl Shorts eigentlich auf 60 Sekunden begrenzt sind).
- Ein Livestream-Mitschnitt von 300 Stunden.
Ähnlich wie beim viralen Hauptvideo sind auch diese Inhalte weitgehend »verbuggt«. Sie lassen sich nicht regulär abspielen und scheinen eher als Demonstration technischer Exploits zu dienen.
2:10
When Sirens Fall Silent: Im neuen Horrorspiel seid ihr im Italien der 90er Jahre als Polizistin einem mysteriösen Entführer auf der Spur
»Komm, triff mich in der Hölle.«
Doch das war noch nicht alles: Durch die Videobeschreibung bekommt das 140-Jahre-Video eine deutlich düsterere, fast schon unheimliche Note. Dort findet sich kein erklärender Text, sondern ein kryptischer Zeichensalat, der an die Ästhetik alter Internet-Horrorgeschichten erinnert:
�تعال قابلني Ù ÙŠ الجØÙŠÙ…�
Die Ästhetik erinnert stark an den im Netz bekannten Zalgo-Text, der oft in Horror-Memes oder Creepypastas verwendet wird, um Inhalte »verflucht« aussehen zu lassen. Ihr kennt sicher diese Schriftzüge, die über die Zeilen hinauswuchern, etwa so:
L̴̥̹͛ͅͅę̵̥̏̾̔͛ċ̵̨̨̬̎̋͝k̸͈̭̉̌̾ͅe̶̤̼̼̅͒͗̏r̶͚̱͎͐ ̴̙͇͚̟͆̆̃C̸̱̃̋̊̍͝ư̵͍̊ṛ̴̛r̴̯̝̅͂͝y̶͔̠̗̜͎̏w̸̨͔̗̄͐ṷ̸̅̀r̸̫̗͌͘͝s̷͙̅͐̔ͅt̴̟̹͍̏̈͝
Doch die Videobeschreibung entpuppt sich bei näherer Betrachtung als versteckte Botschaft. Wenn man diesen sogenannten »Mojibake«-Text von der westlichen Codierung zurück in den ursprünglichen Standard übersetzt, kommt ein arabischer Satz zum Vorschein: »تعال قابلني في الجحيم«.
Auf Deutsch bedeutet das: »Komm, triff mich in der Hölle.«
Ob wir hier gerade den Startschuss für ein komplexes Alternate Reality Game erleben oder ob einfach nur jemand mit viel technischem Know-how maximal mysteriös wirken will, lässt sich aktuell nicht sagen. Wir haben schlicht keine Ahnung, was das eigentliche Ziel von ShinyWR ist – aber das große Rätselraten ist damit offiziell eröffnet.
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