Seit über drei Jahren steht ChatGPT nun an der Spitze der KI-Tools und ist sogar eine der meistbesuchten Webseiten weltweit. Lange habe auch ich hauptsächlich ChatGPT genutzt, wenn ich ein LLM um Hilfe gebeten habe.
Mittlerweile hat sich das geändert. Das liegt zum einen an der starken Konkurrenz, wie zum Beispiel Gemini, Claude oder Deepseek. Zum anderen liegt es an den Fehlern, die sich OpenAI öfter erlaubt.
In meinen Augen gibt es einige Zeichen, die einen baldigen Machtwechsel im KI-Bereich ankündigen.
1. Werbung in ChatGPT
Amazon Prime, Netflix und Co. machen es vor: ChatGPT übernimmt bald auch die Taktik, Werbung in ihr kostenpflichtiges Produkt einzubauen. Sowohl die kostenlose Version als auch das kommende günstigste Abo ChatGPT Go sollen bald Werbung enthalten, obwohl das im Dezember nach ersten Versuchen wieder rückgängig gemacht wurde.
Gut zu wissen: Momentan wird Werbung nur in den USA ausgespielt, doch es ist nur eine Frage der Zeit, bis das weltweit passiert.
Das kann in meinen Augen nur eines bedeuten: Viele Nutzer werden abspringen. Gerade das neue Go-Abo wird dadurch enorm unattraktiv. Ich weigere mich prinzipiell, für etwas zu zahlen und dann trotzdem Werbung zu bekommen. Sicher geht es vielen anderen Menschen auch so.
Und wo wir gerade beim kommenden Go-Abo sind.
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Der KI-Hype frisst sich selbst – Tech-Jahresrückblick 2025
2. Schwammige Aussagen und kaum Infos
OpenAI macht meiner Meinung nach einen atemberaubend schlechten Job, ihren Usern näherzubringen, was ihr Produkt genau macht und was die Vorteile sind.
Was meine ich damit? Angenommen, ihr möchtet das Go-Abo abschließen, da euch die täglichen Nachrichten und Uploads bei ChatGPT nicht ausreichen. Immerhin soll das Go-Abo mehr davon bieten.
Nun wollt ihr euch auf der Webseite von ChatGPT, auf dem offiziellen Blog oder auf der Support-Seite von OpenAI darüber informieren, wie viele Uploads und Nachrichten ihr konkret bekommt. Immerhin möchtet ihr ja wissen, wofür ihr genau bezahlt, richtig?
Leider Pech gehabt.
Ihr bekommt nur Aussagen wie »Mehr Nachrichten« und »Mehr Uploads«.
Konkrete Details lassen sich nur über Umwege finden. Zum Beispiel in einzelnen Posts von OpenAI-Mitarbeitern auf X wie Nick Turley, Head of ChatGPT. Für User, die einfach nachvollziehen wollen, wofür sie bezahlen, ist das natürlich suboptimal.
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Das Ärgerlichste daran ist, dass OpenAI vor einiger Zeit versprochen hat, ihr Angebot übersichtlicher zu machen.
3. Gebrochene Versprechen
Vor rund einem Jahr habe ich mich noch darüber gefreut: OpenAI hat eingesehen, dass sein Angebot unübersichtlich ist, und versprach Besserung.
Davon sehe ich bis heute herzlich wenig: Man sieht nur als zahlender User, welches Modell ChatGPT gerade verwendet, man bekommt kaum Informationen zu Abo-Modellen und alte Features, die mal das nächste große Ding waren, liegen brach.
Der ChatGPT-interne Texteditor Canvas zum Beispiel. Ich war beim ersten Test ziemlich zufrieden mit dem Tool, aber er ist kein nennenswerter Texteditor, solange er nicht weiterentwickelt wird.
Hinzu kommt das Versprechen von gar revolutionären KI-Modellen, und oftmals sind User vom Ergebnis enttäuscht oder empfinden es sogar als Verschlechterung.
Das kann auf Dauer kaum gutgehen. Ich selbst nutze mittlerweile immer öfter Gemini, Claude oder NotebookLM, im Optimalfall.
4. Die Konkurrenz holt rasant auf
Warum sollte man noch bei ChatGPT bleiben, wenn Gemini und Claude in den meisten Benchmarks ähnlich gut oder sogar besser dastehen und weniger enttäuschend sind?
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Das scheinen viele User bereits verstanden zu haben, denn der Wachstum von ChatGPT stagniert fast, während Geminis Nutzerzahlen rasant anwachsen.
Hinzu kommen die einzigartigen Funktionen von Gemini, wie das Einbinden der Google-Dienste in den Chat oder der Siri-Deal mit Apple, über die ich letzte Woche schon geschrieben habe:
Drei Gründe, warum ihr bald zu Gemini wechseln werdet
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Zu guter Letzt kann ich nur sagen, dass die Alarmstufe Rot, die Sam Altman Ende 2025 ausgerufen hat, alles andere als übertrieben war: ChatGPT verliert momentan Milliardenbeträge und die Nutzerbasis wächst nicht schnell genug, weil viele User abspringen.
So zum Beispiel auch Mirco, der sein ChatGPT-Plus-Abo gekündigt hat:
ChatGPT Plus gekündigt: Warum ich nach 2 Jahren zu Google Gemini gewechselt bin
Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben (oder in diesem Fall ausschimpfen), aber wenn OpenAI nicht hinter Google zurückfallen oder ganz aus dem Rennen ausscheiden möchte, muss sich etwas ändern.
Vielleicht wird OpenAI von Investoren wie Microsoft oder Nvidia gerettet oder gar aufgekauft und komplett umstrukturiert. Das ist allerdings reine Spekulation.
Vielleicht habt ihr ja Ideen, wie es mit ChatGPT weitergehen soll? Schreibt sie gerne in die Kommentare!
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