Escape from Tarkov - Hardcore-Shooter wird »weder Pay2Win-Zeug noch kosmetische Items« enthalten

Die Entwickler von Escape from Tarkov haben neue Infos zum Skill-System, Taktiken und dem Endgame ihres Hardcore-Survival-Shooter verraten.

von Christian Just,
18.12.2017 18:00 Uhr

Battlestate Games, die Entwickler von Escape from Tarkov, standen im Interview mit MeinMMO Rede und Antwort.Battlestate Games, die Entwickler von Escape from Tarkov, standen im Interview mit MeinMMO Rede und Antwort.

Anfang 2018 startet die Open Beta des Survival-Shooters Escape from Tarkov. Vorab gibt es aber nochmal eine ganze Ladung an neuen Informationen zu dem Hardcore-MMO:

Im Interview mit MeinMMO sprach der Chefentwickler bei Battlestate Games, Nikita Buyanov, unter anderem über das Skill-System, die richtige Kampf-Taktik, seine persönliche Abneigung gegen Free2Play-Modelle und auch über die Frage, wie man Escape from Tarkov eigentlich definiert. Wir haben die wichtigsten Infos aus dem Gespräch für euch zusammengefasst.

Mehr: Alle Infos zur Open Beta und dem Neujahrs-Event von Escape from Tarkov

Was ist EFT eigentlich?

Inspiriert von der postapokalyptischen Welt des in der Entwicklung pausierten Shooters "Russland 2028", möchte Escape from Tarkov genau die Form der russischen Endzeit-Romantik zelebrieren, die viele Spieler seit Stalker und Metro zu lieben gelernt haben. Äußerst detaillierte Spielwelten und kantige Charaktere kennzeichnen den urigen Stil dieser Titel. Auch in EFT dürfen wir künftig eine wunderschöne Welt ausnahmslos in der Ego-Perspektive durchstreifen und nach Gegnern durchforsten.

Doch zu welchem Genre soll man Escape from Tarkov nun eigentlich zählen? Nikita Buyakov findet, dass es schwierig ist, sein Spiel genau zu klassifizieren. Escape from Tarkov sei mehr als ein reiner Shooter. Auch die oftmals angewandten Bezeichnungen "MMO" und "MMORPG" seien nicht wirklich treffend. Er nennt EFT einen "Online Combat Simulator", in dem Spieler keine Rolle nachspielen, sondern "das Spiel leben" sollen. Statt stumpf zu ballern, müsse man "denken, lernen und sich anpassen".

Unser Einsteiger-Guide: Escape from Tarkov- Die 6 wichtigsten Überlebenstipps

Das Skill-System

Da jede ausgeführte Handlung im Spiel Erfahrungspunkte einbringt, skillt man seinen Charakter in Escape from Tarkov praktisch permanent, egal was man tut. Isst und trinkt man beispielsweise, verbessert man damit den Skill "Metabolismus" und kann sich dann nach Verletzungen schneller erholen. Diese Fähigkeit bildet sich, ebenso wie das Gedächtnis, wieder zurück, wenn man sie nicht regelmäßig trainiert.

"Das Ausschalten von Feinden, Beute einsammeln, neue Orte entdecken, schwer verwundet werden, Türen aufschließen, Kopfschüsse, sich heilen [...] Geheimnisse entdecken und vieles mehr bringt Erfahrung. Die EXP werden multipliziert mit dem eigenen Status im Raid, also ob man überlebt hat, "Missing in Action" ist, desertierte oder getötet wurde."

Escape from Tarkov nimmt seinen Anspruch auf Realismus sehr ernst, Spieler dagegen treiben gerne mal Schabernack.Escape from Tarkov nimmt seinen Anspruch auf Realismus sehr ernst, Spieler dagegen treiben gerne mal Schabernack.

Skills funktionieren in Escape from Tarkov aber nicht wie klassische MMO-Perks. So gibt es beispielsweise keine unrealistischen Vorteile wie das Markieren von Feinden. Vielmehr gewähren Skills Boni auf bestimmte Fähigkeiten wie Waffen-Handling und Looten. Es gebe außerdem "nichts, was nur ansatzweise 'overpowered' ist" - jedoch können in EFT bereits Sekundenbruchteile über Leben und Tod entscheiden.

Großes Update für Escape from Tarkov: Patch bringt neue Features, Waffen und Items

Terminator oder Ninja?

Nikita Buyanov hebt hervor, dass die beste Taktik in Escape from Tarkov stark situationsabhängig ist. Das deckt sich auch mit unserer Erfahrung im Spiel: Oftmals kann es sinnvoll sein, zurückhaltend zu agieren, um überlegenen Feinden aus dem Weg zu gehen. Ob man nun Hinterhalte legt oder frontal auf den Feind zustürmt - es gibt kein Patentrezept für eine Runde Escape from Tarkov. Am erfolgreichsten sind die Spieler, die flexibel bleiben und Situationen richtig einschätzen können.

Als taktischer Hardcore-Shooter hat Escape from Tarkov das Ziel, seine Welt so realitätsnah wie möglich zu simulieren. Das trifft auf Spielerbewegungen genauso zu wie auf Waffen-Modding und Ballistik. Spieler sollen "nicht nur coole Waffen erhalten, sondern personalisierte Kampf-Werkzeuge." Damit orientiert sich Battlestate Games am Militär der Wirklichkeit, in dem Soldaten ihre Waffen so stark modifizieren, "bis sie sich wie eine Erweiterung des Körpers anfühlen".

Realistisches Gunplay ist eins der Aushängeschilder von Escape from Tarkov.Realistisches Gunplay ist eins der Aushängeschilder von Escape from Tarkov.

Warum kein F2P?

Einige Entwickler im Team von Escape from Tarkov haben zuvor bereits an Free2Play-Titeln gearbeitet. Der Chefentwickler von Battlestate Games ist aber kein großer Fan des Modells. Außerdem passe F2P nicht zum Konzept von Escape from Tarkov.

"Ich mag diese ganzen Tricks der Spiele nicht, die dazu da sind, so viel Geld wie möglich zu generieren. Ich will das nicht in unserem Spiel haben. Weder Pay2Win-Zeug noch irgendwelche kosmetischen Items."

Ohne kosmetische Items sind dann wohl auch Konzepte wie Lootboxen eher unwahrscheinlich.

Zum Thema: Lootboxen: Warum ist das kein Glücksspiel? - Das sagt der Anwalt

Endgame

Auf die Frage nach dem Endgame Content erklärt der Entwickler, dass dieser noch nicht finalisiert ist. Allerdings plane man, Clans einzuführen und weitere Quests zu implementieren. Mit einem früheren Update wurde bereits ein Teil des neuen Quest-Systems eingebaut, welches ermöglicht, bei Händlern Aufgaben zu erfüllen, um im Ansehen zu steigen und bessere Preise zu bekommen.

Escape From Tarkov - Gameplay-Trailer zeigt wilde Schießereien der Closed Beta 1:38 Escape From Tarkov - Gameplay-Trailer zeigt wilde Schießereien der Closed Beta


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