Fallout 76 - Zu viele Exploiter auf den Servern, Spieler nehmen das Problem in die eigene Hand

Duper treiben einige Spieler derart zur Weißglut, dass sie das (virtuelle) Gesetz in die eigene Hand nehmen und Jagd auf die Spielverderber machen.

von Christian Just,
15.01.2019 15:35 Uhr

In der Community von Fallout 76 regt sich Widerstand gegen Spieler, die Items duplizieren.In der Community von Fallout 76 regt sich Widerstand gegen Spieler, die Items duplizieren.

Herrschen keine verbindlichen Gesetze und entstehen dadurch Ungerechtigkeiten, gehen Menschen manchmal dazu über, das Gesetz in ihre eigenen Hände zu nehmen. Eine derartige Selbstjustiz ist im echten Leben streng verboten, im Online-Rollenspiel Fallout 76 dagegen offenbar ein Mittel, sich gegen Nutzer von Exploits zur Wehr zu setzen.

Was ist geschehen? In der Community von Fallout 76, zum Beispiel auf Reddit, tauchen vermehrt Berichte über Spieler auf, die mithilfe von Exploits teils mächtige Ingame-Items duplizieren. Dadurch würden Endgame-Waffen wie Miniguns häufig gegen andere Spieler eingesetzt und zudem leide die Item-Wirtschaft in Fallout 76.

So würden Spieler die duplizierten Items gegen Echtgeld handeln, beispielsweise auf Ebay. Ein Reddit-Nutzer berichtet sogar, dass ein sogenannter Duper einem anderen Spieler im Tausch gegen Amazon-Geschenkkarten das Duplizieren beigebracht haben soll.

Wie reagiert die Community? Der Ärger über das Ausnutzen von fehlerhaften Spielmechaniken ist natürlich groß. Nun nehmen einige Spieler das Ingame-Gesetz in ihre eigenen Hände und machen gezielt Jagd auf die Duper.

So denn man in diesem Zusammenhang von »gezielt« sprechen kann, schließlich sind die Duper-Jäger quasi Polizist, Richter und Henker in Personalunion. Diesen selbsternannten Judge Dredds können durchaus Fehler unterlaufen und dadurch werden mitunter unschuldige Spieler in Mitleidenschaft gezogen.

So werden Duper gejagt: Berichten zufolge kontrollieren die Duper-Jäger das Inventar von anderen Spielern, indem sie sie zum Ingame-Handel auffordern. Sollten die sich weigern zu kooperieren oder finden die Jäger mögliche duplizierte Gegenstände, zerstören sie zur Strafe die Basis der Verdächtigen. Dabei sollen schon gegenseitige Rache-Exzesse entstanden sein. Das ist sicher keine der vielen Möglichkeiten von freier Spielwelt-Gestaltung, die sich Bethesda für Fallout 76 wünscht.

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Wir haben den vorangegangenen Absatz nachträglich hinzugefügt, weil in den Kommentaren die Frage nach den konkreten Aktionen der Duper-Jäger aufkam. Wir entschuldigen uns für die Unklarheiten.

Bethesda arbeitet an Fix

Bethesda hat das Problem bereits erkannt und arbeitet an Fehlerbehebungen. Man kann also nur hoffen, dass die Entwickler das Duplizieren von Items erschweren, sowie den Spielern allgemein das Gefühl geben, dass Cheater und Exploiter für ihr Fehlverhalten offiziell verfolgt und vom Spiel ausgeschlossen werden. Dann legt sich hoffentlich auch die groteske Duper-Jagd wieder.

Derlei Phänomene sind nicht ungefährlich. Dass solche Jagdfantasien auch abstoßende Formen annehmen können, zeigte vor einiger Zeit eine Spielergruppe, die in Fallout 76 Jagd auf angeblich homosexuelle Mitspieler machte. Bethesda setzte hier ein Zeichen und bannte die Spieler lebenslang.

Gegen Cheater sprach Bethesda eine ungewöhnliche Strafe aus: Um ihr Konto zu entsperren, mussten gebannte Fallout-76-Spieler ein Essay darüber schreiben, warum Cheaten böse ist.

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