Schon in Fallout: New Vegas gab es mit Mr. House eine prominent platzierte Figur, die noch aus der Zeit vor dem Atomkrieg stammte. Und in Fallout 4 spielten wir dann sogar selbst so ein Vorkriegs-Relikt, dass im Kryoschlaf 200 Jahre Postapokalypse verpennt hat. Die Fallout-Serie geht sogar noch weiter: Hier taucht ein großer Teil des Casts sowohl vor dem Krieg als auch im Ödland auf.
Achtung: weiter geht's mit Spoilern zu Staffel 2, Folge 6 der Fallout-Serie.
Muss das wirklich sein?
Doch strapaziert die Serie diesen Story-Kniff jetzt über? In Folge 6 der zweiten Staffel wird enthüllt, dass auch der Wissenschaftler Wilzig (Michael Emerson) schon in der alten Welt im Dienst der Enklave stand.
Damit gesellt er sich zu einer langen Liste von Figuren, die es seit mehr als 200 Jahren gibt:
- Cooper Howard, alias der Ghul (Walton Goggins): Er wurde durch ein extremes Maß an Strahlung in einen Ghul verwandelt, wodurch er hunderte Jahre überleben konnte
- Lee Moldaver (Sarita Choudhury): Wie sie überleben konnte, wissen wir noch nicht.
- Bud Askins (Michael Esper): Er hat sein Gehirn in einen Roboter verpflanzen lassen.
- Die Vault-Tec-Manager aus Vault 31, wie zum Beispiel Hank (Kyle MacLachlan), Betty (Leslie Uggams) oder Steph (Annabel O'Hagan): Sie wurden in den Kryoschlaf versetzt.
- Möglicherweise auch Barb (Frances Turner) und Janey (Teagan Meredith): Sie befinden sich wahrscheinlich auch im Kryoschlaf.
2:56
Fallout: Cooper Howard unterhält sich mit Mr. House über das Ende der Welt
Wir haben insgesamt mehr als 10 Figuren, die schon vor dem Krieg gelebt und es bis ins Jahr 2296 geschafft haben. Inzwischen fragen sich einige Fans deshalb, ob es langsam zu viel wird mit den Überlebenden des Atomkriegs.
So schreibt ThatsSex auf Reddit:
Bin es nur ich, oder ist es seltsam dass es so viele Vor-/Nachkriegscharaktere in der Serie gibt? Ein paar ergeben Sinn [...] aber wie zum Henker haben Moldaver und Wilzig überlebt? Mussten sie wirklich von vor dem Krieg sein?
Im Thread wird das Thema kontrovers diskutiert. So gibt es für die Position durchaus Zuspruch:
Ja, es wird langsam ein bisschen alt. Ich musste lachen, als ich Wilzig in der letzten Episode gesehen habe.
GnommioEs lässt Vault 111 im Nachhinein etwas dämlich wirken. Sie haben ihn gebaut, um die Auswirkungen davon zu testen, Leute einzufrieren, aber sie haben sowieso schon einen Haufen Leute eingefroren.
Goodbye-NastyJa, zu sehen, dass Wilzig von vor dem Krieg war, stört mich ein wenig, weil ich das Gefühl hatte, es gibt keinen Grund dafür. Es fühlt sich so an, als würde es das Intro von Fallout 4 ein bisschen entwerten, weil man plötzlih einer von vielen Leuten ist, die in den Kryoschlaf versetzt wurden und überlebt haben.
Valcuda
57:28
Fallout ist sehr viel realistischer, als ihr denkt
Andere sehen bei der Enthüllung von Wilzig als Vorkriegs-Figur kein Problem. So argumentiert etwa sub-t, dass diese Art der Erzählung großartig für Leute sei, die die Spiele nicht kennen:
Sie müssen Nicht-Spieler für die Hintergrundgeschichte und die Welt begeistern. Es funktioniert großartig. Meine Familie, die noch nie gespielt hat, folgen der Lore und setzen sich damit auseinander.
Viele Fans finden auch, dass die vielen Vorkriegs-Figuren hervorragend zum Plot der Serie passen und Sinn ergeben:
Die Charaktere, die du genannt hast, haben eine Verbindung zu den Leuten mit der Technologie, sie am Leben zu halten. Wilzig durch die Enklave und Moldaver ist zwar eine Unbekannte, aber ich könnte mir vorstellen, dass sie sich entweder bei Vault-Tec einschleicht oder eine Verbindung zur Enklave hat.
Auch bei uns in der Redaktion haben die Fallout-Fans schon diskutiert, ob es mit den Vorkriegs-Figuren nicht langsam zu viel wird. Noch wissen wir natürlich nicht, welche Enthüllungen und Plot-Twists sich die Serie für das Staffelfinale aufgehoben hat (das übrigens minimal früher startet, oben lest ihr mehr).
Vielleicht gibt es ja doch noch eine gute Erklärung dafür, warum etwa Wilzig auch schon vor dem Krieg gelebt hat.
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