Es sind interessante Zeiten für uns Fallout-Fans. Das letzte richtige Rollenspiel liegt schon satte elf Jahre zurück und das nächste wird wahrscheinlich genauso lange auf sich warten lassen. Dafür halten uns Gerüchte zu längst überfälligen Remastern bei Laune und ebenso eine überraschend grandiose TV-Serie!
Die Amazon-Adaption unter der Führung von Graham Wagner und Geneva Robertson-Dworet ist quasi eingeschlagen wie ein kleiner Fatman. Kritiker und Zuschauer überschlagen sich mit Lob und mitsamt der Quoten ziehen auch die Spielerzahlen an.
Der Euphorie kann ich mich nur anschließen und daraus habe ich bisher auch kein Geheimnis gemacht. Für meine Staffel-2-Review konnte ich im Vorfeld allerdings nur
sechs von acht Folgen schauen, erst jetzt kenne ich den Rest.
Achja, ab hier gibt's natürlich Spoiler!
Staffel 2 endet mehr mit einem Teaser, als mit einem Finale
So glücklich ich mit der Fallout-Serie auch bin, so wenig komme ich um einen großen Kritikpunkt am Finale von Staffel 2 herum: Folge 8 fühlt sich schlichtweg nicht wie ein Finale an, sondern viel eher wie eine Vorbereitung auf das, was erst noch kommt.
Logisch, Fallout ist ja auch laut Maximus-Darsteller Aaron Moten auf fünf bis sechs Staffeln ausgerichtet und in dieser Season hat der Plot vor allem eins: Sich verdichtet. Ein großer, übergeordneter Konflikt wird vorbereitet, in dem jeder irgendwie drin verstrickt ist: Vault-Tec, Robert House, Cooper Howard, Ron Perlmans mysteriöser Supermutant und natürlich die Enklave.
Hier stellt sich die Fallout-Serie aber zumindest aktuell noch selbst ein Bein. Denn während viel vorbereitet und angeteast wird, lassen konkrete Antworten und Ansagen auf sich warten und lassen mich als Zuschauer auf brandheißen Kohlen sitzen und offen gesagt auch etwas unbefriedigt zurück.
2:25
»Die wissen genau, was wir wollen« - Jetzt treffen Fallout-Spiel und Fallout-Serie direkt aufeinander und das sorgt für Gesprächsstoff
Was Staffel 2 von Fallout beantwortet ...
Aber lasst mich von vorne beginnen und unbedingt klarstellen: Folge 8 der zweiten Season ist keine schlechte Episode - ganz im Gegenteil. Auf eine Handvoll Fragen gibt es tatsächlich Antworten oder wir nähern uns denen zumindest kontinuierlich an.
So hat allen voran die Charakterentwicklung von Maximus (Aaron Moten) einen neuen Höhepunkt erreicht. Als einer der wenigen Überlebenden von Shady Sands dachte er zuerst, bei der Stählernen Bruderschaft ein Zuhause und eine Bestimmung zu finden. Nach zahlreichen Enttäuschungen und Rückschlägen durfte er jetzt in einer Power-Rüstung der Fraktion, der auch seine verstorbenen Eltern angehörte, bei den Bewohnern von New Vegas neue Begeisterung für die NCR entfachen.
Lucy (Ella Purnell) konnte wiederum ihren Vater zur Rede stellen und sogar zur Rechenschaft ziehen … zumindest zu einem gewissen Anteil. Denn Hank MacLean (Kyle MacLachlan) unterzog sich lieber selbst einer Lobotomie, um den Konsequenzen seiner eigenen Missetaten zu entgehen. Lucy hat damit genau genommen bereits das Ziel erreicht, für das sie die Sicherheit ihrer eigenen Vault ursprünglich hinter sich ließ.
Der Ghul (Walton Goggins) zog über 200 Jahre lang durch das Ödland in der Hoffnung, dass seine Familie noch am Leben ist. Gefunden hat er Barb und Janey noch immer nicht, aber dafür jetzt einen eindeutigen Hinweis auf ihren Aufenthaltsort gefunden: Eine Postkarte aus Colorado.
Das sind zumindest mal die wichtigsten Figuren und wohin sie ihre Reise in Staffel 2 geführt hat.
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