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Seite 3: Fan-Finanzierung gegen Publisher-Geschäft - Der Crowdfunding-Boom

Stars machen Kickstarter für Spiele bekannt

Jane Jensen entwickelt derzeit das von Fans finanzierte Mystery-Adventure Moebius. Jane Jensen entwickelt derzeit das von Fans finanzierte Mystery-Adventure Moebius.

»Ich wollte wieder Adventures machen, und es gibt Leute, die Adventures spielen wollen. Im Weg waren nur die Publisher«, erzählt uns Jane Jensen über eine wackelige Skype-Verbindung, während im Hintergrund die Farmvögel zwitschern. »Mein Mann und ich, wir haben uns schon letztes Jahr dazu entschlossen, ein eigenes Studio zu gründen. Wir haben sogar zusammen ein kleines E-Book für Kinder gemacht, um das Geld dafür zusammenzukriegen. Aber wir wussten schon, dass das für ein Spiele-Budget nicht reichen würde.«

Jane Jensens Geschichte ähnelt der von Tim Schafer, auch wenn sie weitaus weniger Beachtung in Mainstream-Medien findet. Jensen machte sich in den 90ern einen Namen mit klassischen Point-and-Click Adventures über den blonden Mystery-Autor Gabriel Knight, musste jedoch den Fokus wechseln, als komplexe Adventures Ende der 90er unpopulär wurden. Jahrelang arbeitete sie an Casual Games für den Browserspiele -Hersteller Big Fish Games und den Social-Games-Giganten Zynga.

Aufruf-Video zu Pinkerton Road 7:30 Aufruf-Video zu Pinkerton Road

»Wir haben schon seit Dezember 2011 über Crowdfunding für die Gründung von Pinkerton Road nachgedacht«, sagt Jane. »Aber dann kamen Tim Schafer mit seinem Adventure und Brian Fargo mit Wasteland 2, das hat alles beschleunigt.« Die Erfolge von Schafer und Fargo haben Kickstarter für Videospiele verändert. Die Fans, die Schafer unterstützt haben, blieben auf der Seite und spendeten weiterhin Geld für andere Projekte, weitere knapp drei Millionen Dollar in nur sechs Wochen nach dem Beginn der Double-Fine-Aktion.

Neue Verkaufskonzepte entstehen

Die Alternative zu düsteren Moebius-Adventure wäre eine Liebesgeschichte auf einer Farm gewesen. Die Alternative zu düsteren Moebius-Adventure wäre eine Liebesgeschichte auf einer Farm gewesen.

In nur drei Wochen konzipierte Jane Jensen ihr Kickstarter-Kampagne mit einem Grafikdesigner, filmte ein amüsantes Video über den Besuch auf ihrer mit Gabriel-Knight-Horrorgestalten gefüllten Farm und schlug ein neues Studiokonzept vor. »Wir sind mit unserer Farm Mitglied bei einer Reihe von CSAs, also Community Supported Agricultures, auch Solidarische Landwirtschaft genannt. Da abonnierst du eine Farm und bekommst jede Woche einen Korb mit ihren Produkten, mit Milch, Wolle und Fleisch«, erklärt Jensen.

»Und dieses Modell wollen wir auch für Pinkerton Road benutzen. Wer uns unterstützt, kriegt jedes Spiel, das wir innerhalb eines Jahres produzieren.« Fast 450.000 Dollar hat Jensen damit gesammelt und Pinkerton Road so das nötige Startkapital beschafft. Das erste Spiel, Moebius, ein modernes Mystery-Adventure über den Antiquitätenhändler Malachi Rector, ist bereits in Entwicklung. Ein Gabriel Knight-Nachfolger soll folgen.

Ohne großen Namen wird das Sammeln mühsam

Kickstarter avancierte so in kürzester Zeit zum Synonym für Revivals totgeglaubter Genres und vergessener Designlegenden; eine Lawine von Trittbrettfahrern überschüttete die Plattform mit Spielideen - allerdings ohne vorprogrammierten Erfolg. »Das war schwerer als ich dachte«, ächzt Jane Jensen. »Du musst mit den Leuten da draußen kommunizieren, dich an die Öffentlichkeit drängen, immer wieder neue Updates bringen. Ich bin keine öffentliche Person, ich bin eine Autorin, eine Einsiedlerin.«

Auch Greg Rice hat erlebt, dass das Buhlen um Unterstützer neue Herausforderungen aufwirft »Wenn du einem Publisher ein Spiel vorschlägst, dann geht es da immer um den finanziellen Standpunkt. Bei Kickstarter musst du den Leuten eine einzigartige Geschichte geben und dich zugleich ganz alleine um jedes mögliche Detail kümmern. Zum Beispiel darum, dass auch Leute ohne Kreditkarte und Amazon-Account spenden können.«

Video zum Crowdfunding-Spiel Project Giana 2:49 Video zum Crowdfunding-Spiel Project Giana

Eine Kickstarter-Kampagne ist mit einer Unmenge an Planung verbunden. Erfolgreich zu sein, ist keine Selbstverständlichkeit, sondern ein Ergebnis harter Arbeit. Wobei Double Fine natürlich neben dem strahlkräftigen Namen von Tim Schafer auch von dem seines Freundes und Co-Entwicklers Ron Gilbert profitierte, einem weiteren LucasArts- und Monkey Island-Veteran. Denn es liegt auf der Hand, dass Spender eher etablierte Designer unterstützen als unbekannte. Schließlich basiert die Spende auf einem Vertrauensvorschuss. Man investiert im Glauben an ein hochwertiges Endprodukt. Da hilft es, wenn sich dessen Macher schon mal bewiesen haben.

Um auch unbekannteren Studios zu helfen, hat der Wasteland-Vater Brian Fargo die solidarische Initiative »Kick it Forward« gegründet, eine lose Gruppe erfolgreicher Kickstarter-Entwickler, die einen Teil ihrer späteren Verkaufserlöse in andere Projekte investieren wollen.

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