Lange haben Fußballfans gerätselt, was nach dem Ende der Ära von EA und FIFA kommen würde. FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte die Erwartungen nach der Trennung im Mai 2022 persönlich in die Höhe geschraubt. Er versicherte, »dass das einzige authentische, echte Spiel, das den FIFA-Namen trägt, das beste sein wird, das für Gamer und Fußballfans erhältlich ist«.
Endlich
, dachte ich, endlich bekommen wir den Konkurrenzkampf, den das Genre seit dem Niedergang von Pro Evolution Soccer so dringend nötig hat. Und dann auch noch mit den Milliarden der FIFA im Rücken. Das könnte echt was werden.
Doch jetzt ist die Katze aus dem Sack: Das erste große Projekt heißt FIFA Heroes und ist so ziemlich das genaue Gegenteil von dem, was ich mir gewünscht habe.
Eine Katastrophe mit Ansage
Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Es ist ein 5-gegen-5-Arcade-Kicker. Mit »platzsprengenden Power-Moves«. Mit den offiziellen WM-Maskottchen. Und, weil das anscheinend noch nicht absurd genug ist, mit fiktiven Charakteren aus TV-Serien und Filmen.
Das Spiel soll 2026 für Konsolen und Mobilgeräte erscheinen. PC-Spieler wie ich bleiben, Gott sei Dank, verschont.
Das ist keine Konkurrenz für EA Sports FC, auch wenn der diesjährige Ableger für mich der enttäuschendste seit vielen Jahren ist.
Das ist für mich ein Mario-Strikers-Klon mit einer Lizenz, die Besseres verdient hätte. Es ist eine Ohrfeige für jeden Fan, der Infantinos Worten auch nur den geringsten Glauben geschenkt hat.
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Das ging nach hinten los: FIFA Heroes, das erste Spiel nach dem EA-Aus, wird von der Community zerrissen
Ich frage mich, wer in den FIFA-Büros diese Entscheidung getroffen hat. Wer saß in einem Meeting und dachte sich: »Wissen Sie, was die Fußballfans wirklich wollen? Nicht etwa Messi, Neuer oder Ronaldo in einer realistischen Simulation. Nein! Sie wollen mit dem WM-Löwen Goleo von 2006 gegen eine Figur aus einer Netflix-Serie antreten!«
Das ist so unglaublich weit von der Lebensrealität und den Wünschen von uns Spielern entfernt, dass es fast schon wieder komisch ist.
Die Lösung lag so nahe
Dabei lag die Lösung für mich doch auf der Hand: Die FIFA sitzt auf einem riesigen Berg Geld. Gleichzeitig dürften viele der genialen Entwickler, die uns einst die goldenen Jahre von PES beschert haben, nach Konamis eFootball-Debakel auf dem Markt sein.
Man hätte ein Dreamteam zusammenstellen, es mit Geld überschütten und ihm eine einfache Anweisung geben können: »Baut uns das beste Fußball-Gameplay der Welt, macht uns ein PES 2021 mit der FIFA-Lizenz!« Das war mein Traum.
Bei EA in Vancouver dürften jetzt die Korken knallen. Sie können sich entspannt zurücklehnen – denn der große, angsteinflößende Konkurrent ist für mich vorerst nichts weiter als eine Lachnummer.
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