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Filmkritik zu Wonder Woman - Die Welt liebt diesen Film - zu Recht?

Wonder Woman leistet etwas, das Marvel bisher versäumt hat. Und das ist nur einer Gründe, warum die Presse weltweit den Film feiert. Hier unser eigenes Urteil.

von Dimitry Halley,
14.06.2017 14:18 Uhr

Wonder Woman soll das DC Cinematic Universe retten. Und laut dem Großteil der Presse klappt das auch ziemlich gut.Wonder Woman soll das DC Cinematic Universe retten. Und laut dem Großteil der Presse klappt das auch ziemlich gut.

Wonder Woman ist ein bisschen wie das Bio-Prüfsiegel in der Lebensmittelabteilung. Die Leute erkennen beide auf den ersten Blick, gemeinhin stehen sie für eine gute Sache und bewahren die Welt vor Unheil. Aber kaum jemand weiß wirklich was über das Wesen hinter der einprägsamen Oberfläche. Welche Charakteristika zeichnen die beiden im Detail eigentlich aus? Wo kommen sie her? Durch welche schicksalhaften Ereignisse wurden sie, was sie heute sind? Ist ihr Ziel die Rettung der Menschen? Oder der Natur? Oder der ganzen Welt?

Und beide sind Teil einer extrem komplexen und harsch kritisierten Wirtschaft, bei der eine gewaltige Stange Geld auf dem Spiel steht. Deswegen stellen die Leute sehr hohe Erwartungen: Die Bio-Milch muss beweisen, dass sie auch wirklich Bio ist. Und Wonder Woman - naja, Wonder Woman hat die Herkulesaufgabe übernommen, das DC Cinematic Universe zu retten. Nach den beiden (Bio?-)Gurken Man of Steel und Batman v Superman soll die Amazone zeigen, dass auch Marvels Rivalen hervorragende Superhelden-Filme machen können, wenn Christopher Nolan mal nicht Regie führt.

Und die internationale Presse sagt ziemlich einheitlich: Jau, die Rechnung geht auf. Wonder Woman sei ein großartiger Film, der Marvel endlich mal mit ausgestreckter Zunge zeigt, wie ein Superhelden-Film mit weiblicher Hauptfigur zu funktionieren hat (Marvels einzige Storys mit weiblicher Hauptrolle sind die Serien Agent Carter und Jessica Jones, ein Kinofilm steht folglich noch aus). Aber auch unabhängig von diesem Politikum - so die Kritiker - punkte Wonder Womans Solo-Debüt mit Herz, Persönlichkeit, tollen Figuren, fesselndem Drehbuch und einer absolut runden Gesamtpräsentation.

Nachdem ich den Film selbst gesehen habe, kann ich sagen: Das stimmt zwar so nicht ganz - aber der Film macht trotzdem ordentlich Spaß. Und gerade weil Wonder Woman für viele Zuschauer so ein unbeschriebenes Blatt ist, vermeidet sie Fettnäpfchen, in die die letzten Superman- und Batman-Verfilmungen mit beiden Beinen reingetreten sind.

Zum Vergleich: Die GameStar-Kritik zu Batman v Superman

Spoilerfreie Filmkritik: Ich halte diese Rezension wie immer spoilerfrei, allerdings setze ich die Filmtrailer als gesehen voraus. Wenn Sie also absolut gar nichts über Wonder Woman wissen wollen, warten Sie am besten mit dem Lesen bis nach dem Kinobesuch.

Was macht Wonder Woman eigentlich einzigartig?

In der Comic-Welt gibt's eine recht schöne Unterscheidung zwischen Batman, Superman und Wonder Woman: Batman braucht man, um bösartige Verbrechen auf der Straße aufzuklären. Superman schützt die Welt vor außerirdischen Superbedrohungen. Und Wonder Woman - die ruft man, wenn ein Krieg beendet werden muss. Dass der Wonder-Woman-Film die junge Amazone in die Grauen des Ersten Weltkriegs katapultiert, zeigt also eindrucksvoll: Die Macher haben ihre Figur verstanden. Seit Man of Steel ist das ja alles andere als selbstverständlich.

Wonder Woman - Bilder zum Kinofilm ansehen

Diana stammt ursprünglich von der magischen Insel Themyscira, die in antiker Zeit vor dem Rest der Welt verborgen wurde - und auf der die nie alternden Amazonen seit jeher in einer ausschließlich weiblichen Gesellschaft leben. Wonder Woman ist das einzige Kind der Gemeinschaft - der Film illustriert ihre Ursprungsgeschichte und verknüpft sie mit dem griechischen Götterkosmos rund um Zeus, Ares und Co (ich hätte auch nicht gedacht, dass die Griechen Recht hatten mit ihrem Pantheon).

Doch das Idyll der verschleierten Insel wird jäh durch die Ankunft des britischen Soldaten Steve Trevor unterbrochen, der gerade noch im Ersten Weltkrieg kämpfte und sich plötzlich in den rettenden Armen von Diana wiederfindet. Was dann folgt, stammt so ziemlich aus dem Handbuch für Superhelden-Drehbücher: Die junge Kriegerin Diana muss ihre Komfortzone verlassen und in die unbekannte (also unsere) Welt reisen, um ihre Kräfte zu erforschen und den Endgegner auf die Bretter zu schicken. Der Film verlässt sich genau auf die Struktur, die Marvel-Filme so erfolgreich macht - und das entpuppt sich gleichzeitig als Fluch und als Segen.

Wonder Womans schlechteste Seite

Zuerst der Fluch-Aspekt: Wonder Woman funktioniert sehr routiniert. Gerade im Vergleich zu Batman v Superman, der zumindest in eine neue inhaltliche Richtung vorstoßen wollte (klammern wir mal aus, wie sehr das in die Hose ging). Ähnlich wie Star Wars 7: Das Erwachen der Macht spielen die Macher von Wonder Woman ganz gezielt das sicherste Kartenblatt, um es auf keinen Fall zu vergeigen. Diana hat einen quirligen Support-Cast wie in Ant-Man, einen heroisch inszenierten Höhepunkt wie bei den Avengers und den obligatorischen CGI-Bosskampf wie am Ende jedes modernen Superhelden-Films.

Wonder Woman - Finaler Trailer zur DC-Comic-Verfilmung: Superheldin vs Dr. Poison 2:42 Wonder Woman - Finaler Trailer zur DC-Comic-Verfilmung: Superheldin vs Dr. Poison

Apropos Bösewicht: Der könnte sich ebenfalls ohne Probleme in die Riege der Marvel-Schurken einreihen - und das meine ich hier nicht als Kompliment. Der moralische Konflikt der Wonder-Woman-Story ist so stumpf wie vorhersehbar. Hier ein kleiner Selbsttest: Diana stammt von einer Paradies-Insel mit einer perfekten Gesellschaft und wird in unsere Realität geworfen. Basteln Sie sich mal im Kopf ganz spontan einen Kulturschock-Konflikt, der daraus entstehen könnte. Ja, die Menschen können echt grausam sein.

Ich will für jeden Filmschurken der letzten Jahre einen Euro zurück, der die Menschen ausrotten will, weil sie so fehlerbehaftete Geschöpfe sind. Selbst im neuesten xXx ist Vin Diesel gelangweilt von solchem Schmalspur-Öko-Terrorismus. Und das heißt was. Wonder Woman braucht zwei Stunden Laufzeit, um ihre eigene (extrem vorhersehbare) Antwort auf unser aller dunkle Seite zu finden - dass der Weg dahin sich allerdings trotzdem wie ein rasanter Spaß anfühlt, liegt an den diversen Schokoladenseiten des Films.

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