Forspoken kostet 80 Euro - und löst erneut Preisdebatte um PC-Spiele aus

Forspoken kann für 80 Euro bei Steam vorbestellt werden. Spieler diskutieren deshalb, ob eine allgemeine Preiserhöhung bevorsteht.

von Tillmann Bier,
14.12.2021 16:53 Uhr

Während Spiele für die Next-Gen-Konsolen schon seit einem Jahr 70 Euro kosten, blieben PC-Spieler bislang von Preiserhöhungen verschont. Nun wird das Action-RPG Forspoken für 80 Euro bei Steam gelistet, und auch für das Final Fantasy 7 Remake wurde im Epic Games Store kurzzeitig ein Preis von 80 Euro angegeben. Viele Spieler fragen sich nun, ob sie in Zukunft auf dem PC generell mehr zahlen müssen. Was diskutiert wird, und warum PC-Spieler sich keine allzu großen Sorgen machen müssen, klären wir in diesem Artikel.

Zunächst jedoch noch ein kurzer Hinweis zum Preis für das Remake von Final Fantasy 7: Hier wurden 80 Euro für das Spiel inklusive einer neuen Erweiterung verlangt, bei der ihr die Ninja Yuffie spielt. Ihr bekommt also mehr als nur das Hauptspiel für euer Geld. Allerdings gibt es aktuell keine Option, dieses allein zu einem geringeren Preis zu kaufen.

Inzwischen wurde die Preisangabe bei Final Fantasy 7 wieder entfernt. Unklar ist dabei, ob das nur vorrübergehend gilt, um einem Shitstorm entgegenzuwirken oder tatsächlich noch angepasst werden soll. Dem Publisher bleibt aber bis zum Release am 16. Dezember nur noch wenig Zeit, um eine solch durchaus schwerwiegende Entscheidung zu treffen.

Viele Spieler sind verärgert

Spieler diskutieren anlässlich dieser Neuigkeiten auf Steam und Reddit darüber, ob andere Publisher dem Vorbild von Square Enix folgen werden, und die Preise für neue PC-Spiele erhöhen.

Dabei werden viele verärgerte Stimmen laut: Die meisten Kommentatoren drücken ihr Unverständnis und ihre Verärgerung über die Preisgestaltung bei Forspoken aus. Publishern wird vorgeworfen aus Profitgier zu handeln, während es keine vernünftige Grundlage für eine Preiserhöhung gäbe. Auch wird dazu aufgerufen, vom Kauf des Spiels zum Vollpreis abzusehen, um ein Zeichen gegen die Erhöhung zu setzen.

Wenn ihr euch trotz des hohen Preises immer noch auf Forspoken freut, zeigt euch Elena, was das Action-RPG abseits von schöner Grafik zu bieten hat:

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Square Enix sieht sich noch aus einem weiteren Grund deutlicher Kritik ausgesetzt: Anscheinend ist die regionale Preisgestaltung des Publishers vollkommen unausgeglichen. So beschweren sich etwa Spieler aus Russland und Ungarn, das sie für neue Titel von Square Enix über 10 Prozent des durchschnittlichen Einkommens in ihrem Land auf den Tisch legen müssen. Normalerweise passen sich die Spielepreise auf Steam und Co. hier an die örtlichen Verhältnisse an.

Die Diskussion darüber, ob die aktuelle Preisgestaltung grundsätzlich fair ist, flammte zuletzt bei den Preisen für Next-Gen-Spiele auf. Publisher und Entwickler argumentieren vor allem mit den gestiegenen Produktionskosten, die einen höheren Preis rechtfertigen würden. Kritiker verweisen dagegen auf die ohnehin schon erweiterten Verdienstmöglichkeiten etwa durch Mikrotransaktionen und Lootboxen.

Kein Grund zur Sorge für PC-Spieler

Dass nun die Ära der PC-Spiele für 60 Euro zu Ende geht, darf jedoch stark bezweifelt werden. Bevor andere Publisher dem Beispiel von Square Enix folgen, muss sich deren Strategie schließlich erst als Erfolg erweisen. Sollten etwa schon die Vorverkäufe bei Forspoken hinter den Erwartungen zurückbleiben und viele Spieler auch später davon absehen, das Spiel zum Vollpreis zu erwerben, dann würden andere Publisher es sich wahrscheinlich dreimal überlegen, bevor sie den Preis ihrer Spiele ebenfalls erhöhen.

Man kann auch noch nicht ausschließen, dass es sich bei den 80 Euro für Forspoken um den von der Konsolenversion übernommenen Preis handelt. In diesem Fall könnte sich der Preis für den PC ohnehin noch ändern. Wir haben bei Square Enix nachgefragt, der Publisher wollte aber keinen weiteren Kommentar abgeben.

Im Falle von Final Fantasy geht es dagegen um das Basisspiel plus Erweiterung, das für 80 Euro angeboten wird: Eventuell taucht zum Release noch eine Möglichkeit auf, das Spiel ohne die Erweiterung zu einem günstigeren Preis zu erwerben.

Wer immer noch besorgt ist, lässt sich vielleicht von den weisen Worten unseres Chefredakteurs beruhigen, der erklärt warum sich PC-Spieler auch weiterhin keine Gedanken um Preissteigerungen machen müssen:

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Wie Heiko Klinge auch in seiner Kolumne anmerkt, profitieren PC-Spieler zusätzlich von dem Konkurrenzkampf zwischen den Anbietern wie Steam, Epic und anderen. Die Möglichkeiten, neue Spiele für weit weniger als 60 Euro zu erwerben, sind dadurch vielfältig: Ob ihr den neuen Titel in einem der zahlreichen Sales kauft, oder ihn über einen der verschiedenen Abo-Services spielt, in den wenigsten Fällen zahlt ihr wohl den Vollpreis für eure Spiele.

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