GameStars 2017: Bester Artikel - Triumph der Nostalgie

Die besten GameStar- und GamePro-Artikel des Jahres sind gewählt. Und gewonnen hat ein alter Bekannter.

von Michael Graf,
30.01.2018 10:30 Uhr

GameStars 2017: Bester Artikel des Jahres - Video: Alles andere als gewöhnlich 5:23 GameStars 2017: Bester Artikel des Jahres - Video: Alles andere als gewöhnlich

Wer sich selbst einen Preis verleiht, ist - wie sagen wir's höflich – sicherlich ein großer Freund des eigenen Schaffens. Deshalb haben wir auch nicht selbst über die besten GameStar- und GamePro-Artikel des Jahres 2017 entschieden, sondern euch abstimmen lassen, unsere Leser. Zugegebenermaßen aber erst, nachdem in der Redaktion wüstere Diskussionen getobt haben als in jedem Reddit-Thread über Star Wars: Battlefront 2. Nämlich, als es darum ging, welche zehn Artikel wir überhaupt zur Wahl nominieren sollen.

Das war alles andere als leicht, tat aber Not. Schließlich wär's für alle Beteiligten recht unübersichtlich gewesen, euch aus allen 16.133 Artikeln wählen zu lassen, die zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember 2017 auf GameStar.de und GamePro.de erschienen sind. Unsere Nominierten sollten daher nicht nur besonders gut sein, sondern auch die komplette Bandbreite unserer Artikelformate abdecken: Tests, Previews, News, Specials, Hardware-Checks, Kolumnen und exklusive Reports für GameStar Plus.

Diskutiert haben wir übrigens auch, was "guter Artikel" überhaupt bedeutet. Besonders geschliffene Formulierungen? Besonders originelle Gedanken und Perspektiven? Ein bis zum letzten Halbsatz aufwändig recherchierter Bericht? Oder ein umfassend aufbereitetes Exklusivhema, das es nur bei uns gibt? Die klare Antwort: Alles davon - und noch mehr! Denn unsere drei Gewinner zeigen, dass es ganz unterschiedliche Arten von Qualität geben kann. Und ganz unterschiedliche Gründe, einen Artikel zu wählen.

Übersicht: Alle Kategorien und Gewinner der GameStars 2017

Platz 3 - Anno 1800: Zurück in die Vergangenheit

Dass Ubisoft ein neues Anno entwickeln lässt, ist in etwa so überraschend, wie eine Meisterschaft des FC Bayern als Sinnbild für etwas total Vorhersehbares heranzuziehen. Dass sich dieses neue Anno - Anno 1800 genannt - jedoch in ein bislang nie dagewesenes Zeitalter wagen und nach dem sehr browserspieligen Anno 2205 wieder auf die spielerischen Serienwurzeln besinnen würde - nun, das trieb die Fanaugenbrauen schon eher nach oben. Und weil wir wissen, dass Anno bei den GameStar-Lesern traditionell in hoher Gunst steht, war für uns klar: Darüber müssen wir berichten. Groß berichten.

Also besucht unser Chefredakteur und alteingesessener Anno-Evangelist Heiko Klinge den Entwickler Ubisoft Blue Byte bereits vor der Enthüllung von Anno 1800, sodass wir bestens vorbereitet sind, als der Publisher schließlich auf der Gamescom den Vorhang fallen lässt: Zeitgleich mit der Ankündigung geht Heikos umfassende Titelstory zu Anno 1800 online, die das neue Industriezeitalter mit seinen Eisenbahnen und Revolutionen detailliert beschreibt. Das gibt's zu diesem Zeitpunkt nur bei uns - ja, auch in modernen Internetzeiten kann ein Spielemagazin noch Exklusivgeschichten an Land ziehen. Wie genau das geht, erklärt Heiko in GameStar TV.

Zum Artikel: Anno 1800 - Zurück in die Vergangenheit (GameStar Plus)

Platz 2 - Zelda: Breath of the Wild zeigt, dass die Ubisoft-Formel aussterben muss

Was ist ein guter Artikel? Er kann exklusiv sein, wie bei Anno 1800. Er kann nostalgische Gefühle wecken, wie - nun, ebenfalls bei Anno 1800. Er kann aber auch etwas ganz anderes leisten, nämlich interessante Perspektiven aufzeigen; neue, vielleicht persönliche Blickwinkel auf Spiele oder spieleübergreifende Themen. "Zelda: Breath of the Wild zeigt, dass die Ubisoft-Formel aussterben muss" ist so ein Artikel.

In ihrer Kolumne für GamePro.de erklärt Linda Sprenger, warum sie es satt hat, in Open-World-Rollenspielen nur Checklisten und Kartensymbole abzuarbeiten. Sie wird lieber von ihrer eigenen Neugier durch eine Welt getragen - wie eben in Zelda: Breath of the Wild. Eine Perspektive, in der sich viele Spieler wiederfinden. Oder auch nicht, über Meinungen (und damit Kolumnen) lässt sich trefflich streiten.

Wichtig ist, dass euch solche Artikel zeigen, wie wir Redakteure ticken, wie wir denken. Schließlich schreiben Menschen für GameStar und GamePro, die Spiele lieben und oft viel mehr darüber grübeln und plaudern, als ihr mitbekommt. Artikel wie der von Linda helfen uns, das zu ändern. Und damit helfen sie euch, besser zu verstehen, wer wir eigentlich sind. Oder vielleicht wollt ihr einfach nur "Ubisoft" und "aussterben" in einem Satz lesen, auch okay (Spaß!).

Zum Artikel: Breath of the Wild zeigt, dass die Ubisoft-Formel aussterben muss

Platz 1 - 20 Jahre GameStar: Vom Eisbach zu den Sternen

20 Jahre. Dass es GameStar bereits so lange gibt, ist in doppelter Hinsicht bemerkenswert. Denn erstens bewegen wir uns im schnelllebigen Umfeld der Medien, zweitens berichten wir über das noch schnelllebigere Umfeld der Computertechnik. Umso ferner scheinen die Anfangstage des Magazins; 1997 gab's weder Steam noch Youtube, weder Free2Play noch Smartphones, weder Reddit noch Facebook. Und Videos wurden noch auf Kassetten aufgezeichnet. Ja, auf Kassetten.

Umso mehr mag unsere Leser interessiert haben, wie GameStar eigentlich so lange überlebt hat - und wie 1997 die allerersten Heft entstanden. Vor allem Letzteres berichtet unser Gründungs-Chefredakteur Jörg Langer in seinem Geburtstagsartikel Vom Eisbach zu den Sternen, mit vielen Anekdoten, vielen Fotos, viel Nostalgie. Sein Artikel ist das Herzstück unserer 20tägigen Jubiläumsfeier (alle Artikel und Videos gibt es hier); er erzählt von sündhaft teuren Faxgeräten und abschreckenden Kellerbüros, von Namenswirren, Vollversionspanik und einem gewissen Gabe Newell, den damals noch gar keiner kannte.

Man sagt, um jemanden wirklich zu verstehen, muss man wissen, wo er herkommt. Gute Schauspieler etwa wollen die Vorgeschichte ihrer Rollen wissen, selbst wenn jene Vorgeschichte im Film gar nicht thematisiert wird. Und Jörgs Artikel erzählt eben die Vorgeschichte der GameStar (und damit im Prinzip auch der fünf Jahre jüngeren GamePro): Da kommen wir her, aus einem dunklen Keller in München. Und dafür haben wir's dann doch recht weit gebracht. Erstens zur reichweitenstärksten deutschsprachigen Spiele-Website, zweitens liegen unsere aktuellen Büros immerhin im zweiten Stock. Und bei beidem gilt: Da ist auch noch viel Raum nach oben!

Zum Artikel: 20 Jahre GameStar - Vom Eisbach zu den Sternen (GameStar Plus)


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