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Seite 2: Gefangen im Netz - Über die Gefahren der Internetsucht

Bin ich gefährdet?

Einen einheitlichen Fragenkatalog, den man auf der Suche nach Symptomen Punkt für Punkt abarbeiten kann, gibt es nicht. Aus den verschiedenen Quellen lassen sich jedoch folgende Punkte entnehmen, die in Kombination einen Hinweis auf eine möglicherweise vorhandene Internetsucht geben können:

  • In der Partnerschaft oder in der Beziehung zu den Eltern kommt es wegen des Computers häufig zu Diskussionen
  • Das Interesse an realen Geselligkeiten lässt merklich nach
  • Mangelnder Schlaf und Erschöpfung werden zum ständigen Begleiter
  • Ladeneinkäufe werden gestrichen, alles im Netz erledigt
  • Die Kondition lässt merklich nach, da die Bewegung fehlt
  • Man fühlt sich in der Familie als Außenseiter und nicht integriert
  • Das Gefühl, von Freunden, Kollegen und der Familie nicht verstanden zu werden, bestätigt sich täglich
  • Zunehmende Abkapselung vom realen Leben
  • Häufiges, unüberwindbares Verlangen, den Rechner einzuschalten
  • Verlust der Kontrolle über die Internetnutzung (vergeblicher Versuch, den Konsum zu reduzieren, häufig verbunden mit Schuldgefühlen)
  • Verheimlichung der Nutzungsgewohnheiten
  • Online-Kommunikation wird realer Kommunikation vorgezogen
  • Man verbringt mehrere Stunden täglich online und vernachlässigt dabei andere Lebensbereiche
  • Freunde und Angehörige sind der Meinung, dass zu viel Zeit im Netz verbracht wird
  • Wenn sehr viel Zeit online verbracht wird, stellt sich ein Gefühl der Einsamkeit und Niedergeschlagenheit ein
  • Schuldgefühle und Scham entstehen angesichts der Tätigkeiten im Netz
  • Die Anonymität des Austauschs im Internet wird als befriedigender empfunden als echte Beziehungen
  • Gedanklich findet eine ständige Beschäftigung mit dem Internet statt, auch wenn der Computer nicht in Reichweite ist
  • Der Netzkonsum hat negative Auswirkungen auf Ausbildung, Beruf, Familienleben, Partner- und Freundschaften
  • Es herrscht ein ständiger Druck, hardwaretechnisch up to date zu sein und Frustration, wenn der Technikmarathon nicht durchgehalten wird
  • Tendenzen zu Alkohol- oder Drogenkonsum, Tabletten-, Kauf-, Glücksspiel- oder Arbeitssucht sind vorhanden

Nicht nur die Zeit, die online verbracht wird, entscheidet darüber, ob bereits zwanghaftes Verhalten vorliegt, sondern eine Kombination verschiedener negativer Verhaltensweisen. Treffen nur einige wenige Punkte zu, stellt dies keinen Grund zur Panik dar. Findet man sich in zahlreichen der genannten Punkte wieder, kann dies auf eine Suchterkrankung hindeuten. Auch wenn sich das Umfeld häufig über die im Internet verbrachte Zeit beschwert, kann dies ein Indiz für eine Sucht sein, denn nicht selten bemerken Partner, Freunde oder auch Eltern die Problematik früher als der Betroffene selbst. In Zeiten von medialer Empörung über »Killerspiele« sicherlich nicht leicht zu unterscheiden, dennoch sollte man dem Umfeld Gehör schenken, wenn es zu Beschwerden kommt.

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