Gotham Knights - Neues Gameplay: Das reicht einfach noch nicht

Meinung: Gotham Knights hat eine fantastische Ausgangssituation, aber das bisherige Gameplay fliegt ziemlich gegen die Wand.

von Dimitry Halley,
12.05.2022 16:45 Uhr

Vor einer Weile habe ich mir beim Modellbau das Messer versehentlich so hart in den Finger gerammt, dass meine Kuppe danach aussah wie diese Glasbläserkugeln, die immer am Ende von Glasbläserstäben baumeln (ich habe keine Ahnung von Glasbläserei). Aber hey, da lächle ich doch, denn fiese Wunden bedeuten immer eines: Ein Pflaster muss her! Und zwar nicht irgendein Pflaster, nein, denn ich besitze super heftig Star-Wars-Pflaster! Also ... ganz normale Pflaster, aber eben mit Darth Vader, Jar Jar, Obi-Wan und BB-8 drauf. Juhu.

Jetzt könnt ihr natürlich einwerfen: Dimi, du Markenopfer, das ist doch bloß Geldmacherei. Und da habt ihr völlig recht, aber wenn ich statt der stinknormalem Popelbraun-Pflaster eine Star-Wars-Variante auf die klaffende Wunde pappen kann, dann macht R2D2 auf der Fingerkuppe den Schmerz halt doch ein ganz kleines bisschen erträglicher.

Lizenzspiele sind oft wie Star-Wars-Pflaster. Streichst du einem Battlefront 2 die Star-Wars-Lizenz, dann steckt darunter ein bestenfalls solider Multiplayer-Shooter, der halt wie ein schnörkelloses Pflaster wirkt: Passt (hoffentlich) schon, macht seinen Job, lockt aber niemanden hinterm Ofen hervor. Und dann gibt es Spiele wie Batman: Arkham City oder Arkham Knight. Nehmt der Fledermaus ihre Ohren, nehmt ihr das Batman-Logo, streicht das manische Joker-Lachen - und ihr hättet am Ende immer noch ein wegweisendes Open-World-Spektakel, das bis heute Fachhochschulkurse halten könnte, wie ein meisterhaftes Action-Kampfsystem auszusehen hat.

Und das ist das Problem mit Gotham Knights. Das bisherige Gameplay wirkt nicht wie ein Erbe der grandiosen Arkham-Spiele, sondern wie ein Pflaster mit Batman-Lizenz.

Dimitry Halley
Dimitry Halley

Dimi hat eine Schrankwand voller Batman-Comics - darunter auch die Battle for the Cowl-Ära, als Batman tot war und Nightwing, Red Hood und Co. das Gotham-Geschäft am Laufen halten mussten. Schon damals hat er sich gewünscht, dass daraus mal ein Spiel würde, gerade weil die jüngeren Bat-Figuren den altbewährten Grummelkopf Bruce Wayne um frische Perspektiven ergänzen. Dick Grayson ist ein leichtherzigerer Batman, Barbara Gordon eine brillante wie empathische Hackerin, Red Hood ein Vigilant, der vor dem Töten nicht zurückschreckt und, und, und. Deshalb hegt Dimi große Hoffnungen, dass Gotham Knights endlich mal wieder ein gutes DC-Erlebnis wird. Das ist bitter nötig.

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