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Seite 3: GRID 2 im Test - Abgespecktes Nachfolgemodell

Zwischen Hass und Überlegenheit

Die Gegner-KI trägt ebenfalls zur guten Atmosphäre bei, heimtückische Aktionen wie das Blockieren in Kurven oder das leichte Touchieren von schräg hinten (was uns den einen oder anderen Abflug beschert hat) sorgten beim Test für Erstaunen. Einen »Gummiband-Effekt« konnten wir ebenfalls nicht feststellen. Andererseits rasen die KI-Kontrahenten nicht sonderlich konstant. Mal treiben sie uns mit ihrer sturen Ideallinie und verblüffend menschlich wirkenden Manövern zur Verzweiflung, mal lassen sie uns brav passieren, sodass wir nach nicht einmal einer Runde ungestört von Platz Eins grüßen und den Sieg locker nach Hause fahren. Gut zu beobachten ist zudem, dass sich die Burschen gerne immer wieder an denselben Stellen verbremsen. Überholen ist dann mit etwas Aufmerksamkeit ein Kinderspiel. Trotzdem sorgt die künstliche Intelligenz in der Karriere regelmäßig dafür, dass wir uns in bestimmten Events festbeißen, nur um ja den ersten Platz zu erreichen - und so soll's ja auch sein.

In den Touge-Rennen gilt es, fünf Sekunden Abstand auf unseren Konkurrenten zu gewinnen. In den Touge-Rennen gilt es, fünf Sekunden Abstand auf unseren Konkurrenten zu gewinnen.

Wo ist denn hier das Lenkrad?

Den Einzug in die Ruhmeshalle der intensivsten »Mittendrin-Rennspiele« verhindert eine vermeintliche Lappalie. Und zwar eine, die schon bei Need for Speed: Most Wanted hinreichend diskutiert wurde und die wir jetzt noch einmal anprangern müssen: Auch in GRID 2 gibt es keine Cockpitperspektive! In Anbetracht dessen, dass eine wackelnde Helmkamera samt detaillierten Fahrzeugarmaturen mittlerweile eigentlich schon zum Genrestandard zählen sollte, ist das ein echter Rückschritt. Vor allem im Vergleich zum formidablen Vorgänger, dessen Cockpitperspektive bis heute als eine der besten des Genres gilt und wie die damals innovative Rückspulfunktion einen neuen Trend setzte. In GRID 2 müssen wir uns mit zwei Außen- und zwei Innenkameras begnügen, die zwar ein intensives Geschwindigkeitsgefühl vermitteln, aber eben keinen gänzlich erfüllenden Mittendrin-Rausch.

Und auch an anderer Stelle haben die Entwickler von Codemasters im Vergleich zum gefeierten Vorgänger gespart: Konnte man den Erstling noch entweder als Simulation oder Arcade-Racer spielen, ist das Erlebnis nun für jeden Spieler mehr oder weniger gleich. Anpassbare Fahrzeugparameter gibt es nämlich ebenso wenig wie Teamangebote, Fahrermanagement oder zuschaltbare Fahrhilfen - lediglich unsere Karre dürfen wir penibel lackieren und mit Mustern schmücken. Zwar lässt sich der Schwierigkeitsgrad in fünf Stufen anpassen, dieser beeinflusst aber lediglich Zielvorgaben und Gegnerstärke. Rennspiel-Cracks dürfte das stark vereinfachte Fahrmodell dennoch abschrecken werden. Mit der Varianz und Tiefe des Vorgängers kann GRID 2 schlicht und ergreifend nicht mithalten.

Technisch auf dem Treppchen

Technisch zählt GRID 2 dagegen zu den Vorzeigemodellen des Genres. Sämtliche Strecken und Fahrzeuge sind hervorragend designt, atmosphärische Licht- und Raucheffekte zeigen die Muskeln der Engine, die Liebe zum Detail trieft dem Spiel aus jedem Auspuff. Auf den verwinkelten Chicago-Strecken sprühen zum Beispiel Funken von den Leitungen der Hochbahn und Zeitungen wirbeln vor den Fahrzeugen über die Piste. Über dem Red Bull Ring zieht ein großes Flugzeug ruhig seine Kreise, auf der kalifornischen Küstenstraße huschen Tiere von einer Fahrbahnseite zur anderen, und wenn an gleicher Stelle die untergehende Sonne den Asphalt streichelt, packt uns fast schon das Fernweh. Das Schadensmodell ist die Kirsche auf der leckeren Grafiktorte.

Die Lichteffekte sehen zwar klasse aus, die tiefstehende Sonne behindert aber unsere Sicht auf die Strecke.Die Lichteffekte sehen zwar klasse aus, die tiefstehende Sonne behindert aber unsere Sicht auf die Strecke.

Wenn es optisch überhaupt etwas zu bekritteln gibt, dann die langweilige Karrieremenüoptik und die genretypischen Pappzuschauer an den Strecken. Soundtechnisch sorgt GRID 2 mit brachialen und eindeutig ortbaren Motorensounds nicht nur bei Autonarren für ein fettes Grinsen, die unspektakulären Musikstücke fallen dagegen eher in die Kategorie »ganz nett«. Dem kompletten Spiel bleibt dieses Prädikat erspart - auch wenn GRID 2 im Vergleich zum Vorgänger deutlich den Kürzeren zieht. Patrick Callahans Traum von der besten Rennserie der Welt ist wahr geworden, zum besten Rennspiel der Welt hat es dagegen nicht gereicht. Aber bis zu einem eventuellen GRID 3 bleibt ja noch genug Zeit zum Träumen.

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