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Seite 2: Grim Dawn im Test - Da staunt selbst Diablo

Leicht zu lernen, schwer zu meistern

Trotz aller Komplexität fällt der Einstieg leicht, weil die Lernkurve von Grim Dawn angenehm flach ausfällt. Wer sich noch nicht so gut mit Actionrollenspielen auskennt, kann mit verhältnismäßig wenig Ausrüstungs- und Skill-Fummelei seinen Charakter durch den normalen Schwierigkeitsgrad prügeln. Natürlich bleibt es in den weiteren Schwierigkeitsstufen bis zur Maximalstufe 85 nicht dabei.

Aber bis dahin hat ein Neuling genügen Erfahrung gesammelt, um seinen Charakter für die härteren Herausforderungen zu optimieren. Und wenn wir das Maximum aus unserem Helden herausholen möchten, dann kombinieren wir Klassen- mit Passiv- und Item-Skills, so dass eine echte Todesmaschine entsteht.

Funktioniert eine Kombination übrigens nicht so gut wie erwartet, lernen wir gegen Geld einfach um - allerdings steigt der Preis dafür irgendwann stark an.

Beutesammler kommen in Grim Dawn definitiv auf ihre Kosten, Taschen und Sortierfunktionen erleichtern die Übersicht. Beutesammler kommen in Grim Dawn definitiv auf ihre Kosten, Taschen und Sortierfunktionen erleichtern die Übersicht.

Crafting und Fraktionen

Beim Monsterhäckseln fallen Komponenten ab, die unsere sowieso schon zu kleine Truhe zusätzlich verstopfen. Meistens sind dies edelsteinartige Fragmente, die wir bequem auf Knopfdruck einem gewünschten Gegenstand zuweisen - allerdings immer nur eine Variante pro Item.

Das Sammeln lohnt sich, denn wenn wir genügend davon in einem Ausrüstungsstück verschmelzen, gibt's einen Extrabonus - das Repertorie reicht von der einfachen Rüstungsverstärkung bis hin zum mächtigen Zauberspruch.

Kleines Komfortmanko: Anders als in Diablo 3 fehlt eine Slot-Anzeige, weshalb wir immer umständlich in der Edelsteinbeschreibung nachlesen müssen, welche Komponente in welches Item passt. Dafür dürfen wir anders als noch in Titan Quest selbst legendäre Gegenstände mit Upgrades vollpumpen. Das Entfernen von Edelsteinen übernimmt der Handwerker, allerdings müssen wir uns dann zwischen Upgrade und Item entscheiden - eines von beiden wird zerstört.

Einen Schmied für Rüstungs- und Waffenbau gibt es ebenfalls, denn selbstverständlich lassen die Monster auch hin und wieder mal Rezepte fallen. Je nach Seltenheitsgrad brauchen wir dafür besondere Zutaten, die wir nun von bestimmten Monstern finden. Das kann manchmal nervig sein, wenn wir die richtigen Viecher nicht auf Anhieb finden.

Sinnvolles Crafting ergänzt die umfangreichen Spielmechaniken in Grim Dawn. Sinnvolles Crafting ergänzt die umfangreichen Spielmechaniken in Grim Dawn.

Auch die unterschiedlichen Fraktionen verschaffen uns Zugang zu besserer Ausrüstung und dem enorm motivierenden Reputationssystem: Wer fleißig Quests und Fraktionsfeinde erledigt, bekommt beispielsweise Rabatte sowie Zugang zu Spezialhändlern mit sehr guten epischen Gegenständen.

Bei Fraktionen, denen wir ständig aufs Dach hauen, werden über die Zeit hingegen mehr Heldengegner freigeschaltet, bis hin zu einzigartigen Nemesis-Monstern. Das System ist ebenso sinnvoll wie komplex - das Erreichen der maximalen Rufstufe verlangt allerdings ein wenig »grinden«, mit Ansehenspunkten gibt sich Grim Dawn nämlich deutlich knauseriger als bei der Beute.

Handgebaut und trotzdem Roguelike

In den beiden Roguelike-Dungeons – hier die Steps of Torment – kommen wir gegen hammerharte Feinde nur als Sieger oder mausetot wieder raus. In den beiden Roguelike-Dungeons – hier die Steps of Torment – kommen wir gegen hammerharte Feinde nur als Sieger oder mausetot wieder raus.

Weil die Welt nicht zufällig generiert ist, wirkt sie unverwechselbar, aber eben auch größer und massiver als in vergleichbaren Spielen. Die Positionen von feindlichen Champions werden dafür ebenso zufällig verteilt wie einige Höhleneingänge und Geheimverstecke. Falls wir wechselnde Spielerfahrungen und Herausforderungen suchen, bieten sich die beiden Roguelike-Dungeons an.

Die Steps of Torment sowie die Bastion of Chaos schließen uns nämlich ein, sobald wir sie betreten. Raus kommen wir ausschließlich durch das Bezwingen der hammerharten, mit unserem eigenen Level skalierenden Bosse und Monster - oder als Leichensack. Apropos Tod: Wer stirbt, verliert Erfahrung, wovon sich aber ein Teil durch den Besuch des eigenen Grabes zurückerhalten lässt.

Die Roguelike-Dungeons verändern sich bei jedem Betreten in Aufbau und Inhalt, sowohl was Monster als auch Belohnungen angeht. Für die normale Welt - und wenn uns der normale Schwierigkeitsgrad nicht ausreicht - können wir jederzeit den Veteranenmodus zuschalten: Mehr und härtere Monster mit besserer Beute wollen uns dann ans Leder.

Genreüblich sorgt eine Komplettierung des Spiels für das Freischalten der weiteren Schwierigkeitsgrade, in Grim Dawn sind das Elite und danach Ultimate. Während wir im ersten Durchgang noch locker-flockig voll auf Schaden gehen konnten, werden ab Elite auch die defensiven Werte essenziell - und damit auch bessere Ausrüstung sowie eine besser abgestimmte Skillung.

Eine saubere Metzelorgie

Seine lange Entwicklungszeit sieht man Grim Dawn kaum an. Das Spiel läuft nicht nur reibungslos und hatte in unserem Test bis auf ein oder zwei Stellen keinerlei Performance-Einbrüche, es protzt auch selbst in der Nahansicht mit scharfen Texturen und vor allem vielen liebevollen Details. Die Menüs sind übersichtlich, im Inventar herrscht stets Ordnung dank praktischer Sortierfunktionen, und wenn die frisch gefundene legendäre Muskete nicht für unseren Schamanen taugt, dann hinterlassen wir sie eben in der Sammeltruhe unseren anderen Helden.

Kurz: Grim Dawn spielt sich einfach rund. Bugs sind uns zwar auch begegnet, angesichts der Größe und Komplexität des Spiels aber in absolut vertretbarer Menge. Einmal erschlugen wir einen Boss unter einer Brücke und seine Beute landete oben auf der Brücke. Ein anderes Mal wurde ein episches Amulett partout nicht angelegt, obwohl wir die Voraussetzungen erfüllten. Und hier und da blieben Monster in Felsen stecken, so dass wir sie gefahrlos aus der Distanz erledigen konnte.

Regelmäßig bekommen wir es mit Dutzenden Monstern gleichzeitig zu tun, die sich teilweise sogar gegenseitig bekämpfen. Regelmäßig bekommen wir es mit Dutzenden Monstern gleichzeitig zu tun, die sich teilweise sogar gegenseitig bekämpfen.

Der Online-Pferdefuß

In fast allen Actionrollenspiel-Disziplinen kämpft Grim Dawn also mindestens auf Augenhöhe mit den Platzhirschen Diablo 3 und Path of Exile - mit einer, für manchen Genrefan aber möglicherweise entscheidenden Einschränkung: den Multiplayer-Bereich. Wer vor allem online und mit zufälligen Mitspielern auf Monsterjagd gehen will, muss mit vielen Einschränkungen leben.

Es fehlt eine Lobby, zudem können Helden beliebig kopiert und sogar editiert werden, weshalb schon jetzt die Server von Cheatern geflutet werden. So richtet sich Grim Dawn derzeit ausschließlich an Solisten oder an Koop-Fans, die bereits bis zu drei Freunde für ihre Abenteuer in Cairn zur Hand haben.

Und die können dann auch voll und ganz den einen Aspekt genießen, bei dem Grim Dawn selbst ein Diablo 3 schlägt: die wunderbar detailreiche, liebevoll gebaute und sehr atmosphärische Welt, an der wir uns kaum sattsehen können. Immer wieder gibt es diese »Wow«-Momente - etwa wenn wir in der beeindruckenden Totenstadt eine Klopperei anzetteln und dabei Torbögen oder Mauern einstürzen.

Wenn es dann noch schneit, Nebel aufzieht oder eine regnerische Nacht hereinbricht und wir an einer von Laternen erleuchteten Kreuzung Halt machen, dann kann Cairn noch so sehr dem Untergang geweiht sein - als Action-Rollenspieler fühlen wir uns hier einfach nur pudelwohl.

Dass Cairn keine Kuschelwelt ist, merken wir schnell. Aber eine, in der wir uns trotzdem für viele Stunden wie zu Hause fühlen. Dass Cairn keine Kuschelwelt ist, merken wir schnell. Aber eine, in der wir uns trotzdem für viele Stunden wie zu Hause fühlen.

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