Gründung des ESBD - So will der neue Verband den E-Sport in Deutschland stärken

Der neue eSport-Bund Deutschland (ESBD) will Spieler, Vereine und Turnier-Organisatoren vertreten und fördern. Wir haben zur Gründung mit Verbandspräsident Hans Jagnow gesprochen.

von Philipp Elsner,
26.11.2017 17:26 Uhr

Im ESBD sind zum Start 20 E-Sport-Teams und Vereine vertreten.Im ESBD sind zum Start 20 E-Sport-Teams und Vereine vertreten.

Zum ersten Mal ist der neu ins Leben gerufene eSport-Bund Deutschland (ESBD) zusammengetreten. Die Gründungsversammlung fand am 26. November in der ehemaligen DFB-Villa in der Zeppelinallee in Frankfurt am Main statt. Der ESBD soll als expliziter Sportverband die Interessen von Spielerinnen und Spielern im E-Sport vertreten, aber auch die Akzeptanz von E-Sport vorantreiben.

"Der ESBD nimmt sich viel vor. Wir möchten nicht nur eine einheitliche Repräsentation der organisierten Spielerinnen und Spieler gewährleisten, sondern auch eine Plattform schaffen, die Breiten- wie Spitzensport eine positive Weiterentwicklung ermöglicht. Bedeutsam sind dabei neben wissenschaftlicher Evaluation, Trainingskonzepten und Nachwuchsarbeit ein 'code of conduct' und die Durchsetzung des Fair-Play", so Verbandspräsident Hans Jagnow vom 1. Berliner eSport-Club.

Bekannte Teams an Bord

Weitere Präsidiumsmitglieder sind Niklas Timmermann, ehemaliger Welt- und Europameister in Need for Speed, der Rechtsanwalt und Sportmanagement-Experte Dr. Fabian Laugwitz, der Vorsitzende des Magdeburg eSports e.V. Martin Müller und Jan Pommer, Direktor für Teams und Federation der ESL sowie die Rechtsanwältin Anna Baumann.

Unterstützt wird der ESBD dabei von Beginn an durch die Mitgliedschaft der ESL als Veranstalter sowie durch den BIU als Verband der deutschen Games-Branche und damit Vertreter der Spielehersteller. Vertreten sind Clans und Teams wie Alternate Attax, H2K, Unicorns of Love und Planetkey Dynamics. Weitere Infos gibt es auf der offiziellen Webseite des ESBD sowie Facebook und Twitter.

Von CS:GO bis Rocket League

Wir haben mit Verbandspräsident Hans Jagnow im Interview über Ausrichtung und Ziele des ESBD gesprochen.

GameStar: Welche Ziele verfolgt der ESBD?

Hans Jagnow: In seinen Satzungszielen setzt der ESBD einen Schwerpunkt auf Interessenvertretung von organisierten eSportler/innen im Amateur- und Spitzensportbereich und eine gemeinsame Gestaltung des sportlichen Umfeldes zusammen mit Turnierveranstaltern und der (e)Sportwirtschaft in der größten eSport-Nation Europas.

Dabei wird der ESBD als Verband nicht nur den organisierten eSport in der Gesellschaft repräsentieren, sondern übergreifende Herausforderungen und Entwicklungen seiner Mitglieder begleiten und ihnen zentrale Kommunikations- und Beratungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen.

Die Integration von eSport in die deutsche Sportlandschaft durch den ESBD bedeutet, dass die Synergieeffekte die positive Entwicklung in der gesellschaftlichen Wahrnehmung verstärkt werden und eSport gleichzeitig ein selbstbewusster Mitspieler in der Gesellschaft wird, in der er seine soziale, inkludierende und integrierende Verantwortung geeint wahrnehmen kann.

GameStar: Der ESBD versteht sich explizit als Sportverband - was heißt das genau für seine Ausrichtung?

Hans Jagnow: Als Fachsportverband wird der ESBD die Repräsentationslücke im traditionellen Sportverbandswesen schließen und bietet sich in dieser Funktion als Plattform für organisierte Spielerinnen und Spieler sowie als Ansprechpartner für andere Sportverbände, insbesondere den DOSB und die Landessportbünde sowie die deutsche Sportpolitik in Bund und Ländern an.

GameStar: Welchen Bezug hat der ESBD zum bereits existierenden Deutschen eSport-Bund (ESB, ehemals Deutscher eSport Verband DeSpV) und dem eSports.BIU? Inwiefern grenzt er sich zu diesen Organisationen ab und liefert Teams und Ligabetreibern eine bessere Alternative?

Hans Jagnow: Ein Bezug zu den bisherigen Interessenvertretungen im eSport, die seit über einem halben Jahrzehnt inaktiv sind, besteht nicht. Der BIU als Verband der deutschen Games-Branche ist für uns ein wichtiger Partner, der sich seit über einem Jahr intensiv mit der gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Dimension von eSports beschäftigt.

Der ESBD stellt dazu eine Ergänzung mit einer anderen Schwerpunktlage und einer Fokussierung auf die sportliche Ausgestaltung dar, die durch den BIU begrüßt wird. Zusammen repräsentieren wir die gesamte Breite des eSports in Deutschland.

GameStar: Legt der ESBD den Fokus auf bestimmte Spiele oder Genres?

Hans Jagnow: Der ESBD legt in seiner satzungsgemäßen Ausgestaltung keinen Schwerpunkt auf bestimmte Titel, sondern erhebt den Anspruch, titelübergreifend eSport zu repräsentieren. Dazu gehören - nicht abschließend - für Deutschland traditionelle eSport-Games wie Counter-Strike, weltweite Spitzentitel wie League of Legends oder DOTA 2 als auch vergleichsweise neue Titel wie Rainbow Six: Siege oder Rocket League sowie kleinere Community-Titel wie SMASH.

Verbindend ist nicht das Spiel, sondern die Art, wie gespielt wird: eSport ist ein sportlicher Ablauf, auf physischer wie auf psychischer Ebene. Diese Gemeinsamkeit möchten wir betonen und ihre Ausprägung fördern.

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