Seit 5 Jahren messen Forscher den Grusel-Faktor von Horrorfilmen: 3 neue Filme in der Top 50 sorgen für Herzrasen

Das »Science of Scare«-Projekt will den Gruselfaktor von Filmen objektiv messen. Ein Film von 2025 ist der »verstörendste«.

Wie gut gruselt ein Horrorfilm? Das »Science of Scare«-Projekt will das messen. (Bildquelle: rogistok, Adobe Stockj) Wie gut gruselt ein Horrorfilm? Das »Science of Scare«-Projekt will das messen. (Bildquelle: rogistok, Adobe Stockj)

Zombies, Serienkiller, Dämonen: Horrorfilme haben viele Themen, mit denen sie uns einen Schauer über den Rücken jagen wollen.

Seit 2020 versuchen sich Analysten an einer objektiven Methode: Im Science of Scare-Projekt wird eine Hitliste an den gruseligsten Horrorfilmen erstellt – indem sie direkt die Herz-Aktivität der Zuschauer messen:

In den Top-Rängen hat sich seit 2023 nicht viel getan. Doch aus diesem Jahr haben es immerhin drei neue Filme in die Top 50 geschafft: Einer davon mit dem zweifelhaften oder verheißungsvollsten (je nach Blickwinkel) Label der Verstörendste.


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Das »Science of Scare«-Projekt misst den Grusel in Filmen

Beim Science Scare Project handelt es sich um kein wissenschaftliches Forschungsprojekt, sondern ein kommerzielles Experiment des britischen Preisvergleichsportals MoneySuperMarket.

Allerdings hat es den Anspruch, durch die Nutzung physiologischer Messdaten einen objektiven und datengestützten Vergleich des Angsterlebens in Horrorfilmen zu liefern.

Für einen möglichst objektiven Blick auf den »Grusel« von Horrorfilmen bedienen sich die Analysten zweier Werte:

  1. Die Herzfrequenz (BPM – Beats per Minute)
    Dieser Wert misst, wie stark der Puls der Testpersonen während des Films im Vergleich zu ihrem Ruhepuls ansteigt. Den geben die Autoren mit 64 BPM an. Die Herzfrequenz gilt als primärer Indikator für den Schockeffekt und den Kampf-oder-Flucht-Instinkt. Er signalisiert, wie effektiv ein Film plötzliche Aufregung auslöst.
  2. Herzfrequenzvariabilität (HRV – Heart Rate Variability)
    Dieser Wert zeigt die zeitlichen Abstände zwischen den einzelnen Herzschlägen. Bei Stress werden diese kleiner und weniger variabel. Die in der Tabelle angegebene HRV-Differenz (%) misst die prozentuale Verringerung dieser Variabilität. Ein hoher Prozentwert signalisiert eine starke Belastung des Nervensystems und ist ein direkter Indikator für Beklemmung (englisch: »dread«). Die HRV dient dazu, den psychologischen, schleichenden Horror (»slow burn fear«) zu erfassen.

Die Autoren geben an, pro Film 250 Testpersonen zu messen. Für jeden Film wird aus beiden Werten ein Mittelwert gebildet und dann zu einem Gesamtwert »kombiniert«. So steht am Ende ein Scare-Score mit einem Maximalwert von 100.

Daraus ergibt sich für 2025 folgende Top-Ten:

RangFilmDurchschnittl. Filmpuls (BPM)Puls-Spitze (BPM)HRV-Differenz (in Prozent)Scare Score (von 100)
1Sinister861312196
2Host881301895
3Skinamarink841132291
4Insidious851331890
5The Conjuring841321888
6Hereditary821041981
7Smile 2831101679
8Smile831141578
9The Exorcism of Emily Rose82961776
10Talk to Me791061575

Diese drei Filme von 2025 schaffen es in die Top 50 der gruseligsten Filme

Die Autoren den Science of Scare Projects geben an, dass sie für die derzeitige Top 50 zehn weitere Filme aus den Jahren 2024/25 gemessen haben – in die Rangliste haben es drei aus dem Jahr 2025 geschafft.

1. Bring Her Back

Der australische Film Bring Her Back landet mit einem Scare Score von 68 auf Platz 24 und ist damit der höchste Neueinsteiger aus dem Jahr 2025.

Die Brüder Danny und Michael Philippou erzählen in ihrem zweiten Spielfilm von einer Pflegemutter, die ein verstörendes Ritual praktiziert, um ihr totes Kind zurückzuholen.

Die Philippou-Brüder sind mit ihrem Erstlingswerk Talk To Me sogar auf Platz 10 der Gesamt-Wertung vertreten. Der hat mit seiner »dichten und beklemmenden Atmosphäre« schon unseren Kollegen Dennis überzeugt und fand seinen Weg auf unsere Liste der Top-Filme aus dem Jahr 2023.

Doch Bring Her Back erreicht im Publikums-Feedback des »Science of Scare«-Projekts eine besondere Auszeichnung: Die Zuschauer bewerteten ihn als »den verstörendsten« (englisch: »most distressing«). Das spiegelt sich auch in den Messwerten wider:

  • Mit einem BPM-Spitzenwert von 81 ist Bring Her Back weniger ein Jump-Scare-Schocker.
  • Die Herzfrequenzvariabilität (HRV) von 18 Prozent weist für Bring Her Back einen überdurchschnittlichen Stress-Wert aus.

Die Zahlen und das Zuschauer-Feedback deuten an: Wer also nach einem Slow-Burn-Schocker sucht, dürfte mit Bring Her Back auf seine Kosten kommen.

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2. The Conjuring: Last Rites

The Conjuring: Last Rites landet auf Platz 49 – und ist damit nach den Messungen des Science-Scare-Projects der schwächste Teil der Conjuring-Reihe. Die dreht sich rund um paranormale Ereignisse.

  • In Last Rites, dem letzten Teil, geht es um die Smurl-Familie, die in den 1980er Jahren angeblich Opfer einer Dämonenbesessenheit werden.
  • Das Original The Conjuring von 2013 schafft es im Ranking sogar auf Platz 5 und löst mit seinen effektiven Jump-Scares bei den Zuschauern Herzrasen aus: In der Messung erreicht die Herzfrequenz während des Films einen Spitzenwert von 132 BPM – das wird mit 133 BPM nur noch von Insidious (2010) getoppt.
  • Dagegen wirkt der Schock-Effekt des vierten Teils nach den nackten Zahlen eher langweilig: Gerade einmal ein Spitzenwert von 93 BPM. Doch mit einer HVR-Rate von gerade einmal 7 Prozent erreicht der Film damit den niedrigsten Wert. Beklemmung will also auch nicht so richtig aufkommen.

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Das deckt sich erstaunlich gut mit den Erfahrungen unserer Kollegin Natalie: Für sie ist der erste Conjuring-Teil ein »absolutes Guilty Pleasure« geworden.

Warum dagegen Last Rites im Scare-Score gerade mit so einem niedrigen Wert auffährt, lässt sich aus ihrer Kritik erahnen. »Vorhersehbare Jumpscares« erzeugen einfach keine hohe Herzfrequenz – und schon gar keine Beklemmung.

Dennoch behält die Conjuring-Reihe ihren Grusel-Faktor: Auch der letzte Teil schafft es immerhin in die Top 50.

3. Weapons

Der letzte Neueinsteiger in die Top 50 von 2025 muss sich auch gleich mit dem 50. Platz zufrieden geben. Aber immerhin: Sieben weitere Filme aus den Jahren 2024/25 haben es überhaupt nicht in die Top-Liste geschafft.

  • Der Horror-Thriller mit Mystery-Elementen behandelt das geheimnisvolle Verschwinden von 17 Schulkindern aus einer Kleinstadt in Illinois.
  • In den nackten Zahlen bekommt der Film dieselbe Scare-Rate wie The Conjuring Last Rites mit 51 Punkten – mit einem Spitzenwert von 88 BPM will er bei den Zuschauern auch nicht wirklich Herzrasen auslösen.

Video starten 2:09 Weapons: Die Macher von Conjuring lassen im neuesten Horrorfilm eine ganze Schulklasse verschwinden

Haben wir es hier vielleicht auch mit einem durchschnittlichen Popcorn-Horror ohne Tiefe zu tun, wie Natalie über das Finale der Conjuring-Reihe urteilt? Mitnichten!

Weapons landet im Science of Scare Ranking gerade noch auf dem letzten Platz, für unsere Horror-Expertin Natalie katapultiert sich der Streifen sofort auf »Platz 1 der besten Horrorfilme, die ich seit langem gesehen habe.«

Weapons ist laut Natalie kein ganz gewöhnlicher Gruselstreifen, sondern eine »clevere Hommage« an moderne Horrorfilme.

Die Mischung aus spannender Geschichte, toller Kameraarbeit und einigen geradezu absurden Szenen ist offenbar nicht das, was die Herzen der Zuschauer zum Rasen bringt, aber das Herz eines echten Horror-Fans höher schlagen lässt.

Fazit: Messungen sagen viel, aber nicht alles

Wer sich Horror-Filme anschaut, der erwartet Grusel. Das Science of Scare-Projekt verfolgt eine interessante Idee, die Schauer der Zuschauer messbar zu machen und damit in vergleichbare Zahlen zu verwandeln.

Die Autoren geben an, ihre Methodik schon 2023 einmal auf Kritik hin verändert zu haben: Bis zu diesem Zeitpunkt maßen die Forscher nur die Herzfrequenz der Zuschauer. Diese Methode wurde von Horror-Communitys als verkürzt kritisiert, da sie Filme mit vielen Jump-Scares bevorzugte.

Um dem psychologischen Horror gerechter zu werden, wurde daraufhin die Herfrequenzvariabilität mit aufgenommen.

Die Analyse zeigt: Wer mehr nach Schockern mit vielen Jumscares sucht, der kann die BPM-Zahl als einen Richtwert verwenden. Und zumindest im Beispiel von Bring Her Back deutet die HVR-Rate eher einen Slow-Burn-Schocker an.

Allerdings sind Horrorfilme eben auch keine Geisterbahnen: Um einen besonderen Horrorfilm auszumachen, reichen die nackten Zahlen nicht aus.

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