Die Spielewelt blickt aktuell gespannt auf den Release von GTA 6. Spieler lecken sich angesichts des erwartbaren Open-World-Leckerbissens die Finger; der Rest der Branche verlegt fleißig seine Releases aus dem November hinaus, da niemand sich traut, ernstlich in Konkurrenz zu einem neuen GTA zu treten.
Dass der nächste Teil der Gangster-Reihe ein gigantischer finanzieller Erfolg für Entwickler Rockstar wird, gilt jetzt schon als sicher. Doch dieser Erfolg hat auch für Rockstar selbst einen Preis. Denn andere vielversprechende Marken blieben auf der Strecke – wie etwa die einstmals beliebte Konsolen-Rennspielserie Midnight Club.
Ein Rockstar-Insider verriet kürzlich, dass das Franchise wohl nie wieder aus der Garage rollt. Kris Roberts arbeitete mehrere Jahre als Senior Designer bei Rockstar San Diego. Er betreute damals nicht nur die Midnight-Club-Spiele, sondern formte später auch den Multiplayer des ersten Red Dead Redemption mit; seine Worte haben also durchaus Gewicht. In einem Interview mit Insider Gaming hat Roberts nun erklärt, warum Rockstar seine Rennspiel-Marke eingemottet hat.
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Friedhof der GTA-Killer - Jetzt kann nur noch einer GTA besiegen!
Fünfter Teil war bereits in Arbeit
Laut Roberts bastelte das Rockstar-Team in San Diego nach dem Release von Midnight Club: Los Angeles im Jahr 2010 bereits an einem fünften Teil. Die Entwickler probierten dafür neue Schauplätze aus und entwarfen sogar einen spielbaren Prototyp der britischen Metropole London. Doch dann zog die Rockstar-Chefetage in New York den Stecker.
Der Hauptgrund? Midnight Club war schlicht keine Marke von der Strahlkraft eines Grand Theft Auto. Zwar räumt Roberts ein, dass das Studio bei der Entwicklung des letzten Midnight Clubs einige Deadlines verpasste, was für Spannungen mit der Firmenleitung sorgte. Das eigentliche Problem lag aber in den astronomischen Erwartungen von Publisher Take-Two:
Man hatte den Eindruck, dass wir nie die Anerkennung oder den Zuspruch erhielten, die uns zustanden. Aus Sicht von New York hieß es immer nur: Ihr seid kein GTA. Wir waren gewissermaßen das ungeliebte Stiefkind. Wir haben gute Arbeit geleistet, wir waren Weltklasse, aber wir wurden trotzdem als minderwertig behandelt. Das war hart.
- Kris Roberts
Dabei schwamm Midnight Club damals auf einer kleinen Erfolgswelle. Roberts betont, dass die Serie ihre Spielerinnen und Spieler sogar deutlich länger an den Bildschirm fesselte als die damaligen Rennspiel-Platzhirsche Need for Speed und Burnout. Eine treue Community reichte der Chefetage am Ende jedoch nicht - die wollte vor allem Umsätze sehen.
Alles für GTA und Red Dead
Nach dem Aus für Midnight Club 5 löste Rockstar das Entwicklerteam in San Diego in weiten Teilen auf. »Als sie es einstellten, war ziemlich klar, dass es kein Midnight Club mehr geben würde und in Zukunft alles nur noch in Richtung GTA geht«, fasst Roberts die damalige Stimmung zusammen.
Einige Mitarbeiter mussten das Studio verlassen, andere wechselten zur Entwicklungsabteilung der hauseigenen Rage-Engine oder halfen bei der Fertigstellung von Red Dead Redemption. Diese Blockbuster-Strategie zieht Rockstar bis heute eisern durch. Kleinere, experimentellere Titel wie Bully, L.A. Noire oder eben ein neues Midnight Club passen schlicht nicht mehr ins Programm des Studios, das uns im November GTA 6 präsentieren will.
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