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Seite 3: Half-Life 2: Episode 1 im Test - Der Ego-Shooter geht in kleinen Häppchen weiter

Zu zweit im Dunkeln

Schusswaffen bekommt Gordon erst in die Finger, nachdem er und Alyx den Reaktorkern der Zitadelle notdürftig stabilisiert haben und die beiden beginnen, aus der Stadt zu fliehen.

Alyx hat sogar mehrere Nahkampfattacken auf dem Kasten. Alyx hat sogar mehrere Nahkampfattacken auf dem Kasten.

Nun wird Half-Life 2:Episode 1 sogar noch düsterer und gruseliger als zuvor, denn fortan kämpfen Sie sich durch dunkele Gänge, zerstörte Ubahn-Schächte und Horden von Zombies zurück ans Tageslicht - Doom 3 lässt grüßen. Gordons Taschenlampe ist dabei so unverzichtbar wie nervig: Das gute Stück hat nur Saft für ein paar Minuten. Sicher, das erzeugt spannende Momente, wenn wir mitten beim Monstermetzeln im Stockdunklen stehen, führt aber nur dazu, dass wir in hellen Räumen kurze Batterieladepausen einlegen.

Über solche Spielflussbremsen kann sogar Alyx Spöttelei nicht hinweghelfen: »Dr. Kleiner sollte sich das Ding mal anschauen.« Zusätzliches Hilfsmittel in der Dunkelheit und zugleich behelfsmäßige Waffe: die Magnesiumfackel. Die spendet nicht nur Licht, sondern steckt auch Gegner in Brand. Allerdings liegen nur ein paar Flammpatronen in den Levels herum, mitnehmen kann man sie nicht.

Die Gravity Gun ist für das erste Drittel des Spiels Ihre einzige Waffe. Die Gravity Gun ist für das erste Drittel des Spiels Ihre einzige Waffe.

Ansonsten muss Gordon in Episode 1 sogar auf einige Waffen aus Half-Life 2 verzichten: Pheromongranaten fehlen, Fahrzeuge mit Bordgeschützen ebenso, Revolver und Armbrust spielen nur am Rande mit. Gibt's denn wenigstens neue Gegner? Nur einen: den »Zombine«, einen Combine mit Headcrab auf der Rübe. Schlauer als seine Zombiefreunde ist der auch nicht, aber er zückt beizeiten eine Granate, um sich selbstmörderisch auf seine Feinde zu stürzen. Dafür zeigt der Zombine, wie tief City 17 im Schlamassel steckt: Hier kämpft mittlerweile jeder gegen jeden - Combine gegen Zombies, Antlions gegen Menschen, Combine gegen Antlions. Und wir sind mittendrin.

Danke, das war's!

Ein Gunship, einer der Bossgegner: Schön anzuschauen, aber weder neu noch sonderlich fordernd. Ein Gunship, einer der Bossgegner: Schön anzuschauen, aber weder neu noch sonderlich fordernd.

Als unsere Helden wieder an die Erdoberfläche kommen, dreht das High Dynamic Range Rendering (HDR) der Source Engine erst richtig auf: Gleißend helle Sonne erleuchtet die Straßen, dafür sind wir kurzzeitig fast blind, als wir im nächsten Hausflur verschwinden - ein toller Effekt! Der täuscht aber nicht darüber hinweg, dass Episode 1 allmählich an Reiz verliert: Die Umgebung sieht genau so aus wie in Half-Life 2, Feinde und Waffen sind auch dieselben. Also präsentiert uns das Spiel schnell noch zwei Bosskämpfe -- allerdings wieder mit bekannten Gegnern.

»Verlassen Sie City 17, so schnell es geht!«, mahnt Dr. Kleiner über die Videoleinwand, auf der sonst Dr. Breen seine Ansprachen gehalten hat. So schnell es geht bedeutet in Brutto-Spielzeit: vier bis sechs Stunden.

Und die vergehen wie im Flug, denn Episode 1 ist rasant erzählt. Doch ausgerechnet zum Finale haut Valve die Spielspaßbremse rein: Wir müssen mehrere Flüchtlingsgruppen von A nach B lotsen, rennen ohne große Überraschungen oder Herausforderungen ständig hin und her durchs Level, bis nach einem weiteren unspektakulären Bosskampf das abrupte Ende eintritt. Wäre Episode 1 eine amerikanische TV-Serie aus den 50ern, käme nun die reißerische Abmoderation: »Wie geht es weiter mit City 17? Und werden Gordon und Alyx endlich zueinander finden? Schalten Sie auch das nächste mal wieder ein, wenn es heißt: Half-Life 2 Episode 2!« Gegenfrage: Wollen wir wirklich wissen, wie's weitergeht? Hmm, wenn Alyx wieder mitspielt, wahrscheinlich schon.

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