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Seite 2: Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 1 - Der Anfang vom Ende

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Länger ist nicht besser

Trotz der zusätzlichen Laufzeit entfaltet sich die eigentliche Handlung eher schlechter als besser. Als Nichtkenner der Bücher wird man mit vielen Figuren und alten Geschehnissen konfrontiert, die man nur schwerlich zuordnen kann. Andere Figuren werden nur kurz gezeigt oder in einem Satz abgehakt, sodass es vorkommen kann, dass man nicht alles mitbekommt. Die Einteilung der Szenen wirkt zudem ungeschickt. So wird Harrys eigentlicher Liebe Ginny Weasley nur ein kurzer Moment gelassen; stattdessen spielt man erneut mit der Idee, dass sich etwas zwischen Potter und Hermine anbahnen könnte. Eine Möglichkeit, die schon seit dem dritten Film besteht, aber auch schon längst in den Büchern entkräftigt wurde.

In der zweiten Hälfte kommt der Film zudem fast zu gefühlten Stillstand. Eine damit verbundene Zeltlagerphase lässt einen fast vergessen, was alles auf dem Spiel steht. Erst in der letzten halben Stunde wird dann noch einmal kurzweilig Gas gegeben. Wer sich von dem offensichtlichen offenen Ende jedoch einen spannenden Cliffhanger erwartet, der die Zeit bis zum nächsten Juli unerträglich macht, irrt. Die ersten Heiligtümer enden auf relativ stiller Note.

200 Millionen Dollar Baby

Den inhaltlichen Schwächen zum Trotz ist der Film an sich in jeder anderen Hinsicht serienüblich Fantasy-Unterhaltung auf hohem Niveau. Sets, Effekte, Soundtrack und Kamera werden dem 200-Millionen-Dollar-Budget durchweg gerecht. David Yates, der auch schon Harry Potter 5 und 6 gedreht hat und auch das kommende Finale inszeniert, ist zwar visuell nicht unbedingt der denkwürdigste Regisseur, zeigt sich aber als beständiger, kompetenter Fachmann.

Diesmal sind die drei Freunde sehr oft in der Welt der Muggel unterwegs. Diesmal sind die drei Freunde sehr oft in der Welt der Muggel unterwegs.

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 1 ist mit vielen interessanten Szenen gespickt. Ob es ein unbekümmert-romantischer Tanz zu Nick Caves „O’ Children“ ist, ein luftiges Motorradrennen mit Potter-Klonen, eine Undercover-Aktion mit drei erwachsenen Schauspielern, die sich wie Harry, Hermine und Ron verhalten oder eine schicke computeranimierte Legendenerzählung; immer wieder überrascht auch die neue Potter-Verfilmung mit denkwürdigen Momenten.

Das wahre Highlight des Films ist selbstredend die bekannte Besetzung. Fans dürfen sich glücklich schätzen, dass es noch immer dieselbe Crew ist, die schon in allen sechs Filmen zu sehen war. Keiner von ihnen ragt jemals als besonders heraus, jedoch verkörpern sie die ohnehin nicht allzu komplexen Figuren nach all den Jahren einfach perfekt. Sie allein lassen über viele Schwächen hinweg sehen.

Fazit

Christian Mester (bereitsgesehen.de): Sieht man den neuen Potter-Streifen im Vergleich zu seinen Vorgängern - also auch als alleinstehenden und in sich funktionierdenen Film - enttäuscht das Leinwandstück verständlicherweise etwas. Das fehlende Ende macht es besonders für Nichtkenner der Bücher schwierig, mit dem Anfang vom großen Finale allzu zufrieden zu sein. Andererseits weist natürlich schon der Titel darauf hin, dass es nur die Hälfte eines doppelt so langen Films ist. Wie gut diese Buchverfilmung als Gesamtwerk funktioniert, wird sich also wohl erst im Juli 2011 zeigen.

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