Helldivers 2 ist nicht nur ein beliebter Koop-Shooter, sondern zumindest auf dem PC ein ganz schöner Daten-Brocken. Während der Titel auf Playstation und Xbox schlanke 40 GB an Platz beansprucht, müsst ihr auf dem PC mehr als 140 GB freiräumen.
Wie diese Diskrepanz zustande kommt, erklärt jetzt einer der Entwickler in einem ausführlichen Reddit-Thread.
Schuld sind langsame Festplatten
Brendan Armstrong, Associate Technical Director bei Arrowhead, veröffentlicht auf Reddit den ersten von vielen Posts zu technischen Herausforderungen von Helldivers 2. Eines der am meisten diskutierten Themen in der Community ist die Dateigröße des Shooters auf dem PC, die hier mehr als dreimal so groß ist, wie die der Konsolen-Version.
Grund dafür ist, dass viele der Spieler veraltete Hardware verwenden. Mechanische HDD-Festplatten speichern Daten nämlich auf einer rotierenden Platte und die müssen mit einem physischen Arm mit Lesekopf erst gesucht und abgerufen werden - das dauert und sorgt für lange Ladezeiten und Ruckler.
13:32
Helldivers 2 bleibt die Messlatte für Koop-Action!
Damit das Spiel auch auf älteren Festplatten flüssig läuft, machen die Entwickler Gebrauch von sogenannter Data Duplication, bei der ein Großteil der Spieldaten dupliziert wird. Armstrong erklärt die Methode:
Um dieses Problem zu lösen, duplizieren wir bestimmte Datendateien (wie eine gängige Baumtextur oder einen Soundeffekt) bewusst und platzieren Kopien davon in physischer Nähe zu dem Ort, an dem sie im Spiel benötigt werden.
Unser Build-System sorgt beispielsweise dafür, dass eine Kopie einer Baumtextur auf demselben Teil der Festplatte gespeichert wird wie die Level-Geometriedaten. Wenn das Spiel das Level lädt, kann der Lesekopf in einem einzigen, kontinuierlichen Durchlauf auf alle erforderlichen Informationen zugreifen, ohne an einen anderen Speicherort »springen« zu müssen. Dies beschleunigt die Ladezeiten erheblich.
Bei der Verwendung von moderneren SSD-Festplatten ist ein solches Vorgehen hingegen nicht notwendig, weshalb die Dateigröße der Konsolen-Versionen deutlich kleiner ausfällt. Da SSDs Daten auf Flash-Speicherchips statt auf beweglichen Teilen speichern, geht die Suche danach wesentlich flotter und es muss nicht mit Data Duplication getrickst werden.
Aktuell schätzen die Entwickler von Helldivers 2, dass noch etwa zwölf Prozent der Spieler HDDs verwenden. Da es sich aber um einen Koop-Titel handelt, können sie nicht einfach die duplizierten Daten reduzieren. Die Ladezeit in Missionen hängen nämlich vom langsamsten Mitglied des Squads ab.
Dennoch möchte das Team mittel- und langfristig daran arbeiten, die Installationsgröße zu reduzieren, indem ungenutzte Assets entfernt und stark duplizierte Daten in gemeinsame Pakete ausgelagert werden. Verbesserungen an der Engine sollen dafür sorgen, dass der Arbeitsspeicher effizienter genutzt wird. All das kann sich aber laut Armstrong negativ auf die Ladezeiten auswirken.
Die beste Lösung bleibt wohl, dass in Zukunft mehr Spieler auf SSDs umsteigen.
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