Es kommt nicht auf die Größe an.
Was ein irreführender Satz, natürlich spielt die Größe eine Rolle! Genau wie die Form, die Technik und die Umgebung. Der Fehler besteht nur darin zu denken, größer sei immer besser. Manchmal sind die kleinen Dinge nämlich deutlich wichtiger.
Falls es noch nicht jedem klar ist: Ich spreche natürlich von Open-World-Spielen. Hogwarts Legacy hat zwar auch ein recht üppiges Stück Welt mit dem riesigen Umland anzubieten, das Schloss mit all den kleinen Details ist aber mein Highlight.
Während meiner Stunden im magischen Britannien ist mir nochmal klar geworden, wie unheimlich spaßig diese Kleinigkeiten
sein können - und wie selten das andere Spiele schaffen. Hogwarts Legacy nutzt nämlich zwei Stärken des Potter-Universums gekonnt aus.
1. Stärke: Hogwarts ist magisch
In der Potter-Welt ist so gut wie nichts statisch. Die Gemälde sind lebendig, selbst die Zeitungsfotos bewegen sich im Tagespropheten. Die Treppen kommen und gehen und der Poltergeist Peeves stiftet überall Chaos, wo es nur geht. Da sind prügelnde Ritterrüstungen, fliegende Bücher und Spiegelrätsel auch keine Überraschung mehr. Mit Magie ist eben alles möglich! Und bewegende Details sind natürlich spannender als langweilige Bilder an der Wand.
Aber selbst für die bewegungsfaulen Nuancen ist dank der Handbuchseiten gesorgt: Die Seiten sind nicht nur in Hogwarts verteilt, um eine weitere Aufgabe zu haben. Stattdessen machen sie auf Details und Easter Eggs aufmerksam, an denen ich sonst vorbeigelaufen wäre!
Dazu erzählen sie noch eine kleine Geschichte: Die Hauselfen-Rüstung beim Trophäenraum ist da ein tolles Beispiel: Auf dem ersten Blick ist die kleine Rüstung nicht sonderlich beeindruckend. Wer aber die zugehörige Handbuchseite gelesen hat, weiß: Als der Herr des Elfen seinem Untergebenem die Rüstung zum Schutz gab, machte er einen fatalen Fehler: Kleidung befreit Hauselfen nämlich aus der Sklaverei und die Rüstung kann als solche verstanden werden. Also disapparierte sich der Elf in der Sekunde, als er die Rüstung anzog.
Solche Details finden sich in Hogwarts Legacy zuhauf. Das gesamte Schloss wirkt für mich dadurch enorm lebendig – und das, obwohl die Schüler meist nur leblos in der Gegend herumstehen.
Kontroverse um J.K. Rowling
Kommentare der Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling über trans Personen führten wiederholt zu Kontroversen. Dieser Artikel erklärt Rowlings Aussagen und fasst Reaktionen von Betroffenen zusammen. Die Autorin ist nicht direkt an der Entwicklung von Hogwarts Legacy beteiligt, profitiert aber durch die Markenrechte indirekt von Gewinnen der Marke Harry Potter.
Wie wir mit kontrovers diskutierten Spielen umgehen, erklärt Chefredakteur Heiko Klinge in seiner Kolumne. Eine Übersicht der ganzen Kontroverse rund um JKR und Hogwarts Legacy findet ihr hier:
2. Stärke: Alles an einem Ort
Sieben Bücher lang wird die Geschichte von Harry Potter erzählt – und das gefühlt durchgängig in Hogwarts. Natürlich gibt es noch den Ligusterweg, den Fuchsbau, das Zaubereiministerium und weitere Orte. Aber die meiste Zeit verbringen Harry und seine Freunde ununterbrochen im Schloss und der direkten Umgebung. Auf den tausenden Buchseiten werden so viele Details beschrieben und etliche Gegenstände benannt, da bietet sich das Schloss als Sammelsurium an Easter Eggs natürlich perfekt an!
Anspielungen auf vergangene und zukünftige Ereignisse sind überall versteckt. Die können statisch sein wie der Trimagische Pokal, zeigt sich aber auch in den Charakteren. Beispielsweise treffen wir auch auf Voldemorts Vorfahren:
Andere Franchises haben es deutlich schwerer: Die Geschichte von Der Herr der Ringe spielt beispielsweise auf einem ganzen Kontinent. Da ist es nicht so leicht, eine Open World mit vielen bekannten Details zu füllen. Stattdessen haben wir die Mittelerde-Spiele von Monolith bekommen – große Open Worlds, aber Mordor als Schauplatz ist nun mal karg, steinig und recht detailarm. Die Größe spielt eben doch eine Rolle – bloß geht es dabei nicht um die Fläche, sondern um die Details.
Saugt ihr all die kleinen Nuancen aus Hogwarts Legacy auch so begierig auf wie ich oder lauft ihr geradewegs von A nach B? Oder nutzt ihr gar die Schnellreisepunkte so oft es geht? Schreibt es mir gerne in die Kommentare!
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