»Huch, kennen wir das nicht schon?« Falls euch jetzt das eigenartige Gefühl eines Déjà-vu beschleicht, keine Sorge: Der Survival-Horror ILL hat sich zum ersten Mal bereits vor fünf Jahren vorgestellt und erste Konzept-Trailer veröffentlicht. Danach wurde es lange Zeit still um das Spiel ... bis heute!
Der blutige und brutale UE5-Horror feiert auf dem Summer Game Fest einen Re-Reveal. Wir haben mit dem Creative Director Maxim Verehin gesprochen und verraten, was sich in den letzten Jahren beim Entwicklerstudio Team Clout getan hat und wie das Spiel selbst hart eingesessene Horror-Fans schockieren will.
Worum geht's in ILL?
In ILL sollen wir eine große Forschungsanlage erkunden, in der wir gegen mutierte, eklige Monster kämpfen. Das ursprüngliche Setting eines amerikanischen Dorfes, das stark an spätere Resident-Evil-Ableger erinnert und das wird bereits in den ersten Trailern gesehen haben, wurde mittlerweile verworfen. Stattdessen soll die Umgebung osteuropäisch angehaucht sein.
Zur Story möchte uns der Creative Director noch nicht zu viel verraten – im Zentrum soll aber irgendeine kosmische Entität stehen, die das Böse über die Forschungseinrichtung bringt. Bei den Monstern handelt es sich übrigens auch nicht um übernatürliche Kreaturen oder klassische Zombies, wie uns Maxim erklärt.
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Ihr findet Silent Hill eklig? Dann wartet, bis ihr den neuen Trailer von Ill gesehen habt
Spielerinnen und Spieler bekommen es deshalb auch nicht nur mit menschengroßen oder tierähnlichen Gegnern zu tun, sondern stoßen auch auf total abgefahrene Dinge. Was das genau bedeutet, lässt sich der Creative Director aber noch nicht entlocken.
Wie für Survival-Horrorspiele typisch, müssen wir natürlich auf unsere Ressourcen achten, unser Inventar pflegen und können Waffen mit Upgrades aufbessern. Hier und da lösen wir kleine Rätsel, die uns neue Bereiche eröffnen und arbeiten uns so Level für Level voran.
Brutalster Body-Horror für die Harten
»Im Spiel wird es noch mehr Blut und Gedärme geben als in den Trailern«, erzählt Maxim. ILL möchte die volle Palette von Body-Horror ausnutzen und Spielerinnen und Spieler mit makabren, mutierten Kreaturen schockieren – und eine spannende Verstümmelungs-Mechanik einführen.
Aus abgetrennten Gliedmaßen wie Armen oder Beinen können neue Monster entstehen, auf die der Spieler im Kampf reagieren muss. Aber auch der »Mutterleib« soll auf unser Verhalten reagieren. Neben offensichtlichen visuellen Reaktionen (abgetrennte, blutige Körperteile) sollen die Monster uns auch bis ins Mark erschüttern, indem sie beispielsweise schreien und auf Schmerz reagieren. Diese Ebene verstärkt den Body-Horror, wie uns Maxim erklärt:
Wir müssen natürlich aufpassen, dass wir nicht zu viele Variationen von einem Gegner ins Spiel packen, weil das zu Konflikten mit den Spielmechaniken führen kann – das Spiel wird anfälliger für Bugs und insgesamt wird die Spielerfahrung schlechter. Aber wir arbeiten daran, dass sich Gegner lebendig anfühlen und die Spieler wirklich das Gefühl bekommen, dass die Monster darauf reagieren, was die Spieler mit ihnen anrichten.
Dabei hilft dem Team auch die Erfahrung, die einige Entwicklerinnen und Entwickler aus der Film-Branche mitbringen. Einige haben nämlich bereits an Horror-Produktionen wie Longlegs, IT: Welcome to Derry oder anderen Filmen und Serien mitgearbeitet. Auch ILL soll seinen Horror in cineastischen Zwischensequenzen inszenieren und den Spielerinnen und Spielern eine lineare und grausame Geschichte erzählen.
Übrigens soll sich das Verhalten der Monster auch ändern, wenn wir die Spielwelt manipulieren. Als simples Beispiel führt der Creative Director an, dass wir das Licht in einem Level ausschalten könnten – das würde uns selbst die Erkundung von bereits besuchten Arealen erschweren, weil sich in der Dunkelheit mehr Monster tummeln und wir ohne den Schutz des Lichts auch mit aggressiveren Angriffen rechnen müssen.
Wie geht es weiter?
»Wir waren die letzten Jahre sehr still – und werden es nach dem Summer Game Fest wahrscheinlich auch wieder für eine Weile sein«, gibt der Creative Director zu. Seit der Ankündigung vor fünf Jahren hat das Entwicklerstudio Team Clout nach einer Finanzierungmöglichkeit gesucht. 2023 schloss sich das Indie-Team Mundfish Powerhouse an – die Entwickler von Atomic Heart unterstützen seit ein paar Jahren kleine Entwicklerstudios als Publisher.
Der Survival-Horror hat die Konzeptions-Phase verlassen und befindet sich nun in der Produktion. Die Story ist fertig, die grundlegenden Ideen für Spielmechaniken stehen, jetzt geht es an die eigentliche Produktion. Einen Release-Termin oder -Zeitraum gibt es allerdings noch nicht.
Unklar ist auch noch, wie groß das Spiel wird und wie lange es uns beschäftigen wird. »Wir testen gerade, wie viel Spieldauer die Story und das Gameplay hergeben, ohne die Spieler zu langweilen«, erzählt Maxim. Künstlich gestreckte Passagen soll es laut Entwickler nicht geben. ILL soll stattdessen ein kompaktes, lineares, dafür aber äußerst intensives Erlebnis bieten.
Ob die ambitionierten Visionen des mittlerweile 50 Mann starken Entwicklerstudios aufgehen und die blutrünstige Inszenierung viele Horror-Fans abholen kann, bleibt abzuwarten. Wir behalten das spannende Horror-Projekt für euch im Auge. Hoffentlich müssen wir nicht wieder drei Jahre auf ein Lebenszeichen warten!
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