Bond-Girls sind schon seit den ersten Filmen der legendären Reihe mehr als nur eine schöne Frau an der Seite des Superspions. Ohne die tatkräftige Unterstützung dieser Verbündeten und Helferinnen würde James Bond oft total in die Röhre gucken. Mal entwickelt sich eine Romanze, mal haben beide Seiten einfach nur ein bisschen Spaß, mal ist die Zusammenarbeit zunächst eine reine Zweckgemeinschaft.
Immerhin sind die interessantesten Bond-Girls oft entweder Agentinnen anderer Geheimdienste oder zunächst auf der Seite seiner Gegner. Wir verraten euch unsere sieben Favoritinnen – welches Bond-Girl hat euer Herz erobert?
Platz 7: Anya Amasova
- Film: Der Spion, der mich liebte
- Erscheinungsjahr: 1977
- Darstellerin: Barbara Bach
- Hintergrund: Sowjetische Agentin, die wie James Bond auf der Spur des Superschurken Karl Stromberg ist
Major Amasova hat einen klaren Auftrag – leider ist es nahezu derselbe wie ihn James Bond (Roger Moore) erhalten hat. Mit List und Charme jagt sie ihm die gewünschten Mikrofilmpläne eins ums andere Mal ab und deckt ihn auch mit einer ordentlichen Menge treffsicherer Sprüche ein – Barbara Bachs süffisantes Schmunzeln in solchen Situationen verleiht Amasova erfreuliche Tiefe.
Als Berufsspionin ist sie stets auf Augenhöhe und lässt sich von Bonds Charme lange Zeit über nicht einwickeln: Immerhin hat 007 im dienstlichen Rahmen Amasovas Geliebten erschossen, wofür sie sich nach Ende des Auftrags rächen will. Letztendlich rettet 007 seine Kollegin von der Unterwasserstation des Superschurken und kann sie tatkräftig davon überzeugen, ihn zu verschonen.
Platz 6: Elektra King
- Film: Die Welt ist nicht genug
- Erscheinungsjahr: 1999
- Darstellerin: Sophie Marceau
- Hintergrund: Besitzerin einer Ölpipeline mit tragischer Vergangenheit
Bei Elektra King verschwimmen die Grenzen zwischen Bond-Girl und Schurkin ziemlich. Das macht sie aber zu einem umso interessanteren Charakter, da sie gekonnt den Beschützerinstinkt des Superspions gegen ihn ausspielt. King gibt dem MI6 die Schuld am Tod ihres Vaters und ihrer Entführung durch einen russischen Terroristen und inszeniert sich als leidendes Opfer, dem 007 (Pierce Brosnan) helfen will.
Bis Bond herausfindet, dass King am Stockholm-Syndrom leidet und mit ihrem einstigen Entführer gemeinsame Sache macht, ist es fast zu spät, um deren Terror-Pläne zu vereiteln. Schließlich stirbt die von Sophie Marceau hervorragend als süße Geliebte wie auch als rachedürstende Furie verkörperte Elektra King von Bonds Hand.
Platz 5: Wai Lin
- Film: Tomorrow never dies
- Erscheinungsjahr: 1997
- Darstellerin: Michelle Yeoh
- Hintergrund: Spionin der Volksrepublik China, die wie James Bond auf den Medienmogul Elliott Carver angesetzt wurde
Die chinesische Agentin Wai Lin ist zunächst eine spitzzüngige und elegante Konkurrentin des englischen Spions, da sie im gleichen Fall ermittelt. Sie trifft Bond (Pierce Brosnan) tauchend im Bauch eines gesunkenen Schiffs wieder und hilft ihm dort aus einer lebensgefährlichen Situation.
Wuxia-Actionstar Michelle Yeoh verkörpert mit Oberst Wai Lin eine kampfstarke, energische Person, die Bond in den exzellenten Actionszenen ebenbürtig ist und ohne deren Unterstützung der finale Angriff auf den Oberfiesling und seine Schergen nie geklappt hätte.
Legendär: Die Flucht in Ho-Chi-Minh-Stadt auf einem Motorrad, bei der Wai Lin und Bond mit Handschellen aneinander gefesselt sind – wer diese Szene noch nicht kennt, unbedingt nachholen!
Platz 4: May Day
- Film: Im Angesicht des Todes
- Erscheinungsjahr: 1985
- Darstellerin: Grace Jones
- Hintergrund: Leibwächterin und Geliebte des Superschurken Max Zorin
Mit der ursprünglich auf der Schurkenseite aktiven May Day führt die Bond-Filmreihe erstmals einen Frauencharakter ein, der mit den bisherigen Klischees konventionell attraktiver Bondgirls bricht: Die von Sängerin und PoC Grace Jones kompromisslos geradlinig gespielte May Day ist hochgewachsen, muskulös und stark genug, einen ausgewachsenen Mann wie eine Puppe in die Höhe zu stemmen.
Davon abgesehen erledigt sie gekonnt einige von Bonds Verbündeten, 007 (Roger Moore) zieht gegen sie im körperlichen wie sexuellen Konflikt den Kürzeren.
Dass sie sich letztendlich opfert, um die Pläne ihres einstigen Verbündeten Zorin zu torpedieren, passt zu einer Frau, die in nichts Kompromisse macht und das bis zuletzt durchzieht – das macht sie nicht nur physisch zu einer der stärksten Frauen der Bond-Reihe.
Platz 3: Vesper Lynd
- Film: Casino Royale
- Erscheinungsjahr: 2006
- Darstellerin: Eva Green
- Hintergrund: Mitarbeiterin des britischen Schatzamtes, die James Bond dringend benötigte finanzielle Unterstützung für sein Pokerspiel gegen Le Chiffre bringt
»Ich bin das Geld!« - Mit diesem verschmitzt-direkt vorgetragenen Spruch stellt sich Vesper Lynd James Bond (Daniel Craig) auf dessen Reise zum entscheidenden Pokerturnier gegen Le Chiffre vor und macht damit sofort klar, dass sie sich von 007 nicht unterbuttern lässt, sondern ihren Wert kennt. Der ist verständlicherweise angetan.
Von der gegenseitigen knisternden Chemie und Eva Greens faszinierender Präsenz in der Rolle einer intelligenten, aber auch getriebenen jungen Frau lebt die folgende Geschichte deutlich. Dass es für die junge Liebe zwischen Lynd und Bond nur ein tragisches Ende geben kann, macht die kurze gemeinsame Zeit umso wertvoller.
Vesper Lynd zeigt, dass ein Bond-Girl weder Damsel in Distress noch Kämpferin sein muss, um im Gedächtnis zu bleiben, dafür aber eine interessante Persönlichkeit.
Platz 2: Pussy Galore
- Film: Goldfinger
- Erscheinungsjahr: 1964
- Darstellerin: Honor Blackman
- Hintergrund: Auric Goldfingers Privatpilotin, Besitzerin einer Kunstflugschule, soll mit ihrem Pilotinnenteam Gas über Fort Knox versprühen, um die Wachtruppen auszuschalten
Für die 1960er Jahre ist eine Frau wie Pussy Galore – abgesehen von ihrem wirklich gruseligen Namen – eine echte Ausnahmeerscheinung in Actionfilmen: Kampfstarke Judoka, kann mit einer Waffe umgehen und brilliert als Pilotin auf einem Feld, das sonst weitgehend männlichen Helden vorbehalten war. Ohne Galores Pilotinnenstaffel würde Goldfingers Plan schlicht nicht funktionieren.
Daneben liefert sie dem Superschurken Bond (Sean Connery) als Gefangenen aus, als sie den Spion beim Belauschen von Goldfingers Besprechung erwischt.
Dem damaligen Zeitgeist dürfte geschuldet sein, wie schnell Galore Bonds Charme erliegt und sich schließlich gegen Goldfinger wendet – aber der Weg für außergewöhnliche Frauenrollen in Bondfilmen ist mit der von Honor Blackman erfreulich tough gespielten Pussy Galore bereitet.
Platz 1: Teresa di Vincenzo
- Film: Im Geheimdienst Ihrer Majestät
- Erscheinungsjahr: 1969
- Darstellerin: Diana Rigg
- Hintergrund: Tochter eines Oberhaupts der korsischen Mafia
In viele Frauen war James Bond im Lauf seiner langen Filmkarriere verliebt, geheiratet hat er jedoch nur eine einzige: Teresa di Vincenzo, genannt Tracy, die Bond (George Lazenby) durch Zufall kennen lernt und dann erst mal vor dem Ertrinken rettet. Tracys tiefe Melancholie und ihre langsam durch den Kontakt mit Bond wiedererwachende Lebenslust werden von Diana Rigg einfühlsam verkörpert.
Tracys innere Stärke zeigt sich in einem Moment, in dem Bond dringend auf ihre Hilfe angewiesen ist und macht sie zu einer seiner stärksten Verbündeten. Neben der Actionhandlung zeigt »Im Geheimdienst ihrer Majestät« eine erwachsene, vielschichtige Romanze, die viele der sonstigen Bond-Liebeleien auch heute noch in den Schatten stellt (sorry, Madeleine Swann!).
Tracys Tod von den Händen einer Blofeld-Schergin ist dadurch umso tragischer und zeigt Bond so menschlich wie nie zuvor und selten danach.
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James Bond: Spectre - Making-of: Die Bond-Girls Léa Seydoux und Monica Bellucci
Bei so viel geballter Frauenpower sehr unterschiedlicher Persönlichkeiten war eine Auswahl unserer sieben Lieblinge zugegebenermaßen echt schwer. Das erste Bond-Girl Honey(childe) Rider aus »Dr.No« haben wir bewusst ausgelassen, da Ursula Andress' Auftritt im weißen Bikini zwar ikonisch war, ihre Rolle aber wenig mehr bot als einen tollen Anblick und die übliche Rettung der »damsel in distress«.
Welches Bond-Girl hat euch beeindruckt - schreibt es uns gern in die Kommentare!
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