Jeden Tag Polizeieinsatz: Einer der größten Twitch-Streamer muss umziehen

Twitch-Star xQc verrät, dass sein Haus fast täglich von der Polizei gestürmt wurde. Er fürchtete dabei sogar um sein Leben.

von Dennis Zirkler,
29.06.2021 12:13 Uhr

Twitch-Star xQc hatte mit täglichen Polizeieinsätzen zu kämpfen. Twitch-Star xQc hatte mit täglichen Polizeieinsätzen zu kämpfen.

Der kanadische Ex-Overwatch-Profi Felix »xQc« Lengyel ist aktuell der meistgesehene Streamer auf Twitch, in den vergangenen 30 Tagen haben ihm die Leute insgesamt 22 Millionen Stunden lang beim Spielen zugesehen.

Dass er jeden Tag im Rampenlicht steht, beschert ihm aber nicht nur Ruhm und Reichtum (der Streamer verdient im Jahr etwa 1,2 Million Dollar): Wie er nun während eines Streams verraten hat, wurde sein Haus fast täglich von der Polizei durchsucht - weil Trolle ihn permanent »geswatted« haben.

Umzug aus Todesangst

Anfang Juni gaben xQc und seine Streamer-Lebensgefährtin Adept bekannt, dass sie wegen angeblicher Renovierungen an ihrem Haus vorübergehend beim in Texas lebenden Streamer SodaPoppin einziehen würden. Nun enthüllte xQc aber den wahren Grund: Angeblich sollen fast täglich missgünstige Zuschauer die Polizei zu ihnen nach Hause gerufen haben - sogenanntes »Swatting«:

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Wie xQc verrät, musste er deshalb sogar unter Todesangst leiden:

"Der Hauptgrund, warum ich vor einem Monat zurück nach Kanada ziehen wollte, war, dass wir von der Polizei in einem Tempo durchsucht wurden, das absolut keinen verdammten Sinn ergab. Fast jeden Tag kam die Polizei mit dem vollen Aufgebot zu unserem Haus. Wegen dieser verdammten Idioten. Und ich hatte wirklich Angst, dass ich sterben würde."

»Swatting« gilt als grober Missbrauch der Notrufnummern, bei dem Menschen einen Notfall oder ein falsches Verbrechen vortäuschen, um den Einsatz einer Spezialeinheit auszulösen. Der Name leitet sich von der amerikanischen Sondereinheit SWAT (Special Weapons and Tactics) ab. Swatting ist eine Straftat und kann mit mehreren Jahren Gefängnis bestraft werden.

Die Todesangst ist berechtigt: Im Jahr 2017 endete ein Fall von Swatting tödlich, nachdem ein Streit in Call of Duty: Modern Warfare 2 eskalierte. Ein Spieler rief die Polizei zum Haus seines Konkurrenten und ließ die Beamten glauben, dass dieser eine Person umgebracht und zwei Geiseln genommen habe.

xQc bezeichnete die Polizisten aber als »sehr professionell«: Zwar müssten sie jedem eingehenden Notruf auch Folge leisten, aber kündigten nach dem ersten Swatting-Fall ihre Ankunft immer im Vorfeld an. Nach einer kurzer Hausdurchsuchung soll der tägliche Spuk dann vorbei gewesen sein.

Wie lange xQc und seine Freundin in Texas bleiben werden und ob er weiterhin in seine kanadische Heimat zurückkehren will, bleibt abzuwarten.

Auch in Deutschland gab es bereits Fälle von Swatting, die unter anderem mit einer mehrjährigen Haftstrafe für den Täter endeten.

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