Kinect - Microsoft stellt Produktion der Kamera ein

Microsoft wird keine weiteren Kinect-Kameras mehr produzieren. Die Technik wird aber nicht über Bord geworfen und lebt in anderen Geräten weiter.

von Martin Dietrich,
25.10.2017 17:27 Uhr

Microsoft produziert keine Kinect-Kameras mehr. Microsoft produziert keine Kinect-Kameras mehr.

Auf der E3 2009 stellte Microsoft zum ersten Mal die Kinect vor, damals noch unter dem Namen »Project Natal«. Die Kamera sollte neue Spielkonzepte ermöglichen und der Nintendo Wii das Wasser abgraben, indem es die Bewegungssteuerung perfektionierte. Jetzt endet das Kapitel Kinect für Microsoft. In einem Interview mit der Seite Fast Co Design haben der Kinect-Schöpfer Alex Kipman und Xbox-Marketing-Manger Matthew Lapsen erklärt, dass die Produktion der Kameras endet.

Das Ende der Kinect kommt nicht allzu überraschend, da Microsoft den Kinect-Zwang für die Xbox One schon vor längerer Zeit aufweichte und das Gerät mittlerweile ohne Kamera verkauft. So konnten die Redmonder die Xbox günstiger verkaufen und mit der billigeren Playstation 4 mithalten. In den letzten Monaten sind auch kaum mehr neue Spiele oder Software für die Sensorsteuerung erschienen. Wahrscheinlich werden die meisten Leser sich eher wundern, dass die Kinect überhaupt noch in Produktion war.

Die erste Kincet für Xbox 360 war mit insgesamt 35 Millionen Geräten ein Verkaufserfolg. Laut Fast Co Design kostete allerdings alleine die Marketing-Kampagne rund 500 Millionen US-Dollar. Nachdem erfolgreichen Start wurde die Kinect zunächst integraler Bestandteil der Nachfolgerkonsole.

Kinect lebt weiter

Letztlich konnte die Bewegungssteuerung aber doch nicht die klassischen Eingabegeräte ersetzen und überzeugte scheinbar nicht mehr genügend Kunden. Die Technik der Kinect geht allerdings nicht verloren, sondern kommt bereits in anderen Geräten zum Einsatz. So nutzt Microsoft kommendes AR-Headset Hololens Sensoren der Kinect.

Die Firma, die die 3D-Technik der Kamera entwickelte, wurde 2013 von Apple gekauft und nutzte ihre Erkenntnisse für ihre Arbeit an der Gesichtserkennung des iPhone X. Aber auch die ursprüngliche Kinect fand vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Südkorea nutzt beispielsweise die Kinectkamera als Überwachungsgerät in der demilitarisierten Zone zwischen Nord-und Südkorea. Die Kamera stellt fest, ob sich dort Menschen oder Tiere aufhalten.

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