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Der digitale Weltkrieg - Warum Kriegsszenarien in Videospielen so beliebt sind

Krieg ist das zentrale Thema in Videospielen. Er dominiert die Branche, während sich Titel wie Battlefield und Call of Duty verkaufen wie geschnitten Brot. Die Ursachen für diesen Erfolg sind vielfältiger, als man auf den ersten Blick vermuten mag.

von Sara Petzold,
26.11.2018 08:00 Uhr

Warum ist Krieg in Spielen omnipräsent, welche menschlichen Instinkte spricht der bewaffnete Konflikt an und wieso hat Realitätsflucht viel mit unserer Faszination für das geschichtsträchtige Szenario zu tun? Die Antworten gibt's im Report bei GameStar Plus. Warum ist Krieg in Spielen omnipräsent, welche menschlichen Instinkte spricht der bewaffnete Konflikt an und wieso hat Realitätsflucht viel mit unserer Faszination für das geschichtsträchtige Szenario zu tun? Die Antworten gibt's im Report bei GameStar Plus.

»Krieg, Krieg bleibt immer gleich«, tönt der uns nur allzu bekannte Satz aus den Lautsprechern. Das Intro von Fallout 76 flimmert über unseren Computerbildschirm und weckt in uns ein wohliges Gefühl der Vertrautheit. Es braucht nur diesen einen Satz, damit wir von jetzt auf gleich in einer Welt ankommen, die uns mit ihrem Verständnis von Krieg seit Jahren immer wieder aufs Neue fasziniert.

Fallout - ein Begriff, der sich nur schwer ins Deutsche übersetzen lässt - steht stellvertretend für den Erfolg, den Krieg als Thema in Videospielen schon für sich verbuchen konnte, als die Gamesbranche noch in den Kinderschuhen steckte. Von Spacewar!, einem der ersten Videospiele aus dem Jahr 1961/62, bis hin zu Call of Duty: Modern Warfare, das am 25. Oktober 2019 erscheint, hat Krieg als Thema das Genre der Videospiele immer wieder maßgeblich beeinflusst.

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Ein Ende dieses Trends scheint nicht in Sicht. Denn für die großen Publisher lohnen sich Titel mit Kriegsbezug heute mehr denn je. Activision Blizzard etwa erklärte den Launch von Call of Duty: Black Ops 4 zum besten in der Seriengeschichte. Gegenüber Black Ops 3 lag die Zahl der aktiven Nutzer in den ersten drei Wochen nach Erscheinen um 16 Prozent höher als beim Vorgänger.

Laut Aussage von Robert Kotick, CEO von Activision Blizzard, hat Call of Duty insgesamt mehr Umsatz generiert als alle 20 Marvel-Superhelden-Filme am US-Box-Office. Aber auch andere Titel, die ihren Fokus auf Krieg legen, sei es in realen, fantastischen oder futuristischen Welten, dominieren die Finanzberichte der großen Spielehersteller - Titel wie Destiny 2 oder World of Warcraft gehören zu den Umsatz-Monstern der Gaming-Industrie.

Aber woran liegt das eigentlich? Woraus ziehen Spiele mit dem Fokus auf Krieg und im weiteren Sinne auch auf Gewalt ihre Beliebtheit und ihren Erfolg innerhalb der Gaming-Community? Und wie verzerren Spiele dabei zugunsten positiver Nutzererfahrungen unser Verständnis vom Krieg an sich? Mit diesen Fragen beschäftigt sich unser Report zum Thema Krieg in Videospielen.

Postapokalypse: Was nach dem Weltkrieg kommt und warum es uns so fasziniert

Spiele wie Fallout 4 versetzen uns in eine (unter Umständen postapokalyptische) Welt, die uns Krieg als Abenteuerspielplatz erleben lässt. Spiele wie Fallout 4 versetzen uns in eine (unter Umständen postapokalyptische) Welt, die uns Krieg als Abenteuerspielplatz erleben lässt.

Faszination Gewalt: Warum Krieg sich gut verkauft

Ein Blick in die Verkaufszahlen und Finanzberichte namhafter Publisher wie Activision Blizzard oder Electronic Arts zeigt: Krieg verkauft sich gut. Aber warum ist das so? Um diese Frage zu beantworten, müssen wir uns zunächst einmal mit den Erwartungen beschäftigen, die Videospielfans an ihr liebstes Hobby stellen.

Erste Anhaltspunkte finden wir, wer hätte das erwartet, in den Ergebnissen einer Studie. Das US-amerikanische Unternehmen Piwag hat es sich zum Ziel gesetzt, Spielern basierend auf ihren persönlichen Vorlieben bestimmte Spiele zu empfehlen. Interessierte können dazu eine Art Persönlichkeitstest absolvieren, um diese Vorlieben zu bestimmen. Dabei kommen Kriterien verschiedener Kategorien wie etwa Inhalt, Leistung oder Soziales zum Einsatz. Piwag hat die Testergebnisse zahlreicher Teilnehmer im Rahmen einer Studie zusammengefasst und unter anderem die Top 10 der Motivationsfaktoren für Gamer aufgelistet.

Battlefield 5 verkörpert aktuell den Inbegriff des Kriegs-Videospiels. Battlefield 5 verkörpert aktuell den Inbegriff des Kriegs-Videospiels.

Auf Platz eins landet Immersion (bestimmt durch Atmosphäre), Platz zwei sichert sich das Gameplay (mit Betonung auf Vielfältigkeit) und Platz drei - Überraschung - Geschichte beziehungsweise das Miterleben und Eingreifen in dieselbe. Die Erfahrung von Heldentaten schafft es immerhin auf Platz fünf, während der Wunsch nach Ablenkung vom täglichen Leben und danach, eine andere Person oder eine bestimmte Rolle zu verkörpern, die Plätze neun und zehn belegen. Interessant außerdem: Für viele Gamer spielt der soziale Aspekt eine wesentliche Rolle, sie möchten entweder kooperativ oder kompetitiv mit Freunden oder Fremden ein Videospiel erleben.

Ein Blick auf diese Ergebnisse der Piwag-Studie erlaubt einige Rückschlüsse darauf, warum der Krieg für Videospiele ein zentrales Thema darstellt. Spiele, in denen es um Krieg geht, können alle genannten Punkte, welche die Motivation von Gamern beeinflussen, auf einmal erfüllen.

Nehmen wir als Beispiel Battlefield 5: Atmosphäre und Immersion? Bietet uns das Szenario, das jede Menge Action, Explosionen und spannende Kämpfe verspricht. Vielfältiges Gameplay? Als Ego-Shooter mit starkem Multiplayer-Fokus liefert uns Battlefield 5 potentiell genau das in einem handlichen Paket zusammengeschnürt: Wir bekommen diverse Maps mit eigenen Besonderheiten, verschiedene Klassen, die unterschiedliche Spielweisen ermöglichen, sowie jede Menge freischaltbare Waffen und ein unvorhersehbares Spielgeschehen, das sich aus der menschlichen Komponente im Mehrspieler-Modus ergibt.

In Call of Duty können wir uns im direkten Wettbewerb mit anderen Spielern messen und unserem Verlangen nach Dominanz und Kontrolle nachgeben. In Call of Duty können wir uns im direkten Wettbewerb mit anderen Spielern messen und unserem Verlangen nach Dominanz und Kontrolle nachgeben.

Flüchten oder Kämpfen?

Dabei sind die Gründe, warum Battlefield 5 und vergleichbare Titel unserer Gaming-Motivation so gut entsprechen, untrennbar mit dem kriegerischen Szenario dieser Spiele verknüpft. Sowohl das Verlangen nach Immersion und Atmosphäre als auch nach abwechslungsreichem Gameplay lässt sich eben besonders einfach bedienen, indem das gewählte Szenario möglichst leicht umsetzbare Optionen zum Spannungsaufbau bietet.

Das funktioniert sowohl bei Sport-Spielen wie Fifa oder Horror-Games und Walking-Simulatoren, die entsprechende Spannungsmomente auf verschiedene Arten quasi von Natur aus bedienen. Besonders gut eignen sich aber Spiele, die den Fokus auf den Krieg legen - und zwar deshalb, weil der kompetetive Aspekt mit dem Kampf ums Überleben verknüpft ist.

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Dabei kommen verschiedene Ursachen zum Tragen, die Einfluss auf die Popularität von Krieg als Videospielthema nehmen, und die liegen ein ganzes Stück tiefer in der menschlichen Psyche begründet. Konkret spielen dabei die Erfahrung, das Ausüben und die grundsätzliche Faszination von Gewalt sowie der Wille zu gewinnen eine entscheidende Rolle.

Tabubruch Gewaltdarstellung: Wenn am Bildschirm Blut spritzt und Gliedmaßen durch die Luft fliegen, spricht uns das auf einer instinktiven Ebene an. Tabubruch Gewaltdarstellung: Wenn am Bildschirm Blut spritzt und Gliedmaßen durch die Luft fliegen, spricht uns das auf einer instinktiven Ebene an.

Warum uns als Menschen Gewalt fasziniert, hat vor allem biologische Gründe und ist eng mit dem sogenannten Fight-or-Flight-Reflex verbunden: Sind wir einer unmittelbaren Gefahr für unser Leben ausgesetzt, spüren wir Furcht, die wir entweder durch Kampf (Fight) oder Flucht (Flight) auflösen können - ein Faktor, der übrigens auch bei Horror-Spielen zum Tragen kommt.

Entscheiden wir uns aber im konkreten Fall für den Kampf, lindern wir dadurch den Stress, der durch die empfundene Furcht entsteht. Zugleich erleben wir aber unter Umständen auch einen Lustgewinn, der uns bei der Flucht verwehrt geblieben wäre und der sich aus einem Gefühl der Überlegenheit und Kontrolle ergibt.

Horrorspiele wie Alien Isolation spielen ebenfalls mit dem Fight-or-Flight-Reflex, hier ist es der Kontrollverlust, der uns Lust bereitet. Horrorspiele wie Alien Isolation spielen ebenfalls mit dem Fight-or-Flight-Reflex, hier ist es der Kontrollverlust, der uns Lust bereitet.

Allerdings spielt bei der Erfahrung dieses Lustgewinns und dem Verlangen, ihn zu erleben, auch unsere Sozialisierung eine Rolle. Erlernte Hemmmechanismen und moralische Wertvorstellungen verhindern, dass unsere Aggression eskaliert. In ihrem Artikel Psychologie der Gewalt: Der Krieger in uns schreiben die Forscher Roland Weierstall, Maggie Schauer und Thomas Ebert dazu:

"Der Einsatz von Gewalt erfolgt [...] selektiv. Denn die vom Menschen geschaffene kulturelle Ordnung definiert, wer zur eigenen Gruppe zählt und damit durch eine verinnerlichte Tötungshemmung vor eskalierender Aggression geschützt ist. Die Sozialisierung prägt also, wer als zu vernichtender Gegner gilt."

Dadurch, dass wir entsprechend unserer Sozialisierung eben nicht jeden Konflikt mit Gewalt lösen, regulieren wir zugleich den besagten Lustgewinn. Wir wissen, dass es falsch ist, andere Menschen zu töten - allerdings fasziniert uns die Vorstellung, es doch zu tun, die ultimative Kontrolle zu erlangen, überlegen zu sein, Macht zu besitzenund zu gewinnen sowie über unseren Feind zu triumphieren. Im Spiel können wir diese Faszination dann ausleben und erfahrbar machen. Dabei ziehen wir eine klare Grenze zwischen Realität und der Fantasie des Spiels, wodurch wir unserem Wunsch nach Kontrolle nachgeben und uns gleichzeitig innerhalb der moralischen Grenzen bewegen können, die sich aus unserer Sozialisierung ergeben.

In Battlefield 5 dürfen wir als strahlender Held in die Schlacht ziehen. In Battlefield 5 dürfen wir als strahlender Held in die Schlacht ziehen.

Dementsprechend liegt auf der Hand, dass der Wille zu gewinnen mit unserer Faszination für Gewalt in unmittelbarem Zusammenhang steht. Um zu gewinnen, müssen wir aber erst einmal einer Wettbewerbs- oder Konflikt-Situation ausgesetzt sein. Soll die entsprechende Konflikt-Situation dann auch noch Spannung erzeugen und den Spieler mitreißen, geht es am besten gleich um Leben und Tod. Damit liegt praktisch auf der Hand, warum der Krieg als Szenario in Spielen so beliebt ist.

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