Shipment: Wieso lieben CoD-Fans die schlimmste Map so sehr?

CoD-Spieler fordern (und bekommen) Shipment - in MW2 nun schon zum siebten Mal! Dabei ist die Map nach allen Design-Regeln ein Graus. Was steckt dahinter?

Call of Duty: Modern Warfare feiert mit seiner problematischsten Map große Erfolge. Call of Duty: Modern Warfare feiert mit seiner problematischsten Map große Erfolge.

Shipment ist eigentlich ein Graus. Zumindest nach diversen Regeln des guten Map-Designs. Call of Duty wirft hier zwei Teams in eine winzige Arena - ein kleiner Frachtbereich - und lässt das muntere Ballern beginnen. Das war schon 2007 beim ersten Modern Warfare so und wiederholte sich beim Remaster und der Neuauflage 2019, in CoD Mobile, in Vanguard und jetzt auch bei Modern Warfare 2.

Jetzt auch im neuen CoD
Dieser Artikel erschien ursprünglich 2020, als Shipment für CoD Modern Warfare erschien. Jetzt gibt es die Karte auch in CoD Modern Warfare 2: Das Update zum Start von Season 1 bringt den Klassiker am 16. November 2022 ins Spiel.

In einer schlechten Shipment-Runde werdet ihr locker 50 mal über den Haufen geschossen - und weil es auf so kleinem Raum quasi keinen sicheren Quadratzentimeter gibt, spawnt ihr regelmäßig direkt in den nächsten Kopfschuss hinein. So wird die Map zu einem hektischen Dauertanz aus »Spawnen - drei Schüsse Abgeben - Sterben - Spawnen - gar keinen Schuss abgeben - Sterben«.

Trotzdem lieben Fans Shipment so sehr, dass die Forderung nach noch mehr Shipment auf Reddit mittlerweile ein Running Gag der CoD-Community sind. Das war schon bei Modern Warfare 2019 so: Sobald Entwickler Infinity Ward die kleine Karte aus der Rotation nahm, hagelte es Kritik:

Solche Postings erscheinen zuverlässiger als Ebbe und Flut. Aber wie kann das sein? Wieso lieben CoD-Spieler eine winzige Map so sehr, obwohl sie unfair, unbalanced und unspektakulär anmutet? Warum überwiegt nicht der Frust, eine ganze Partie lang von den immer gleichen Trollen mit Feuer-Shotgun aus dem Bild gesprotzt zu werden?

Ist Grind wirklich alles?

Die erstbeste Antwort liegt auf der Hand: Auf Shipment könnt ihr wunderbar grinden und euch auf den Start von Warzone 2 vorbereiten!

MW2 versetzt Shipment passenderweise auf ein Schiff im Atlantik, das Layout bleibt aber natürlich gleich. MW2 versetzt Shipment passenderweise auf ein Schiff im Atlantik, das Layout bleibt aber natürlich gleich.

Ihr müsst die Kastov 762 für euer Battle-Royale-Loadout auf Maximallevel bringen? Spielt halt zehn Runden Shipment und das Problem löst sich von selbst. Denn dass ihr auf der Winz-Map permanent ins Feindfeuer reinspawnt, gilt natürlich auch für die Gegenseite. Nirgendwo sammeln sich Abschüsse leichter als hier.

Auch Challenges lassen sich prima grinden. 10 Kills mit dem Wurfmesser? Dauert im großen Ground War bisweilen eine Ewigkeit - gerade bei ungeübten Spielern. In Shipment sackt ihr die Herausforderung in einer einzigen Partie ein. 50 Kills ohne Aufsätze? Locker. 50 Kills mit fünf Aufsätzen? Ebenso. Dieses Ausnutzen von Shipment als Grind-Spot sorgt in der Community übrigens ebenso für Kritik:

Doch hinter dem Reiz von Shipment steckt mehr als nur Grind. Das bestätigen viele Fans - aber auch unsere eigenen Erfahrungen.

Ein Blick in die CoD-Vergangenheit: Warzone verschärfte 2020, woran Modern Warfare seit Release gelitten hatte - zu viel Leerlauf im regulären PvP-Multiplayer. Dass ihr auf der großen Warzone-Map nicht an jeder Ecke ein Gegner-Team findet, gehört natürlich zum Reiz der Sache. Aber umso wichtiger wird rasante Action im klassischen Team Deathmatch und Domination.

Und hier ließen die regulären Playlists damals zu wünschen übrig: Aniyah Palace, Akrlov Peak, Azhir Cave - wer nach kleinen 6vs6-Runden suchte, landete bisweilen auf viel zu großen Karten. Und andere Maps wie Piccadilly oder Euphrates Bridge litten unter Balancing-Problemen, die die Action ebenfalls unterbrachen.

Shipment platziert sich perfekt

Unser Test belegt: In Modern Warfare 2 gibt's wieder viele richtig tolle 6vs6-Karten und das Pacing ist viel weniger problematisch als im Vorgänger. Doch nach wie vor platziert sich Shipment als perfektes Reflextraining für Warzone 2 und den ganz neuen Modus DMZ!

Denn keine Map konzentriert sich so sehr auf reines »Run & Gun«. Hier lernt ihr das Reagieren, das schnelle Zielen, die Wichtigkeit flotter ADS-Zeiten. Hier könnt ihr neue Aufsätze, Waffen, Mauskonfigurationen und Loadouts unmittelbar an echten Gegner austesten, statt euch dauernd ums Drumherum zu kümmern. Selbst Secondary Kills mit der Pistole lassen sich dort prima üben. Shipment ist roh, Shipment ist rau - und deshalb funktioniert sie für viele Fans so gut.

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Würde das ganze Spiel aus Karten wie Shipment bestehen, wäre das ein Balancing-Desaster. Denn selbst Fans dürfte es frustrieren, von einem Clan aus Schild- und Shotgun-Trägern auf unfaire Weise das ganze Match lang abrasiert zu werden.

Aber wie beim Karate-Training gilt: Auf dem Weg zur Meisterschaft kann es sehr, sehr nützlich sein, einzelne Techniken komplett isoliert immer und immer wieder zu trainieren. Genau das ermöglicht Shipment als Run-&-Gun-Parcours - schlechtes Balancing hin oder her.

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