Lootboxen - Irische Regierung stuft Lootboxen nicht als Glücksspiel ein

Laut irischer Regierung fallen Lootboxen in Computerspielen unter »normales Verbraucherrecht« und seien rechtlich kein Glücksspiel.

von Christian Just,
01.10.2018 17:10 Uhr

Lootboxen sind laut irischer Regierung nicht mit Glücksspiel gleichzusetzen.Lootboxen sind laut irischer Regierung nicht mit Glücksspiel gleichzusetzen.

Irland stimmt offenbar nicht mit dem großen Nachbarn Großbritannien in der Frage überein, ob es sich bei Lootboxen um Glücksspiel handelt, oder doch bloß um harmlose Verkäufe von Ingame-Waren. Während Großbritanniens Glücksspielbehörde an einem Zusammenschluss auf 15 Ländern beteiligt ist, der gegen die Beutekisten in Computerspielen vorgehen will, äußerte sich das irische Justizministerium nun anders.

Demnach würden Lootboxen nicht in die Zuständigkeit des Justizministeriums fallen, da es nicht zur Aufgabe hat, »Spieleentwickler darüber zu regulieren, wie ihre Spiele funktionieren, noch beim Angebot von In-Game-Käufen« mitreden solle. Die Lootboxen seien kein Fall für die Glücksspielgesetzgebung, sondern fielen »eher unter das normale Verbraucherrecht«. David Stanton, Staatsminister für das Justizministerium, nannte gegenüber dem irischen Senat die folgende Begründung (via Gamesindustry.biz):

"Wenn ein Spiel die Möglichkeit bietet, eine Wette zu platzieren oder Risiken für finanzielle Belohnungen innerhalb des Spiels einzugehen, dann muss es meiner Meinung nach als Glücksspielprodukt lizenziert werden.

[...] wenn ein Spiel Käufe im Spiel anbietet - seien es Lootboxen, Skins, und so weiter - die bei Spielern als Möglichkeit beworben werden, um ihre Erfolgsaussichten zu erhöhen, handelt es sich bei solchen Käufen im Wesentlichen um eine kommerzielle oder E-Commerce-Aktivität."

Nicht ohne Widerspruch

Dass in der irischen Politik nicht alle der Meinung von Stanton sind, zeigt der Umstand, dass der eingangs erwähnte Zusammenschluss der Glücksspielbehörden auch einen irischen Politiker als Fürsprecher hat. Brendan MacNamara, Hauptverantwortlicher der Abteilung für Glücksspielpolitik im Ministerium für Justiz und Gleichberechtigung Irlands, unterzeichnete die getroffene »Erklärung der Glücksspielregulierungsbehörden zu ihren Bedenken im Zusammenhang mit der Verwischung der Grenzen zwischen Glücksspiel und Gaming«.

Indes fand eine australische Studie heraus, dass Lootboxen wegen der verwendeten Mechanismen psychologische Ähnlichkeit mit Glücksspiel aufweisen. Dass diese jedoch nicht zwangsläufig auch kommerzielle Ähnlichkeit beinhalten muss, zeigt der aktuelle Fall.

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