FIFA Ultimate Team: Muss EAs Gelddruckmaschine verboten werden?

Ein Streamer boykottiert FIFA 23 wegen Lootboxen, Glücksspielsüchtige versenken Geld in FUT und die USK reagiert mit neuen Jugendschutz-Richtlinien. Was steckt dahinter?

Auch FIFA 23 setzt wieder auf den umstrittenen Ultimate Team Modus, Lootboxen oder FUT-Packs inklusive. Ist das schon Glücksspiel? Auch FIFA 23 setzt wieder auf den umstrittenen Ultimate Team Modus, Lootboxen oder FUT-Packs inklusive. Ist das schon Glücksspiel?

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Der FIFA-Ultimate-Team-Modus von Electronic Arts’ FIFA-Serie ist ebenso beliebt wie umstritten. In FIFA 23 sammeln Spieler darin etwa ihr ganz persönliches Team aus Superstars, wobei ein Zufallsmechanismus darüber entscheidet, welche Güte die Verstärkungen in sogenannten FUT-Packs besitzen. Bekannte und besonders starke Spieler sind selten, weshalb der Kauf zusätzlicher FUT-Packs gegen Echtgeld attraktiv wirkt; 2021 hat Electronic Arts dadurch Einnahmen von 1,6 Milliarden Dollar generiert.

Alle Sportler haben je nach Gruppe unterschiedliche Ziehungswahrscheinlichkeiten, von 100 bis 4,2 Prozent ist alles dabei. Aber es gibt auch noch größere Seltenheiten darunter. So betrug im September 2022 beispielsweise die Wahrscheinlichkeit, einen »Team of the Week«-Spieler zu ziehen, gerade mal 1,7 Prozent.

Wenn schockierende Meldungen davon berichten, dass Leute ganze Uni-Ersparnisse verzocken oder Kinder die Konten ihrer Eltern leeren, nur um FUT-Packs zu kaufen, wird man hellhörig. Ist das Glücksspiel? 

Viele Studien haben sich bereits mit dieser Frage beschäftigt, zuletzt veröffentlichte der norwegische Verbraucherrat (NCC) hierzu im Mai 2022 die Studie »INSERT COIN«. Der Direktor für Digitalpolitik beim norwegischen Verbraucherrat Finn Myrstad resümiert:

»Im Rahmen unserer Arbeit haben wir festgestellt, dass der Verkauf und die Präsentation von Lootboxen oft mit der Ausbeutung der Verbraucher durch Verdrängungsmechanismen, der Förderung von Suchtverhalten, der Ausrichtung auf gefährdete Verbrauchergruppen und vielem mehr einhergehen.« 

Das machte auch die Politik hellhörig, allerdings pflegt jedes Land einen anderen Umgang mit den kontroversen Lootboxen. Die Niederlande beispielsweise verbot das Feature zeitweise, bis das Land im März 2022  zugunsten EAs entschied und eine Strafe von 10 Millionen Euro fallen ließ. Belgien verbietet es seit Januar 2019, auch wenn die eigentlich notwendige Anpassung des Glücksspielgesetzes dafür bis heute fehlt. In Deutschland dagegen ist es weiterhin erlaubt. 

Im April 2021 reagierte die Bundesregierung mit dem reformierten Jugendschutzgesetz auf diese Debatte – zunächst ohne weitere Ausgestaltung. Nun trägt der Schritt Früchte: Für 2023 hat die USK neue Regelungen eingeführt, bei denen Lootboxen erstmals berücksichtigt werden. Können damit die potentiellen Gefahren der Ingame-Käufe abgewendet werden? Das haben wir YouTuber, Politiker, Glücksspielforscher, die USK und zuletzt auch EA selbst gefragt.

Das sagt die Gaming-Szene

Im Oktober 2022 gab Trymacs als einer der größten FIFA-YouTuber Deutschlands bekannt, dass er zukünftig die FIFA-Reihe (ab sofort EA Sports FC) wegen seiner Lootboxen boykottieren werde. EA setzte ihn dafür auf die schwarze Liste

Ausschlaggebend für den Boykott war ein Video seines Bruders Nicolas, der auf seinem YouTube-Kanal HowToBeHuman verschiedene Gesellschaftsphänomene psychologisch beleuchtet. Im besagten Video gab der YouTuber einen Überblick über entscheidende Forschungsergebnisse zu den potentiellen Gefahren von Lootboxen.

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