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Wieso Guardians of the Galaxy uns beim Anspielen überrascht hat

Marvel’s Guardians of the Galaxy wird deutlich anders als Marvel’s Avengers. Trotzdem bleiben bekannte Probleme bestehen - wie wir beim Anspielen herausfinden konnten.

von Vali Aschenbrenner,
22.09.2021 15:00 Uhr

Gamora, Groot, Star-Lord, Rocket, Drax und ... ein Lama machen sich als Guardians of the Galaxy mal wieder daran, das Universum zu retten. Gamora, Groot, Star-Lord, Rocket, Drax und ... ein Lama machen sich als Guardians of the Galaxy mal wieder daran, das Universum zu retten.

Für Marvel's Avengers hatte sich Square Enix viel vorgenommen - und davon wenig hinbekommen. Für Marvel's Guardians of the Galaxy wird nun ein simplerer Ansatz verfolgt: Das neue Spiel um eine weitere Superheldentruppe soll keine eierlegende Wollmilchsau werden. Stattdessen konzentriert man sich auf eine abgeschlossene Singleplayer-Erfahrung mit großem Fokus auf die Story.

Und Entwickler Eidos Montreal scheint wie geschaffen für das Projekt zu sein, die zuvor unter anderem die neuen Deus-Ex-Rollenspiele verantworteten. Wir konnten uns bereits drei Stunden lang an einem 90-minütigen Kapitel des am 26. Oktober 2021 erscheinenden Titels probieren und dabei feststellen: Guardians of the Galaxy macht viel besser als Marvel's Avengers, kämpft aber mit sehr ähnlichen und gleichzeitig völlig neuen Problemen.

Marvel's Guardians of the Galaxy - Screenshots ansehen

Story und Präsentation

Gleich, aber doch anders

Mit der Konstellation der Guardians of the Galaxy für das eigene Spiel wagt Eidos Montreal keine Experimente. Die Handlung dreht sich um die altbekannten Kinohelden Star-Lord, Gamora, Drax, Rocket und Groot. Auf (noch) ausgefallenere Teammitglieder wie beispielsweise Moon Dragon, Space Knight Venom oder Beta Ray Bill müssen Fans der Comics jedoch verzichten.

Dennoch ist nicht ausgeschlossen, dass wir dem ein oder anderen davon über den Weg laufen - immerhin haben sich bereits Mantis oder Weltraumhund Cosmo in den bisher gezeigten Trailern blicken lassen. Ohnehin hält Eidos bezüglich der Geschichte von Guardians of the Galaxy alle Zügel in der Hand, man adaptiert nämlich keine bekannte Handlung aus den Filmen oder Comics.

Dass das hervorragend funktionieren kann, bewiesen in der Vergangenheit bereits Insomniac Games' Spider-Man oder sogar Crystal Dynamics Avengers. Denn bei aller Kritik an Letzterem fiel das Abenteuer um Kamala Khan zwar nicht besonders innovativ, aber dafür umso mitreißender und spannend erzählt aus. Warum genau, könnt ihr natürlich in unserem Test nachlesen:

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Zur eigentlichen Handlung von Guardians of the Galaxy gibt es aber noch nicht viel zu erzählen: Wie gewohnt verdingt sich die Besatzung der Milano als Söldner und kommt dabei eher schlecht als recht über die Runden. Und während Peter Quill und Co. eigentlich nur versuchen, bei der Weltraumpolizei Nova Corps eine Geldbuße zu tilgen, stoßen sie auf eine Verschwörung der sogenannten »Kirche der Wahrheit« - alten Bekannten aus den Comics - die galaktische Ausmaße annehmen könnte.

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Viel zu sagen, wenig zu entscheiden

Tatsächlich ist es noch viel zu früh, um ein vorläufiges Fazit zur Geschichte von Guardians of the Galaxy zu ziehen - dafür haben wir schlichtweg zu wenig davon gesehen. Dafür macht die Präsentation schon jetzt einen gelungenen Eindruck und Lust auf mehr. Die (englischen) Sprecher wirken authentisch und hauchen den witzig geschriebenen Dialogen viel Leben ein. Das Gesichter und Animationen nicht in der obersten Liga spielen, fällt kaum negativ ins Gewicht.

Wenn sich Rocket und Quill beispielsweise darum krabbeln, wer denn jetzt der wahre Captain der Milano ist oder der eigentlich kaltblütige Krieger Drax ungewöhnlich emotional bezüglich der unfreiwilligen Adoption eines Weltraum-Lamas wird, macht das einfach Spaß. Wer sich außerdem Zeit nimmt, auf kleine Details zu achten - wie zum Beispiel dem Buch »Sarkasmus für Dummies« im Zimmer von Drax oder einem Poster der Popsängerin/Mutantin Dazzler in Peters Kajüte - wird durchaus belohnt.

In keinem Marvel-Spiel dürfen Anspielungen, Gastauftritte und Easter Eggs fehlen. Was wir bisher zu Guardians of the Galaxy gesehen haben, strotzt gerade zu davon. In keinem Marvel-Spiel dürfen Anspielungen, Gastauftritte und Easter Eggs fehlen. Was wir bisher zu Guardians of the Galaxy gesehen haben, strotzt gerade zu davon.

Allerdings kommen wir nicht drumherum zu bemängeln, dass wir bei Peters doch recht zahlreichen Dialogen im von uns gespielten Kapitel wenig mitzureden haben. Immerhin ist eine der grundlegenden Ideen des Spiels, Star-Lord zu einem waschechten Anführer mausern zu lassen - oder eben nicht - und hier hätte Eidos uns etwas mehr Freiheit lassen können. Ob das fertige Spiel diesen Ersteindruck bestätigt oder sogar widerlegt, muss sich aber erst noch zeigen.

Fest steht jedoch schon jetzt, dass Guardians of the Galaxy uns zwar vor einige Entscheidungen stellt, jeder aber dasselbe Ende erleben wird. Dass damit unterschiedliche Wahlmöglichkeiten keine gravierenden Konsequenzen nach sich ziehen, ist durchaus wahrscheinlich.

In dem von uns gespielten Kapitel bewirkte beispielsweise eine einzelne Entscheidung lediglich, dass wir einen optionalen Kampf zu spielen bekommen - oder eben nicht. Ob und was für weitreichende Auswirkungen das nach sich zieht, können wir zu diesem Zeitpunkt aber schlichtweg noch nicht sagen.

Jeder Spieler von Marvel's Guardians of the Galaxy erlebt das gleiche Ende. Die Entscheidungen, die wir während unserer Anspielsession treffen konnten, zogen nur wenige Konsequenzen nach sich. Jeder Spieler von Marvel's Guardians of the Galaxy erlebt das gleiche Ende. Die Entscheidungen, die wir während unserer Anspielsession treffen konnten, zogen nur wenige Konsequenzen nach sich.

Gameplay, Skills und Upgrades

Willkommen bei den Guardians

Doch wie spielt sich Guardians of the Galaxy überhaupt? In dem Kapitel, auf das wir Zugriff bekamen, starteten wir an Bord der Milano. Dort stand es uns frei, das Innere des Schiffs zu erkunden, Gespräche mit den restlichen Guardians zu führen, Musikstücke ganz nach Peter Quills Geschmack laufen zu lassen und fünfmal eine kaputte Kühlschranktür zu schließen.

An Bord der Milano bekommen wir ebenfalls Zugriff auf eine Werkbank, an der Rocket im Austausch gegen Ressourcen Star-Lords Ausrüstung pimpt. Wir können beispielsweise mit Peters Elementarpistolen kräftigere Schüsse austeilen oder uns Upgrades für Stiefel und Schild leisten, wodurch Peter im Kampf zäher wird und mehr Standhaftigkeit an den Tag legt.

Je nach Spielstil wählen wir verschiedene Upgrades. Der Air Glide etwa lässt uns für kurze Zeit in der Luft gleiten, während wir schießen. Je nach Spielstil wählen wir verschiedene Upgrades. Der Air Glide etwa lässt uns für kurze Zeit in der Luft gleiten, während wir schießen.

Völlig unabhängig von Werkbanken lassen sich auch jederzeit unterschiedlichste Outfits für die Guardians auswählen, die vor allem Fan-Herzen höher schlagen lassen. Wir konnten beispielsweise Rocket in seinen Geheimagentenanzug mit Sonnenbrille stecken oder Gamora in ein Kostüm, das stark an Zoe Saldanas MCU-Look erinnert.

Und keine Sorge: Guardians of the Galaxy verzichtet voll und ganz auf Mikrotransaktionen. So können wir Ressourcen für Upgrades einfach im Spiel einsammeln und für zusätzliche Outfits versteckte Kammern öffnen, indem wir simple Rätsel knacken. Erfahrungspunkte, die uns nach Level-Ups neue Skillpunkte bescheren, verdienen wir uns wiederum durch das Absolvieren von Kämpfen. Und besonders Skills werden natürlich in den eigentlichen Kämpfen von Guardians of the Galaxy wichtig.

Von Prügelei zu Schießerei zu Prügelei

Nachdem wir ausgiebig die Milano erkunden durften, verschlägt es uns auf eine Station des Nova Corps. Dort geht es jedoch nicht mit rechten Dingen zu - was wir an dieser Stelle nicht spoilern wollen - und schnell stolpern die Guardians von einer Auseinandersetzung in die nächste.

Die Kämpfe von Guardians of the Galaxy sind sehr Arena-mäßig strukturiert - ein Konflikt ist erst gelöst, sobald wir den letzten Feind besiegt haben. Danach werden unsere Anstrengungen bewertet und entsprechend mit Erfahrungspunkten belohnt. In dem von uns gespielten Kapitel prügelten wir uns also durch diverse Gänge und offene Räume.

In den Kämpfen packen wir unsere Spezialangriffe aus, um die Gegner möglichst effektreich über den Jordan zu schicken. In den Kämpfen packen wir unsere Spezialangriffe aus, um die Gegner möglichst effektreich über den Jordan zu schicken.

Dazwischen steht es uns meist frei, die schlauchigen Level zu erkunden, den Diskussionen der restlichen Guardians zu lauschen und gegebenenfalls ein Wörtchen mitzureden. Hin und wieder müssen wir uns einen Weg mithilfe eines bestimmten Teammitglieds bahnen, indem Rocket beispielsweise die Steuerung einer Tür hackt - manchmal auch recht widerwillig.

Spielerisch reduziert, aber doch überladen

Die eigentlichen Kämpfe erinnern übrigens durchaus an Marvel's Avengers - kein Wunder, hat Eidos doch auch bei dessen Entwicklung mitgewirkt. Im Gegensatz zu Avengers greifen uns in Guardians of the Galaxy aber keine Mitspieler, sondern KI-Kameraden unter die Arme. Dabei agieren Gamora, Drax und Co. natürlich weniger selbstständig.

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Peter kann ihnen nämlich Befehle erteilen, per Skillpunkte freigeschaltete Spezialangriffe auszuführen. Und hier macht gerade die Kombination der verschiedenen Fähigkeiten Spaß, um die jeweiligen Schwächen unserer Widersacher auszunutzen. So durchbrechen wir deren Schilde mithilfe der Frostvariante von Peters Elementarfunktionen, damit Groot sie mit seinen Baumranken festnageln kann. Zu guter Letzt schmeißt Rocket eine Bombe auf den Haufen und/oder Drax überrumpelt sie mit einer Sturmattacke.

Dieses Teamwork macht nicht nur ordentlich Schaden, sondern ist auch äußerst befriedigend mit anzugucken. Allerdings macht sich bei dem ganzen Bildschirmspektakel schnell das größte Problem der Kämpfe von Guardians of the Galaxy breit: die Übersicht beziehungsweise der Mangel daran.

Manchmal meinen Effekte und Interface es etwas zu gut. Das geht auf Kosten der Übersicht. Manchmal meinen Effekte und Interface es etwas zu gut. Das geht auf Kosten der Übersicht.

Stellt euch einfach mal vor: Wir befinden uns in einem Raum voller durch die Gegend wuselnder Gegner. Jeder davon kommt mit einem bunt leuchtenden Effekt oder einer farbenfrohen Waffe, die leuchtet oder mindestens genauso grelle Projektile verschießt. Gleichzeitig stürzen sich unsere vier KI-Kameraden ins Getümmel, die ihre ganz eigenen Effekte und Animationen mit zur Party bringen. Und dann ertönen ja auch noch sämtliche Kampfschreie unserer Freunde und Feinde, während Songs von Bands wie A Flock Of Seagulls oder Pat Benatar aus den Lautsprechern tönen. Puh.

Marvel’s Guardians of the Galaxy: 10 Minuten Gameplay zum Action-Adventure 11:06 Marvel’s Guardians of the Galaxy: 10 Minuten Gameplay zum Action-Adventure

Dass so viel gleichzeitig auf dem Bildschirm geschieht, kann durchaus anstrengen. Ebenso wenig hilft, dass es kein Deckungssystem für Peter gibt, der hauptsächlich mit Schusswaffen kämpft. Das bedeutet, dass wir auch noch ständig in Bewegung bleiben müssen, um Star-Lord aus dem Kreuzfeuer unserer Gegner zu halten - was natürlich nicht dazu beiträgt, einen Überblick über das Schlachtfeld zu behalten.

Klar, innerhalb unserer dreistündigen Session sind wir irgendwann mit den Kämpfen zurechtgekommen und mit ein wenig Übung fuchst man sich auf jeden Fall rein. Ob die Kämpfe auf lange Sicht dadurch weniger hektisch und teilweise unkoordiniert werden, lässt sich aber zum aktuellen Zeitpunkt schlichtweg noch nicht beurteilen.

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