Meine Freundin und ich haben uns in der Jauchegrube des Internets kennengelernt
Sascha Penzhorns Freundin ist objektiv unsexy und manchmal eklig. Ein Leben ohne sie wäre für ihn unmöglich. Vor 15 Jahren haben sie sich in einem Videospiel kennengelernt.
Na, ihr Lappen? Mir wurde befohlen, für einen dämlichen Grußkartenfeiertag darüber zu schreiben, wie Claire und ich einander online kennengelernt haben und wie unsere Beziehung von mittlerweile mehr als 15 Jahren anfing. Falls ihr darum jetzt einen romantischen, herzerwärmenden Text erwartet, der ganz blumig umschreibt, wie kuschelig und liebevoll es damals zwischen uns gefunkt hat, der hat vermutlich noch nie einen meiner Artikel gelesen.
Dies ist die Geschichte eines depressiven Arschlochs mit Dachschaden, das sich via Internet unsterblich in einen kompletten Anarcho-Freak verliebt hat. Nichts daran ist irgendwie schön oder taugt als Material für eine Verfilmung mit Hugh Grant, oder wer auch immer heutzutage in Schnulzen auftritt. Wir sind mehr was für Uwe Boll.
Sascha Penzhorn ist kein großer Fan von Menschen. Für ihn sind die meisten von euch lästige, belanglose NPCs. Keine große Überraschung also, dass er schon in jungen Jahren etliche sehr intensive und noch sehr viel kurzlebigere Beziehungen hinter sich hatte. Mit normalen Menschen hält er es nie lange aus – umgekehrt gilt das umso mehr. Vor gut 15 Jahren lernte er dann online eine Frau kennen, die ist für ihn gar kein Mensch. Dafür ist sie viel zu gut, zu mutig, zu ehrlich. Er kann sich nicht erklären, wie oder weshalb sie es seit so vielen Jahren mit ihm aushält. Aber gute Dinge hinterfragt man bekanntlich nicht.
Immerhin: Unsere erste Begegnung fand tatsächlich in etwas statt, das man mit viel gutem Willen als Spiel bezeichnen könnte – Second Life. Sündenpfuhl des Internets, voller Drama, Flunkereien, Glücksspiel und so abartig viel virtueller Pornographie und Sexspiele, dass Night City dagegen im Vergleich wirkt wie ein tibetanisches Kloster.
Es war mit Abstand letzte Ort, an dem ich je darauf gehofft hätte, den wichtigsten Menschen in meinem Leben zu treffen. Okay, wir trafen uns in einem vergleichsweise harmlosen Club, nicht in einem der unzähligen Casinos oder Freudenhäuser von Second Life. Unser Eisbrecher war ihre rote Sternenflottenuniform.
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