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Redakteure mit KI ersetzt? Metacritic sperrt Review zu Resident Evil 9 nach Vorwürfen gegen mehrere Videospielseiten

Nachdem bekannt wurde, dass eine Kritik zu Resident Evil 9 offenbar mit KI erstellt wurde, löscht der Review-Aggregator Metacritic diese und weitere Rezensionen aus seiner Datenbank. Das Problem ist jedoch weitaus größer.

Grace Ashcroft und Leon S. Kennedy haben es in Resident Evil 9 mit allerhand Gegnern zu tun. Jetzt müssen sie sich allerdings auch noch mit KI-Reviews herumschlagen. Grace Ashcroft und Leon S. Kennedy haben es in Resident Evil 9 mit allerhand Gegnern zu tun. Jetzt müssen sie sich allerdings auch noch mit KI-Reviews herumschlagen.

Resident Evil 9 ist bereits jetzt eines der bestbewerteten Spiele des Jahres. Gleich zum Release am 27. Februar stieg das neueste Horror-Abenteuer aus dem Hause Capcom beim Review-Aggregator Metacritic mit einem starken Kritiker-Score von 88 Punkten ein. Die PC-Version wird sogar noch etwas besser gewertet und mausert sich mit 92 Punkten zum besten Resi seit 20 Jahren.

Jetzt werden die hohen Wertungen für Resident Evil Requiem allerdings von einem Skandal überschattet. Denn mindestens eine Rezension wurde offenbar mithilfe generativer KI erstellt. Metacritic hat bereits reagiert und die betreffende Kritik samt einiger weiterer sperren lassen. Hinter den KI-Reviews steckt allerdings ein größeres Problem - und eine ominöse Marketing-Firma aus Malta.

Worum geht es überhaupt?

Kurz nach dem Start von Resident Evil 9 bemerkten einige User, dass mit der Rezension des britischen Magazins VideoGamer irgendetwas nicht stimmte. Denn diese fällt nicht nur verdächtig detailarm aus, sondern kaut im Wesentlichen auch nur bereits bekannte Fakten wieder – beides Merkmale eines KI-generierten Textes.

Am vergangenen Freitag meldete sich dann der VideoGamer-Autor Max Nicoll auf Reddit und YouTube zu Wort und behauptete, dass er eigentlich den Test zum neuen Resi hätte schreiben sollen. Bevor es allerdings dazu kam, seien er und weitere Mitglieder des Teams entlassen und durch KI-Autoren ersetzt worden.

Posts anderer Redakteure legen nahe, dass wohl die gesamte Belegschaft von VideoGamer betroffen ist. Hintergrund dieser Vorgänge ist wohl ein Eigentümerwechsel im Jahr 2025. Damals wurden Videogamer und The Escapist von der maltesischen PR- und Marketing-Firma ClickOut Media aufgekauft (via Insider Gaming).

Wie Kotaku berichtet, hat die Firma den zweifelhaften Ruf, die Webseiten, die sie aufkauft, in Werbeplattformen für Online-Glücksspiel umzuwandeln und bei der eigentlich redaktionellen Arbeit drastisch einzusparen.

Im Fall von The Escapist und VideoGamer geschehen diese Einsparungen nun offenbar, indem die menschlichen Mitarbeiter durch KI-Autoren mit erfundenen Biografien und Social-Media-Profilen ersetzt werden. Dadurch soll gegenüber nichtsahnenden Lesern wohl zumindest der Anschein einer menschlichen Redaktion gewahrt bleiben.

Unseren garantiert nicht KI-generierten Test zu Resident Evil 9 seht ihr im folgenden Video:

Video starten 15:34 Resident Evil Requiem ist ein absolutes Highlight!

Glaubwürdigkeit in Gefahr

KI-Texte entwickeln sich aktuell immer mehr zu einer Gefahr für die Glaubwürdigkeit von Medien und des Journalismus insgesamt. Wenn Leser unter dem Anschein einer professionellen Kritik stattdessen unpersönliches Roboter-Gewäsch vorgesetzt bekommen, fragen sie sich zu Recht, ob sie dem entsprechenden Medium überhaupt noch trauen können.

Für Metacritic-Mitgründer Marc Doyle ist daher klar: KI-generierte Kritiken sind keine validen Kritiken. Denn hier hat sich schlichtweg kein Mensch eine fundierte Meinung zu dem entsprechenden Spiel gebildet. Bei Metacritic wurden die KI-Rezension zu Resident Evil 9 von VideoGamer sowie einige andere Kritiken deshalb umgehend gelöscht.

In einem Statement gegenüber Forbes schreibt Co-Gründer Doyle:

Metacritic ist seit 25 Jahren eine seriöse Plattform für Rezensionen und hat bei der Aufnahme neuer Publikationen in unseren Kritikerpool stets strenge Prüfungsverfahren angewendet. In bestimmten Fällen, beispielsweise wenn eine Publikation verkauft wird oder die Redaktion wechselt, kann es jedoch zu Problemen wie Plagiaten, Diebstahl oder anderen Formen von Betrug kommen, darunter auch KI-generierte Rezensionen.

Metacritic verfolgt die Politik, niemals KI-generierte Kritiken auf Metacritic zu veröffentlichen. Wenn wir feststellen, dass eine solche Kritik veröffentlicht wurde, entfernen wir sie umgehend und brechen die Zusammenarbeit mit dieser Publikation bis zum Abschluss einer gründlichen Untersuchung auf unbestimmte Zeit ab.

- Marc Doyle (Metacritic)

Mit diesem konsequenten Durchgreifen will Metacritic ein Exempel statuieren und verhindern, dass die Standards für ihren über Jahre aufgebauten Pool an rezensionsberechtigten Outlets aufgeweicht werden.

Metacritic-Scores sind für die Industrie heutzutage ein wichtiger Indikator für den Erfolg neuer Spiele und haben häufig maßgeblichen Einfluss auf die Verkaufszahlen eines Produkts. Langfristig aufhalten lassen wird sich der Vormarsch KI-generierter Inhalte im Internet damit aber wohl nicht.

Mehr zu Resident Evil 9 erfahrt ihr in der obigen Linkbox.

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