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Hat Myth of Empires bei Ark geklaut? Wir analysieren den Quellcode

Was steckt wirklich hinter dem Skandal um geklaute Inhalte bei Myth of Empires? GameStar hat Gerichtsdokumente gesichtet und mit Experten den Programmcode analysiert.

von Wolfgang Rabenstein,
13.01.2022 12:17 Uhr

Code-Fragmente von Ark: Survival Evolved sollen in Myth of Empires auftauchen. Das chinesische MMO Myth of Empires ist daraufhin von Steam verschwunden, ein Rechtsstreit hat begonnen. Was ist dran an den Vorwürfen? Code-Fragmente von Ark: Survival Evolved sollen in Myth of Empires auftauchen. Das chinesische MMO Myth of Empires ist daraufhin von Steam verschwunden, ein Rechtsstreit hat begonnen. Was ist dran an den Vorwürfen?

Als ich nach über fünfzig Stunden Spielzeit und viel zu viel getrunkener Energydrinks meinen Early-Access-Test zu Myth of Empires endlich fertig hatte, war noch nicht zu erwarten, dass das schnell beliebt gewordene Survival-MMO zwei Tage später, am 4. Dezember 2021, schon wieder von Steam verschwinden sollte.

»Eine temporäre Störung« ließen die Entwickler noch am selben Tag über die sozialen Medien verlauten. Doch diese unzufriedenstellende Meldung mit darauf folgender Stille von Angela Game erhitzte die Gemüter und so dauerte es nicht lange, bis selbst bei uns in den Kommentaren und im GameStar-Forum die Gerüchteküche brodelte. 

Die Info, dass wohl doch mehr dahinter steckte, kam von den Entwicklern selbst, als diese am 7. Dezember 2021 verkündeten, dass Myth of Empires aus urheberrechtlichen Gründen von Valve aus dem Steam Store entfernt worden sei. Man müsse sich aber keine Sorgen machen, da alle Rechte und das Eigentum bei Angela Game liegen würden.

Doch bis zum heutigen Tag bleibt das Spiel aus dem Steam Store verschwunden - die Streitigkeiten dauern an. Auf der Suche nach den Gründen stieg ich in tiefste Abgründe hinab, traf mich mit Whistleblowern und kontaktierte die ganz Großen der Spielebranche, um so eine Story aufzudecken, die sich hinter Justizthrillern á la John Grisham oder der beliebten Anwaltsserie »Suits« mitnichten zu verstecken braucht.

Unsere Experten

Kai Bodensiek (Bild) ist Rechtsanwalt und Partner in der Medienkanzlei Brehm & v. Moers. Spezialisiert ist er auf die Beratung von Publishern und Entwicklern von Computerspielen in Fragen des Vertrags- und Lizenzrechts, des Urheber- und Wettbewerbsrechts und des Gesellschaftsrechts. Darüber hinaus unterrichtet er Studenten mit den Fachbereichen Producing und Game Design in Urheberrecht und Projektfinanzierung an der Games Academy und der Mediadesign Hochschule.

  • Bastian Suter ist CEO und Entwicklungsleiter von BattlEye - einem Anti-Cheat-System, das auch in Myth of Empires verwendet wurde, um Spieler vor Hacking, Cheating und anderen Angriffen zu schützen. Darüber hinaus trat er auch als Zeuge beim Urheberrechtsstreit zwischen Angela Game und Wildcard/Snail Games auf.
  • Sovereign ist ein bekannter Influencer, der unter anderem auf YouTube seit dem Early Access von Myth of Empires dieses Spiel begleitet und regelmäßig Guides, aber auch Analysen zum Urheberrechtsstreit mit Wildcard, veröffentlicht. 
  • »hinnie« ist der Gründer und Besitzer von dumps.host - einer Seite, die öffentlich einsehbaren Code von Spielen und anderer Software für die breite Masse zur Verfügung stellt.
  • Ein bekanntes deutsches Spielstudio erklärte sich freundlicherweise dazu bereit, den gesamten uns zugänglichen Quellcode ausführlich zu analysieren.
  • Mehrere Modder, die sich innerhalb der Ark-Szene einen Namen machen durften, für unseren Report zu Myth of Empires allerdings anonym bleiben wollen, standen uns außerdem Rede und Antwort.

Umzingelt von allen Fronten: Genau wie mir im Test zu Myth of Empires ergeht es derzeit auch dessen Entwicklerstudio Angela Game. Umzingelt von allen Fronten: Genau wie mir im Test zu Myth of Empires ergeht es derzeit auch dessen Entwicklerstudio Angela Game.

Trendy Entertainment gegen Wildcard

Um in dem weitverzweigten Netz aus gegenseitigen Anschuldigungen, Vorwürfen, Programmcodes und Fachbegriffen nicht vollständig den Überblick zu verlieren, beginnen wir am besten der Reihe nach. Den Anfang macht Entwickler Wildcard und deren Spiel Ark: Survival Evolved - genauer gesagt dessen Kauf durch Snail Games in den Jahren 2015/2016.

Das Spiel Ark fußt nämlich auf einer Lüge - und zwar einer Lüge, die sich gewaschen hat: Lead-Designer und Co-Founder Jeremy Stieglitz war während der Entwicklungsarbeiten noch vertraglich an seinen früheren Arbeitgeber Trendy Entertainment gebunden. Das von ihm 2009 mitgegründete Entwicklerstudio aus Gainesville, Florida fand es freilich nicht toll, dass Stieglitz nach seinem Abgang bei Trendy im April 2014 seine Frau, eine Bäckereibesitzerin, als Mitgründerin für das neue Studio Wildcard eintragen ließ - nur um einem einjährigen Wettbewerbsverbot zu entgehen. 

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