Switch 2: Das taugt die Mausfunktion − und ein bisher viel ignoriertes Feature ist überraschend gut

Die vielleicht interessanteste Neuerung der Konsole: Joy-Cons mit Maus-Feature. Doch taugt das?

Bisher gibt es an der Switch 2 nur wenig auszusetzen. In jeglicher Hinsicht ist die Konsole ein Upgrade nach Maß, das durchaus zu beeindrucken weiß. Das hat Mario Kart World bewiesen und mehr noch Cyberpunk 2077, das wie geschmiert auf der Konsole läuft. Unser Spieletest zur Switch 2-Version bestätigt das.

Der größte Minuspunkt bisher ist der Akku, der im Falle von Cyberpunk 2077 rund eine Stunde hält. Auch bei Mario Kart World bleibt er unter dem Standard anderer Handhelds.

In diesem Teil der Testreihe geht es vor allem zwei Funktionen:

  • Maus-Feature
  • GameChat

Die Mausfunktion ist ein Gamechanger − wortwörtlich

Schon im Januar wurde gemunkelt, man könne die Joy-Cons als Maus nutzen. Linh hat das bei einem Event Anfang April ausprobiert und zeigte sich durchaus begeistert.

Da kann ich mich nach mehreren Stunden nur anschließen, auch wenn die Funktion ganz klar ihre Grenzen hat.

Auf die Seite gelegt dienen die Joy-Cons als Maus. (Bild: Linh Dinh, GameStar) Auf die Seite gelegt dienen die Joy-Cons als Maus. (Bild: Linh Dinh, GameStar)

Das Positive zuerst: Das Feature funktioniert nahtlos. Im wahrsten Sinne des Wortes. Bei Cyberpunk 2077 kann ich den rechten Joy-Con mit der Oberseite auf eine Unterlage (zum Beispiel mein Bein oder die Couch) legen und ziele somit im Mausstil. Das funktioniert auch ohne die mitgelieferten Gleitaufsätze.

Das gibt enorm viel Versatilität während des Spielens, ganz besonders bei Ego-Shootern. Ich bin kein Experte in diesem Genre und mit einer echten Maus zielt man noch genauer, aber ich empfinde es als deutlich praktischer als mit einem Joystick zu zielen.

Nehme ich den Joy-Con (es geht mit links oder rechts) wieder auf und drücke einen Button, bin ich sofort wieder im Controller-Modus. Ich finde beeindruckend, wie unkompliziert das klappt.

Das lila Lichtchen ist der Maussensor − und der ist verdammt genau! (Bild: Linh Dinh, GameStar) Das lila Lichtchen ist der Maussensor − und der ist verdammt genau! (Bild: Linh Dinh, GameStar)

Richtig praktisch finde ich das Feature auch bei Strategiespielen, wo Controller seit jeher eher ein Notbehelf sind (wobei Civilization 6 auf der alten Switch durchaus gut von der Hand ging).

Letzteres deckt auch gleich das wohl größte Problem mit dem Feature auf.

Das Negative: Ein Joy-Con ist eben keine vollwertige Maus.

Mal eben schnell ein paar Kopfschüsse verpassen ist locker drin, aber gerade bei präzisen Bewegungen, wo man gerne auch mal feste zupackt oder die Hand verkrampft, wird’s auf Dauer unangenehm.

Nach fünf Stunden Civilization 7 brennt mir auch irgendwann die Kralle, aber da brauche ich keine superschnellen Reaktionen und kann auch bequem die Hand wechseln oder gar die Steuerungsart. Ich komme also wesentlich länger mit dem Feature aus, wenn das Spiel es zulässt.

Nachstehend noch einige wissenswerte Beobachtungen zum Feature:

  • Der Sensor der Joy-Cons funktioniert beeindruckend gut. Sogar auf dem Hosenbein oder staubigem Untergrund arbeitet er tadellos. Klar, auf einem Tisch mit Unterlage fühlt es sich am besten an, aber Nintendo hat sichergestellt, dass man die Mausfunktion quasi überall verwenden kann.
  • Das Hosenbein ist nicht geeignet für lange Sessions. Fürs schnelle Zielen reicht es vollkommen aus, aber plant ihr, länger zu spielen und öfter die Maus zu verwenden, dann ist der Obeschenkel einfach zu kurz und unbequem.
  • Die Schultertasten der Joy-Cons sind triggerhappy. Wenn als Maus benutzt, passiert es manchmal, dass ich einen Schuss abgebe, weil ich versehentlich die Schultertaste gedrückt habe.

Und ja: Ihr könnt auch eine herkömmliche USB-Maus an der Switch 2 nutzen.

Es gibt noch ein Feature, das mich positiv überrascht hat: GameChat.

GameChat ist mehr als eine Spielerei

Wir haben ja schon ein bisschen geunkt, als bekannt wurde, dass Nintendos GameChat eine Telefonnummer verlangt.

Ich bin ehrlich mit euch: Als ich den GameChat mit einer Freundin testete, waren meine Erwartungen niedrig. Es ist keine Funktion, die ich nicht nutzen werde, dennoch wollte ich sie − wie alles an der Switch 2 − ausprobiert haben.

Das macht GameChat: Über das Feature könnt ihr mit Freunden via Voice Chat kommunizieren, während ihr spielt. Außerdem kann jeder Teilnehmer seinen Bildschirm teilen.

Ihr habt drei Möglichkeiten, den Bildschirm aufzuteilen. Im Bild seht ihr die Variante mit der größten Display-Ratio. (Bild: Maxe S., GameStar) Ihr habt drei Möglichkeiten, den Bildschirm aufzuteilen. Im Bild seht ihr die Variante mit der größten Display-Ratio. (Bild: Maxe S., GameStar)

Eingerichtet war GameChat, trotz Telefonnummer, schnell und einfach.

  1. Klickt auf das GameChat-Icon auf dem Startbildschirm. In einem neuen Screen werdet ihr gebeten, einen QR-Code mit eurem Handy zu scannen.
  2. Scannt den QR-Code.
  3. Meldet euch mit eurem Nintendo-Account auf der Seite auf eurem Handy an. Das Formular wird eure Handynummer verlangen.
  4. Schließt die Registrierung ab. Nun könnt ihr GameChat auf der Switch 2 mit anderen verwenden, die sich ebenfalls angemeldet haben.

Über das GameChat-Icon in der Menü-Leiste könnt ihr ab dann einen neuen Chat erstellen oder in einen alten zurückkehren, wenn ihr etwa öfter zusammen mit einer bestimmten Person spielt

GameChat erstellen Das Menü zum GameChat ist schön simpel und klar. (Bild: Maxe S., GameStar)

Chatpartner auswählen Ihr könnt bis zu vier Personen in einen Chat einladen. (Bild: Maxe S., GameStar)

Nutzt ihr eine USB-C-Kamera, könnt ihr euch sogar gegenseitig sehen.

Und wie gut funktioniert das alles? Überraschend gut und vor allem zuverlässig!

  • Selbst ohne Headset oder Kopfhörer und Mikrofon verstanden meine Gesprächspartnerin und ich uns gut ohne Interferenzen − sogar auf rund zwei Meter Entfernung.
  • Die Verbindung blieb konstant stabil. Es gab keine Abbrüche oder Schluckauf.
  • Den GameChat einzuschalten ist unkompliziert und barrierefrei. Dadurch kann es wirklich jeder nutzen.

Abstriche müsst ihr trotzdem machen. Die übertragene Qualität ist nur so lala, zumindest auf dem TV. Das Bild löst schätzungsweise nur in 480p auf und ruckelt etwas. Ich glaube allerdings, dass das den Fans des Features keine Sorgen bereiten wird, denn hier geht es nicht um das perfekte Erlebnis, sondern das zusammen Spielen und Spaß haben.

Während der Pandemie fanden sich viele Leute, die online zusammen gespielt oder Filme geschaut haben. Der GameChat ist genau für ersteres da. Sicher wird nicht jeder die Funktion nutzen, aber die, die es tun, werden sich daran erfreuen.

Noch ist GameChat umsonst. Ende März 2026 wird Nintendo ihn allerdings hinter die Paywall seines Online-Dienstes packen und das kann ich nicht gutheißen. Müsste ich darauf wetten, würde ich jetzt schon sagen, dass das der Dolchstoß für das Feature sein wird.

Ich fände es besser, bliebe der GameChat kostenlos, ganz im Sinne des gemeinsamen Spielens. (Bild: Maxe S., GameStar) Ich fände es besser, bliebe der GameChat kostenlos, ganz im Sinne des gemeinsamen Spielens. (Bild: Maxe S., GameStar)

Zum Abschluss möchte ich euch  noch Spielematerial von Cyberpunk 2077 auf der Switch 2 zeigen, aber im Handheld-Modus. Weiter oben findet ihr bereits Auszüge aus der gedockten Version. Aufgrund des Akkus kommt man zwar auf der Hand nicht so weit, aber beeindruckend sieht das Spiel dennoch aus.

Video starten 4:19 Cyberpunk 2077 auf der Switch 2: Hier sind 5 Minuten Gameplay aus dem Handheld-Modus

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