Switch 2: Mein Fazit nach knapp einer Woche

Nintendos neue Konsole ist für mich unterm Strich ein Erfolg.

Ich habe mittlerweile über 30 Stunden Spielzeit mit der Switch 2 auf der Uhr; all meine ausführlichen Erfahrungen der letzten Tage lest ihr in diesem Artikel.

Zum Abschluss werde ich noch einmal zusammenfassen, was mir an der Konsole gefällt und was nicht. Und ich spoilere euch schon mal: Ich habe mehr Positives zu sagen als Negatives.

Fazit: Das gefällt mir

Optisch und haptisch ist die Switch 2 ein Gewinn

Nintendo hat so ein bisschen einen Budget-Ruf, aber bei seinen Konsolen hat der Hersteller meinem Empfinden nach noch nie geknausert. Da ist auch die Switch 2 keine Ausnahme.

Joy-Cons und das Display fühlen sich wertig an. Hier klappert nichts, die Konsole liegt angenehm in der Hand. Auch die Knöpfe selbst sind befriedigend zu drücken.

Lediglich das Dock dürfte haptisch ein wenig hochwertiger ausfallen, aber das fasst man sowieso kaum an. Den Punkt schenke ich Nintendo.

Ergonomisch an den richtigen Stellen verbessert

Nicht nur in den Kommentaren bei uns habe ich gelesen, dass einige mit der Ergonomie der alten Switch nicht zufrieden waren. Zugegeben: Ich kam damit zurecht, aber erst der Test von Joy-Cons eines Drittherstellers hat mir gezeigt, wie viel besser die Ergonomie sein könnte.

Ja, an den Griffen hat sich nicht viel verändert. Allerdings geht es einen weiten Weg, dass die Joy-Cons der Switch 2 schlichtweg größer sind. Das gilt sowohl für den Handheld-Modus als auch fürs Spielen mit einem einzelnen Joy-Con. Dadurch liegen Konsole und Drücker besser in Hand, zumindest bei meinen Pranken.

Nintendo-Titel optimal ans System angepasst

Über den Port von Cyberpunk 2077 habe ich mich in diesem Artikel zur Genüge ausgelassen. Auch mein Kollege Sören bezeichnet ihn als das Beeindruckendste, was er seit Jahren gesehen habe.

Dabei fällt unter den Tisch, wie gut die hauseigenen Titel aussehen – und wie performant sie sind. Das gilt zum einen für Mario Kart World, aber auch alte Switch-Titel wie:

  • Super Mario Odyssey
  • The Legend of Zelda: Breath of the Wild
  • The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom
  • Pokémon Karmesin und Purpur

Mario Kart World läuft erste Sahne auf der Switch 2. Lediglich im 4-Spieler-Splitscreen müsst ihr mit 30 FPS Vorlieb nehmen. Mario Kart World läuft erste Sahne auf der Switch 2. Lediglich im 4-Spieler-Splitscreen müsst ihr mit 30 FPS Vorlieb nehmen.

Natürlich kann man unken, dass andere AAA-Titel den Weg von 4K und 60 FPS schon vor Jahren gegangen sind. Das lenkt allerdings nicht vom Fakt ab, dass wir zum ersten Mal Nintendo-Spiele mit diesem technischen Standard sehen – und das macht einfach verdammt Spaß.

LC-Display muss sich nicht verstecken

Bereits im Februar dieses Jahres habe ich euch gefragt, ob ihr euch ein OLED-Display für die Switch 2 wünscht. Das eindeutige Ergebnis: Für viele war OLED ein K.O.-Kriterium. Im selben Artikel habe ich auch erklärt, wieso die Bildschirmtechnik am Ende egal sein wird.

Das LC-Display der Switch 2 ist verdammt gut, und das freut mich natürlich noch mehr, nachdem ich mit OLED gar nicht erst gerechnet habe. 

  • Hohe Maximalhelligkeit für Spielen unterwegs
  • Starke Kontraste
  • Satte Farben

Ein weiterer Pluspunkt: Ein OLED-Bildschirm hätte die Konsole wohl teurer gemacht. Und eine OLED-Switch-2 ist immer noch nicht aus der Welt. Ich rechne damit, dass in zwei bis drei Jahren eine Variante mit organischen Pixeln auf den Markt kommen wird.

Mausfunktion ist ein echter Mehrwert

Nintendo ist bekannt für seine Gimmicks. Bewegungssteuerung bei der Wii, zweites Display bei der Wii U oder eine Hybrid-Konsole mit der Switch: Mal hat der Hersteller damit Erfolg, mal nicht.

Die Maussteuerung der Switch 2 wirkt im ersten Moment banal, eröffnet aber einige neue Möglichkeiten des Spielens.

  • Der fliegende Wechsel zwischen Controller- und Maussteuerung ist beachtlich.
  • Die Maussteuerung funktioniert auf jeder Unterlage – auch auf dem mit Katzenhaaren bedeckten Hosenbein!
  • Die Möglichkeit des besseren Zielens bei Shootern ist nicht nur willkommen, sie macht schlichtweg mehr Spaß, als mit dem Joystick das Fadenkreuz auf den Gegner zu fummeln.
  • Strategiespiele werden auf der Switch 2 damit sehr viel attraktiver.

Die Mausfunktion ist so nahtlos in das Kontrollmuster der Joy-Cons eingebaut, dass es eine Freude ist, sie zu benutzen. (Bild: Linh Dinh, GameStar) Die Mausfunktion ist so nahtlos in das Kontrollmuster der Joy-Cons eingebaut, dass es eine Freude ist, sie zu benutzen. (Bild: Linh Dinh, GameStar)

Freilich, die Mausfunktion ist nicht perfekt. Einen Shooter wie Doom will ich damit nicht auf der Switch 2 spielen, da verkrampfe ich nach kurzer Zeit. Die Joy-Cons sind ergonomisch nicht für derlei intensive Mausnutzung ausgelegt.

Nichtsdestotrotz reißt das Feature Barrieren ein und erweitert das Spielen um eine weitere Möglichkeit – und das ist ein Vorteil für alle.

Viele kleine Features, die sich summieren

Manchmal sind es nicht die viel beworbenen Funktionen, die das Zünglein an der Waage sind. Im Falle der Switch 2 würde ich sogar sagen, dass die Konsole mehr ist als die Summe ihrer Features.

Es gibt einfach etliche kleine Funktionen, die sich lohnen:

  • GameChat fürs Zusammenspielen und Abhängen
  • GameShare für leichteres Vor-Ort-Multiplayer
  • Virtuelle Softwarekarten zum Verleihen
  • A-und-B-Knopf-Tausch zur leichteren Bedienung
  • Den Ladevorgang bei 90 Prozent beenden können, um auf Dauer den Akku zu schonen.

Nicht jeder Spieler und nicht jede Spielerinnen wird alle Features bis zum Letzten ausreizen oder gar nutzen. Sie zu haben ist allerdings besser, als sie zu brauchen.

Kleinvieh macht eben auch Mist.

Video starten 5:15 Switch 2 Unboxing: So sieht Nintendos Konsole frisch aus der Box aus, inkl. neuer Pro Controller

Alles beim Alten

Bei meinem Ersteindruck am Anfang des Artikels war ich etwas ernüchtert, wie sehr die Switch 2 ihrer Vorgängerin ähnelt. Einen weiten Wurf hatte ich sowieso nicht erwartet.

Mittlerweile denke ich allerdings anders. Den initialen Dämpfer habe ich abgeschüttelt und bin jetzt der Meinung: Es ist gut, dass die Switch 2 sich optisch wie inhaltlich treu geblieben ist.

Nicht jeder beschäftigt sich so viel mit der Konsole (oder ihrer Vorgängerin) wie ich. Dass sich alles so ähnlich sieht und bedient, ist am Ende des Tages ein Plus, weil es so gut wie keine Umstellungsphase gibt. Einsteigerfreundlich war die Bedienung der Switch ihrerseits sowieso schon.

Das gilt im Übrigen auch für die Spiele. Bis auf eine Handvoll Ausnahmen kann man alle bisher gekauften Spiele – digital oder physisch – mit umziehen. Es bleibt in der Hinsicht alles beim Alten und das ist ausnahmsweise gut so.

Pro Controller

Der Pro Controller gehört nicht zur Konsole selbst, unterschlagen will ich ihn aber aber nicht.

Meiner Meinung nach ist der neue Pro Controller dem alten in jeglicher Hinsicht überlegen – und der alte war bereits einer meiner liebsten Drücker!

  • Das Design wurde durch graue Applikationen aufgewertet.
  • Es gibt zwei zusätzliche Knöpfe an den Haltegriffen.
  • Das matte Finish fühlt sich extrem gut an (und rutscht auch nicht bei verschwitzten Händen).
  • Sticks und Buttons sind flüsterleise.

Die Joy-Cons sind als Controller für die Switch 2 absolut ausreichend. Seid ihr allerdings Fans des Pro Controllers (den alten könnt ihr mit der neuen Konsole verwenden), lege ich euch die neue Iteration sehr ans Herz.

Fazit: Das hat mir nicht gefallen

Der Akku ist schwach

Der größte Minuspunkt der Switch 2 ist der Akku. Der ist bei performanten Spielen wie Cyberpunk 2077 ruckzuck leergesaugt – eigentlich ein Sargnagel für einen Handheld.

Natürlich spielt es eine wichtige Rolle, was ich wie lange spiele. Bei wenig hardwarehungrigen Spielen wie Pixelart-Games oder 2D-Plattformern komme ich trotzdem auf meine rund 5 Stunden und mehr.

Für mich persönlich fällt dieser Minuspunkt auch gar nicht so sehr ins Gewicht. Ich spiele die allermeiste Zeit eh nur gedockt. Hinzu kommt, dass ich hübsche Titel, die der Konsole viel abverlangen, ohnehin am liebsten am TV erleben möchte. Darüber hinaus ist Akkulaufzeit generell ein Manko von so gut wie allen Handhelds.

Trotzdem bleibt der Kritikpunkt bestehen und er wiegt doppelt für diejenigen, die hauptsächlich den Handheld-Modus nutzen. Seid also gewarnt und habt bestenfalls auf langen Reisen ein USB-C-Kabel und eine Powerbank parat.

Nintendo Online schleicht sich vermehrt ein

Zugegeben: Ich spiele kaum online, deshalb besitze ich auch kein Nintendo-Online-Abo. Online-Funktionen und Konsolen sind eh ein Kapitel für sich.

Ein bisschen angefressen war ich allerdings schon, als beim GameChat die Meldung auftauchte, dass das Feature nur bis Ende März 2026 kostenlos zur Verfügung stehe.

Noch mehr angefressen war ich, als ich gesehen habe, dass die alten Titel für GameCube, N64 und Co. hinter einer Paywall steckten – zusätzlich zur Nintendo-Online-Mitgliedschaft.

Mir ist klar, dass Server und Service Geld kosten, aber mir erst eine nützliche Funktion offerieren, um sie dann hinter eine Bezahlschranke zu packen, ist eine Unart, die ich bei keinem Anbieter gutheißen kann.

Und was die Retro-Titel betrifft: Anstatt mit unserer Nostalgie so hart Kasse zu machen, lasst uns die Spiele doch bitte einfach kaufen. Für F-Zero GX bin ich bereit, einen Zehner springen zu lassen. Oder inkludiert die Spiele zumindest in die »herkömmliche« Online-Mitgliedschaft.

Wenn sich Nintendo Online nach und nach Funktionen einverleibt, dann bin ich raus.

Wenig Farbenfroh – sowohl außen als auch innen

Vielleicht ist das ein sehr persönlicher Kritikpunkt, anbringen werde ich ihn trotzdem.

Nintendo, wer hat deinen Farbeimer versteckt?

Klar sieht die Switch 2 optisch im Black-is-Beautiful-Style gut aus. Auch die Ringe unter den Joysticks in Rot und Blau als Anlehnung an die alte Switch sind super. Allerdings entspricht das so gar nicht der Nintendo-DNS.

Dieser Eindruck verstärkt sich beim Betriebssystem. Egal ob Startbildschirm, Optionen oder irgendeine dedizierte Funktion: Alles ist Weiß auf Dunkelgrau. Und mir persönlich gefällt das nicht. Es sieht langweilig aus und entspricht nicht dem Eindruck, den ich von der Marke Nintendo habe.

Bleibt zu hoffen, dass Nintendo in Zukunft wieder bunte Joy-Cons zum Nachrüsten anbieten wird. Ich habe meine alte Switch nicht umsonst im lila-gelben-Wario-Style aufgehübscht.

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